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BKA: Bundeskriminalamt diskutiert eigene Geschichte
Eröffnungsveranstaltung am 08. August 2007
31.07.2007 | 13:06 Uhr
Wiesbaden (ots) - Das Bundeskriminalamt (BKA) plant drei
Kolloquien, in deren Mittelpunkt die kritische Auseinandersetzung mit
der Geschichte der Behörde insbesondere mit Blick auf den
sozialhistorischen Kontext ihrer Gründung und mögliche Nachwirkungen
des Nationalsozialismus stehen soll. Damit schließt sich das
Bundeskriminalamt der in der jüngeren Vergangenheit bereits von
einigen Wirtschaftsunternehmen und auch Polizeidienststellen
erfolgten Aufarbeitung der eigenen Historie an. Eine solche
Geschichtsaufarbeitung ist eine öffentliche Bekräftigung des
demokratischen, rechtsstaatlichen Fundaments des BKA und einer
ebensolchen Berufsethik.
Thematischer Ausgangspunkt ist die Frage, inwieweit die von Ralph
Giordano aufgestellte These von der 'zweiten Schuld', derzufolge
Teile der Elite des nationalsozialistischen Regimes quasi
übergangslos in die Nachkriegsgesellschaft und ihre demokratischen
Strukturen integriert wurden, auch auf das BKA zutrifft. So sprach
das Magazin "Spiegel" jüngst unter Rückgriff auf die Studie von
Dieter Schenk "Auf dem rechten Auge blind. Die braunen Wurzeln des
BKA" von einer zweiten Schuld beim Aufbau des BKA.
Neben der Frage nach dem Ausmaß personeller Kontinuitäten sowie
der Betroffenheit von Schlüsselfunktionen wird vor allem die Frage zu
beantworten sein, ob und mit welchen Inhalten
Kriminalitätsbekämpfungsansätze und Konzepte bruchlos fortgeschrieben
wurden, welche Folgen für die Aufgabenwahrnehmung des BKA hiermit
verbunden waren und ob sich - auch dies ist eine These einiger
Autoren - Verbindungslinien zur heutigen Aufgabenwahrnehmung zeigen.
Dieser Zielsetzung liegt die Überzeugung zugrunde, dass die
spezifische Organisationskultur und die Handlungspraxis einer
Institution nur im Bewusstsein ihrer Vergangenheit authentisch und
verantwortlich gestaltet werden können. Dies gilt insbesondere für
das Bundeskriminalamt, dessen Aufgabe es ist, den demokratischen
Verfassungsstaat zu schützen und die innere Sicherheit nach Maßgabe
der Verfassung und auf der Basis einer freiheitlich-demokratischen
Grundordnung zu garantieren.
Vorgesehen sind zunächst drei thematisch aufeinander aufbauende
eintägige Kolloquien, die mit Unterstützung renommierter
Wissenschaftler und fachkundiger Publizisten durchgeführt werden.
Sollte die Veranstaltungsreihe zu dem Ergebnis führen, dass weiterer
Forschungsbedarf besteht, soll ein Forschungsprojekt an externe
Wissenschaftler vergeben werden.
Die Öffentlichkeit wird fortlaufend über die Ergebnisse der einzelnen
Kolloquien informiert.
Die Veranstaltungen sind presseöffentlich, interessierte
Medienvertreter können daran teilnehmen. Eine Pressekonferenz ist für
das Abschlusskolloquium vorgesehen, bei dem dann auch Bild- und
Tonaufnahmen möglich sind.
- Eröffnungskolloquium
Termin:
08.08.2007, 14.00 bis 18.00 Uhr
Ort: BKA Wiesbaden, Thaerstraße 11, Großer Saal
- Programm
- Aufbau des BKA: Kalte Amnestie auf demokratischen Grundlagen?
Jörg Ziercke - Eröffnungsvortrag
Ralph Giordano - "Zweite Schuld - Kalte Amnestie"
Prof. Dr. Hans-Gerd Jaschke - "Kalte Amnestie und Polizei".
Akkreditierungen von Medienvertretern nimmt die BKA-Pressestelle bis
Montag, 06.08.2007, 13.00 Uhr, unter der E-Mail-Adresse
pressestelle@bka.bund.de oder per Fax unter (0611) 55-12323 entgegen.
Bitte geben Sie dabei neben dem Vor- und Zunamen auch das
Geburtsdatum an. Zum Betreten des BKA benötigen Sie einen gültigen
Personalausweis.
- Folge- und Abschlusskolloquium
Termine: September und Oktober (geplant)
Ort: BKA Wiesbaden
Programme: Die Bekanntgabe erfolgt mit weiteren Pressemitteilungen/Einladungen.
ots Originaltext: Bundeskriminalamt
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=7
Rückfragen bitte an:
Bundeskriminalamt
Pressestelle
Telefon: 0611-551 3083
Fax: 0611-551 2323
www.bka.de
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NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
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