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Presseerkärung der ASG Sachsen - DIE LINKE.

Presseerklärung der LAG ASG Sachsen vom 21.01.2008

Die Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft ASG Sachsen – DIE LINKE., Maximilian Meurer und Ingo Groepler Roeser, erklären gemeinsam zur bevorstehenden Schließung des Nokia –Werkes in Bochum:

Nun erreicht die westdeutschen Länder ein Problem, das die ostdeutschen schon seit Jahren haben. Die sinnlose und umfangreiche Förderung von verlängerten Werkbänken brachte hierzulande dem Steuerzahler mehr Nachteile als Vorteile. Schon zu Beginn der 90er Jahre gab es in Thüringen und Sachsen Experten, die wiederholt davon abrieten, die Ansiedlung reiner Produktionsstätten mit nicht nur landes- und bundeseigenen, sondern auch EU-Mitteln zu fördern. Die zumeist nur aus Produktionshallen bestehenden, im Fördermittelantrag aber als Unternehmen bezeichneten Ansiedlungen entstehen nur aus einem Grund: staatliche Subventionierung des Unternehmens. Das erfolgt zu allererst über die Fördermittel zur Ansiedlung, setzt sich über die Förderung der ach so sozial erscheinenden Einstellung von Arbeitslosen am neuen Standort und dazu noch über die staatliche Aufstockung der sogenannten Niedriglöhne fort. Bis die Bindungsfrist abgelaufen ist! Dann wird der nächste subventionsträchtige Standort gesucht und die Fördermittel abgefaßt und und und...

Würde sich irgendwo endlich mal einer der neoliberalen Wirtschaftsweisen finden, der eine reale ökonomische Bilanz für den Steuerzahler aus einer solchen Werkbankansiedlungsförderung erstellt: Das Ergebnis wäre kaum positiver, als es progressive Ökonomen bereits schlußfolgern. Alle direkten und indirekten Aufwendungen, die für die zehn Jahre an das Unternehmen gingen (außer Fördermitteln auch Infrastrukturänderungen von der Erschließung bis zum Nahverkehr, Steuererleichterungen usw.; nicht zu vergessen die staatlichen Aufwendungen für anschließende
"Beschäftigungsgesellschaften" und die verbleibenden Werksruinen), wären wohl in nur wenigen Fällen wirklich geringer zu beziffern als der durch den Steuerzahler aufzuwendende Betrag, um den dort eingestellten Arbeitslosen den Lebensunterhalt in dieser Zeit zu sichern. Diese Art der "Subventionitis" – der Unternehmen und Konzerne - sollte endlich ihr Ende haben. Anfangen könnte man schnell und unkompliziert damit, dass nur Ansiedlungen bezuschusst werden, die über die Werkbank hinaus auch den Sitz des Unternehmens oder größere Teile der Unternehmensverwaltung in der gleichen Region unterhalten. Die nomadisieren nämlich nicht so gern...

Maximilian Meurer
Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft ASG Sachsen – DIE LINKE.

21.01.08    Maximilian Meurer <asgleipzig_pressesprecher@yahoo.de>
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