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Sudan - Folter / Gesundheitszustand

Urgent Action

UA-Nr: UA-241/2007-1
AI-Index: AFR 54/002/2007
Datum: 04.10.2007

FOLTER / GESUNDHEITSZUSTAND

Weitere Informationen zu UA 241/07 (AFR 54/051/2007, 7. September 2007) Sudan:

Abdel Jalil al-Basha, Generalsekretär der "Umma Reform and Renewal Party" Yaqoub Yahya, Armeeoffizier a.D.
Kabbashi Khater Mohammed Ahmad, Geschäftsmann
Tawer Osman Tawer, 58-jähriger Armeeoffizier a.D.
Ahmad Salman, 35-jähriger Sekretär von Abdel Jalil al-Basha

Die fünf oben genannten Männer, die ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten worden waren, wurden am 21. September 2007 in den Haupttrakt des Kober-Gefängnisses verlegt. Sie werden dort gemeinsam mit 26 weiteren Gefangenen festgehalten, die im Zusammenhang mit dem selben Fall inhaftiert sind. Ebenso wie die übrigen Gefangenen dürfen die oben genannten Männer nun Kontakt zu ihren Familien und Anwälten halten. Meldungen zufolge hat man ihnen auch die medizinische Versorgung gewährt.

Ahmad Salman, der aufgrund von Folterungen dringend medizinisch versorgt werden musste, wurde am 16. September 2007 von der Staatsanwaltschaft zu einem Facharzt gebracht. Das medizinische Gutachten ergab, dass er an einer Hodenschwellung leidet und einen Schnitt an der Wange hat. Diese Verletzungen stimmen mit den Schilderungen des Gefangenen überein, denen zufolge man ihm Tritte zwischen die Beine versetzt und ihm brutal auf den Rücken geschlagen hatte, so dass er mit verbunden Augen gegen eine Wand gestürzt war und sich die Wange aufgeschlitzt hatte.

Alle Gefangenen haben schriftliche Aussagen gemacht, in denen sie verschiedene Formen von Folterungen beschrieben, denen sie ausgesetzt waren. Unter anderem wurden sie ihren Angaben zufolge über längere Zeiträume brutal geschlagen und gezwungen, in schmerzhaften Positionen zu verharren, um sie zu zu dem Geständnis zu zwingen, den Sturz der Regierung geplant zu haben. Abdel Jalil al-Basha gab an, er sei regelmäßig ins Gesicht und auf den Rücken geschlagen worden. Zudem habe er über lange Zeiträume mit erhobenen Armen stehen müssen und sein Hörvermögen auf dem rechten Ohr verloren. Auch habe man ihn am Schlafen gehindert. Yagoub Yahya sagte aus, sechs Tage lang geschlagen und mittels der als "Flugzeug" bezeichneten Methode gefoltert worden zu sein. Dabei werden dem Gefangenen Hand- und Fußgelenke auf dem Rücken aneinander gefesselt und er wird an der Decke aufgehängt. Yagoub Yahya litt danach tagelang an Lähmungen verschiedener Gliedmaßen. Bei Kabbashi Khater Mohammed Ahmad sind die Spuren der Folterungen immer noch sichtbar. Seinen Angaben zufolge wurde er geschlagen und bedroht, man werde ihn erhängen oder durch ein Erschießungskommando hinrichten lassen. Tawer Osman Tawer schilderte, dass er fünf Tage lang mit Fußtritten traktiert und mit schweren Wasserrohren geschlagen worden sei. Da er in einer Zelle mit einer schmutzigen Abflussrinne festgehalten wurde, leidet er zudem an einem juckenden Hautausschlag, der nicht abklingt.

Am 2. Oktober 2007 ordneten die Behörden an, dass die fünf Männer sowie die übrigen 26 Gefangene, die gemeinsam mit ihnen inhaftiert sind und die alle während der langen Haft ohne Kontakt zur Außenwelt gefoltert worden oder anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt waren, weitere zwei Wochen ohne Anklageerhebung in Untersuchungshaft verbringen müssen. Diese Anordnung steht im Widerspruch zu Paragraph 79 der sudanesischen Strafprozessordnung, der höchstens 18 Tage Untersuchungshaft vorsieht, bevor ein Gefangenen angeklagt und vor Gericht gestellt werden muss. Die Rechtsanwälte der Männer haben vor dem Berufungs- und dem Verfassungsgericht Rechtsmittel gegen die fortgesetzte Inhaftierung ihrer Mandanten eingelegt. Am 4. Oktober 2007 demonstrierten Angehörige der Gefangenen gegen deren fortgesetzte Inhaftierung ohne Anklageerhebung.

Die fünf Männer waren zusammen mit 40 weiteren Personen, darunter ehemalige Armeeangehörige, am bzw. kurz nach dem 14. Juli dieses Jahres festgenommen worden. Auf Pressekonferenzen warfen Sprecher des Geheimdienstes (National Intelligence and Security - NISS) den Festgenommenen vor, Waffen geschmuggelt und Sabotageakte geplant sowie die Einmischung ausländischer Kräfte im Sudan befördert oder einen Putsch geplant zu haben.

Weitere Appelle der Teilnehmer am Eilaktionsnetz sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die sich an dieser Eilaktion beteiligt haben.

Quelle
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/D7DA1D78D6365A49C125736F00390856?open

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12.10.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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