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Ökologie:
Am 31. August 2006 haben Vertreter des US-Bundesstaates Kalifornien ein
Gesetz zur Klimaerwärmung (Global Warming Solutions Act, GWSA)
verabschiedet. Während Präsident Bush jede bindende Vereinbarung über die
Reduktion der Emissionen ablehnt und konkrete Schritte ausschließt, solange
die Entwicklungsländer nicht auch zu Maßnahmen verpflichtet werden, hebt
sich der GWSA doppelt davon ab: Kalifornien beschließt, die eigenen
Emissionen bis 2020 um 25 Prozent zu reduzieren, und das unabhängig von den
Beschlüssen anderer Länder.
Kalifornien ist nicht der erste Bundesstaat, der solche Beschlüsse fasst.
Neun Staaten im Nordosten der USA haben bereits verbindliche Abbauziele und
eine analoges Handelssystem wie Europa beschlossen. Seither wird die
Auseinandersetzung über den Klimawandel immer heftiger geführt, insbesondere
seit Katrina. Auf Bundesebene sind Gesetzesentwürfe weiterhin blockiert,
doch 279 Städte haben beschlossen, die Kyoto-Ziele zu erfüllen. George W.
Bush steht in dieser Frage immer stärker unter Druck. Die beiden
Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahlen, Hillary Clinton und John
McCain, sind beide für verbindliche Reduktionsziele.
Ist damit bereits eine Lösung der Klimaproblematik in Sicht? Nein. Die
Verpflichtungen Kaliforniens sind in Wirklichkeit äußerst zurückhaltend. Die
25 Prozent werden anhand des Wertes an Treibhausgasemissionen bemessen, die
Kalifornien ohne diese Maßnahmen im Jahr 2020 ausstoßen würde. Was so
radikal klingt, hat nur zum Ziel, die Emissionen auf den Stand von 1990
zurückzuführen ... und das acht Jahre nach Ablauf der im Kyoto-Protokoll
festgelegten ersten Phase. Zur Verdeutlichung: Den Vereinigten Staaten wurde
in Kyoto ein Reduktionsziel von 7 Prozent zugewiesen, das bis 2012 erreicht
werden sollte.
Aus: Inprekorr Nr. 428/429 (Internationale Pressekorrespondenz)
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