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Ecoclubes: Jugendliche machen internationales Umweltradio

Jugendliche machen internationales Umweltradio

Interview mit Henning Seidenthal von Ecoclubes Deutschland

Henning Seidenthal ist Student der Stadtplanung und steht kurz vorm Diplom. Er arbeitet neben dem Studium als Freizeitpädagoge in Ganztagsschulen. Das Thema Umwelt hat ihn schon immer interessiert, da er in dörflichen Strukturen aufgewachsen ist und als Kind immer in Kontakt zur Natur war. In seinem Studium hat er sich viel mit Umweltthemen beschäftigt. "Das ganz elementare Interesse liegt aber darin, dass wir abhängig sind vom Zustand einer intakten Umwelt", sagt Henning Seidenthal.

Wie macht man Eine Welt? Man macht Radio. Ganz so einfach ist es nicht, aber das Projekt des in Hamburg neu gegründeten Vereins "Ecoclubes" versucht Menschen für den globalen Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren. Die neueste Idee der kosmopolitischen Mitglieder: Das internationale Umweltradio. Henning Seidenthal aus dem Vorstand von Ecoclubes Deutschland erzählt hierzu mehr.

DER RABE RALF: Was ist das internationale Umweltradio und woher stammt die Idee?

Henning Seidenthal: Ecoclubes will Jugendlichen eine Plattform bieten, sich mit Themen rund um die Umwelt auseinanderzusetzen und sich untereinander auszutauschen. Im kommenden Jahr wollen wir daher im Rahmen des internationalen Umweltradios Beiträge zum Thema Wasser aus den verschiedenen Kontinenten übersetzen und in Zusammenarbeit mit 'tide' in Deutschland öffentlich machen. Das gleiche findet in unseren Partnerländern statt, sodass wir uns gegenseitig über unsere Lebens(um)welten informieren und uns bewusst werden, wie wir damit umgehen. Unsere Partnerländer sind zum Beispiel Argentinien, Guatemala, die Dominikanische Republik, Äthiopien, Polen und Portugal.

Wer erarbeitet die Beiträge?

In Hamburg sind wir momentan eine Gruppe von zehn Leuten im Alter von 19 bis 27 Jahren, die sich den Umgang mit dem Medium Radio antrainiert und Hintergrundwissen für die einzelnen Artikel recherchiert. Wir werden von der Arbeitsgemeinschaft internationaler Jugendverbände (agij) sowie von tide unterstützt und auf Seminaren zu verschiedenen Themen wie Radioarbeit oder Bürgerbeteiligung geschult. So waren wir im Sommer in Portugal und Polen und haben mit Vertretern von Ecoclubes aus ganz Europa weiter an unseren Plänen gefeilt. Ende November sollen alle Länderbeiträge für das internationale Umweltradio fertig sein. Ab Januar 2007 gehen wir mit der ersten Staffel auf Sendung. Die Beiträge sollen dann auch als Podcast zur Verfügung stehen.

Ecoclubes ist vielen Menschen in Deutschland noch nicht bekannt. Wo hat es seinen Ursprung?

Ecoclubes ist in Argentinien entstanden, als sich Jugendliche aus der Umgebung von Buenos Aires zusammengeschlossen haben, um die Umweltprobleme vor ihrer Haustür zu thematisieren. Sie haben begonnen ihre Mitbürger über alternative, nachhaltigere Handlungsmethoden aufzuklären und lokale Bildungsarbeit zu leisten. Mittlerweile gibt es ein weltweites Netzwerk von Ecoclubes.

Wie bist du auf Ecoclubes gestoßen?

Ich habe während meines Studiums zum Stadtplaner 2004 drei Monate in Argentinien verbracht und in Buenos Aires ein Praktikum in der Haupt- und Geschäftsstelle von Ecoclubes gemacht. Diese Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich den Entschluss gefasst hatte, Ecoclubes in Deutschland zu gründen. Nach der Abwicklung aller Formalitäten waren wir im April 2005 als eingetragener Verein anerkannt. Mir persönlich war es wichtig, mich im ökologischen und sozialen Bereich zu engagieren und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, selbständig Projekte zu entwickeln. Diese Möglichkeit habe ich genutzt und möchte sie auch anderen jungen Menschen ermöglichen.

Wo siehst du Ecoclubes in ein paar Jahren?

Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren eine feste Jugendstruktur vor allem in Hamburg haben werden. Das Radioprojekt soll dabei fester Bestandteil sein. Des Weiteren wollen wir in Zukunft regelmäßige Austauschprojekte mit unseren europäischen und auch lateinamerikanischen Partnern realisieren. Schön wäre, wenn wir zukünftig auch in anderen Bundesländern vertreten sein würden. Der Fokus liegt aber erst einmal darauf, feste Grundstrukturen in Hamburg aufzubauen. Die Zeit lässt wahrscheinlich auch kaum etwas anderes zu.

Wir freuen uns daher immer auf neue Mitglieder, die Lust haben bei uns einzusteigen! Unsere Tätigkeitsfelder sind weit gestreut und deshalb kann sich jeder da einbringen, wo es ihm gefällt. Außerdem bieten wir viele themenspezifische Kurse und Workshops an, sodass man sich in verschiedene Richtungen entwickeln kann.

Interview: Bogna Borowski

h.seidenthal@ecoclubes.org
www.ecoclubes.de (Deutschland)
www.ecoclubes.org (International)
www.ecoclubesradio.de (im Aufbau)

16.12.06    Matthias Bauer <matthias.bauer@grueneliga.de>
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