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Urgent Action
UA-Nr: UA-050/2008
AI-Index: /AFR 32/0042008
Datum: 22.02.2008
MORDDROHUNGEN / SORGE UM SICHERHEIT
- Kenia
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Wangari Maathai, Menschenrechtsverteidigerin
Die Menschenrechtsverteidigerin und Professorin, Frau Wangari Maathai erhielt am 19. Februar 2008 drei Morddrohungen als Textnachrichten auf ihr Mobiltelefon, in denen es hieß: "Da Sie ständig gegen die Regierung vorgehen, Prof. Wangari Maathai, haben wir beschlossen, in Kürze Ihren Kopf zu fordern. Sie sind Nummer drei nach Were, achten Sie auf Ihr Leben." Zwei ihrer Mitarbeiter erhielten am 19. und 21. Februar 2008 ähnliche Drohungen. Die Morddrohungen waren unterschrieben mit "Mungiki", dies ist der Name einer gesetzlich verbotenen Gruppierung, die überwiegend aus Kikuyus besteht, und die die Verantwortung für Enthauptungen und andere Verstümmelungsmorde übernommen hat.
Professorin Wangari Maathai ist eine ehemalige Parlamentarierin. "Nummer drei nach Were" bezieht sich auf das Parlamentsmitglied Melitus Mugabe Were, der am 29. Januar vor seinem Haus in Nairobi ermordet wurde. Ein weiterer Parlamentarier, David Kimutai Too, wurde am 31. Januar 2008 in der Stadt Eldoret ermordet.
Professorin Wangari Maathai glaubt, dass die Drohungen eine Reaktion auf ihre Forderung nach mehr Druck auf Präsident Kibaki und den Führer der Oppositionspartei "Orange Democratic Movement", Raila Odinga, sind, ein Übereinkommen zu erreichen, um die politische Krise in Kenia zu überwinden und für ihre Kritik an Politikern der Regierungspartei "Party of National Unity".
Die nationale kenianische Presse berichtete, dass der Polizeichef Major General Hussein Ali gesagt haben soll, dass die kenianische Polizei wegen der Drohungen ermittle. Die Polizei hat kürzlich den Leibwächter abgezogen, der Professorin Wangari Maathai schützt, seit sie 2004 den Friedensnobelpreis verliehen bekam.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Eine Reihe von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern erhält seit den Wahlen Morddrohungen. Es zirkulieren Flugblätter, auf denen sie Verräter ihrer Gemeinschaft genannt werden. Mindestens einer ist in der Folge überfallen worden und war daraufhin gezwungen, aus dem Land zu fliehen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Parlamentswahlen und der neuerlichen Amtseinführung von Präsident Mwai Kibaki am 30. Dezember 2007 kam es in verschiedenen Teilen Kenias zu einer Welle von Gewalt. Das umfasste Massenproteste und Aufstände, bekam aber schnell eine ethnische Komponente, bei dem ethnische Gruppen, die den Oppositionskandidaten der Präsidentschaftswahl, Raila Odinga, unterstützten gegen Mitglieder der Gruppe, die Präsident Kibaki unterstützten, ausgespielt wurden. Die ethnische Gruppe der Kikuyus soll überwiegend Präsident Kibaki unterstützt haben, während die Luo und Kalenjin Raila Odinga zugeordnet werden. Über 1000 Personen sind bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen gestorben, viele von ihnen durch Übergriffe der bewaffneten ethnischen Milizen. Andere sind durch die Polizei umgekommen, die die Zunahme der Gewalt unterbinden und die Massenproteste auflösen sollte. Über 300 000 Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen und mehr als 10 000 sind in das benachbarte Uganda geflüchtet. Seit Anfang Februar hat die Gewalt nachgelassen und überwiegend aufgehört, da die von Kofi Annan geleiteten Verhandlungen für eine politische Lösung und eine mögliche Übereinkunft zur Aufteilung der Macht, Fortschritte gemacht hat.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, E-Mails oder Luftpostbriefe, in denen Sie
- sich angesichts der Morddrohungen gegen Professorin Wangari Maathai besorgt zeigen;
- die kenianischen Behörden auffordern, die Morddrohungen zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
- bei den Behörden darauf drängen, sie und andere Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger zu schützen.
APPELLE AN:
Staatspräsident
Hon. Mwai Kibaki C.G.H. M.P
President of the Republic of Kenya
P.O. Box 30510-00100
Nairobi, KENIA
(korrekte Anrede: Your Excellency)
Telefax: (00 254) 20-313 600
E-Mail: pps ät statehousekenya.go.ke
Polizeichef
Major General Mohamed Hussein Ali, M.G.H.
Commissioner of Police
P.O. Box 30083
Nairobi, KENIA
(korrekte Anrede: Dear Commissioner)
Telefax: (00 254) 20-240 955
Staatsminister für innere Sicherheit
Hon. Prof George Saitoti
Minister of State for Internal Security
Harambee House
Harambee Avenue
P. O. Box 30510-00100
Nairobi, KENIA,
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Telefax: (00 254) 20-313 600
KOPIEN AN:
Botschaft der Republik Kenia
S.E. Herrn Harry Mutuma Kathurima
Markgrafenstraße 63
10969 Berlin
Telefax: 030-2592 6650
E-Mail: office ät embassy-of-kenya.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Kisuaheli, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 4. April 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send appeals to arrive as quickly as possible, in English or your own language:
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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