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Braunkohle - Energie ohne Zukunft
In Brandenburg hält die Regierung an der schädlichen Verstromungsart fest
Dieses Jahr gilt als Jahr der Entscheidung für die Lacomaer
Teichlandschaft.[1] Während der Rechtsstreit um das Naturschutzgebiet läuft,
plant die Brandenburgische Landesregierung bereits die nächsten
Braunkohle-Löcher. Noch immer setzen die Entscheidungsträger in Potsdam auf
Stromgewinnung aus dem fossilen und überaus klimaschädlichen Rohstoff.
Um die Zeichen der Zeit nicht gänzlich zu ignorieren, schiebt die politische
Klasse in einer unheiligen Allianz mit dem schwedischen Energiekonzern
Vattenfall Europe ihr Steckenpferd, die CO2-Abscheidung, vor. Passend dazu
wurde Ende April in Cottbus das "Innovationsforum CO2-freies Kraftwerk"
eröffnet. Schon der Name ist irreführend, da durch die neue Technologie
(kurz "CCS" genannt), bei der das Treibhausgas Kohlendioxid in tiefen
geologischen Schichten gespeichert werden soll, allenfalls eine Reduzierung
des Ausstoßes erreichbar wäre. Abgesehen davon, dass die Risiken bisher kaum
hinreichend abgeschätzt sind und auch hinsichtlich der wirtschaftlichen
Effizienz noch einige grundsätzliche Fragezeichen bestehen, kommt eine
Studie unter Federführung des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
bereits jetzt zu dem Ergebnis, dass "im Verhältnis zu CCS-Kraftwerken ...
Erneuerbare Energien über die gesamte Prozesskette betrachtet ... deutlich
besser" abschneiden. Zu Recht bezeichnet Axel Kruschat vom BUND Brandenburg
daher diese Technik als Vattenfalls "Feigenblatt".
Auf einem blinden Technikglauben seitens der Energiepolitiker und
-wirtschafter beruhen die aktuellen Pläne, die aus Potsdam verlautbart
wurden. Aus dem Brandenburgischen Wirtschaftsministerium ist zu hören, dass
2020 der nächste Braunkohletagebau eröffnet werden soll. Eine aktuelle
Studie des Ministeriums geht gar von einer möglichen Weiterführung des
Abbaus in der Lausitz bis 2070 aus. Solch eine langfristige Strategie
wünschen sich Umweltverbände vielmehr für eine zukunftsfähige und
nachhaltige Energiegewinnung.
In der Realität wird mit den Vorhaben das Schicksal von mindestens 23
Dörfern in der Region um Cottbus besiegelt. Wie im Falle von Lacoma sind
neben den Tieren auch Menschen betroffen, die auf der Braunkohle wohnen. Der
traurige Nachfolger des Dorfes, das dem Tagebau Cottbus-Nord weichen musste,
scheint Proschim zu werden. Bürgermeister Lehmann spricht von "massivem
Druck", den Vattenfall auf die Einwohner ausübe. Obwohl das Planverfahren
noch gar nicht eröffnet ist, wird schon jetzt versucht, Tatsachen zu
schaffen. Entgegen dem Willen der Proschimer gliederte die Landesregierung
ihr Dorf in die Nachbarstadt Welzow ein. So wurde ihnen die Möglichkeit
genommen, als eigenständige Gemeinde im Planverfahren zu agieren.
Es ist wohl ausgemacht, dass die Liste der Umsiedlungen weiter anwachsen
wird. "Das ist keine Perspektive für die Lausitz." sagt dazu René Schuster
von der GRÜNEN LIGA. So ist es, zumal die Alternativen wie Erneuerbare
Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Energieeffizienz längst bekannt sind.
Alexander Riedel
www.lausitzer-braunkohle.de
[1] DER RABE RALF, Februar/ März 07
www.grueneliga-berlin.de/rabe_ralf/archiv_2007.html
--
DER RABE RALF - Die Berliner Umweltzeitung - Juni/Juli 07
Prenzlauer Allee 230 - 10405 Berlin - Tel. 030 / 44339147
raberalf@grueneliga.de - www.grueneliga-berlin.de/raberalf
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