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Naher Osten:
Das Internationale Komitee der Vierten Internationale hat am 28 Februar
2007 folgende Resolution zur Lage im Nahen Osten angenommen.
I -- IMPERIALES FIASKO
- Die einvernehmliche Zustimmung der herrschenden Klasse in den Vereinigten
Staaten zum militärischen Feldzug der Regierung Bush nach dem 11. September
2001 selbst zum Einmarsch in den Irak bröckelt angesichts der Enttäuschung
über die Besatzung dieses Landes zunehmend. Dabei kreist die Diskussion im
US-amerikanischen Establishment jedoch nicht um die enorme strategische
Bedeutung der Kontrolle über die Golfregion und den Irak; denn darin
herrscht weiterhin Einigkeit. Diskutiert wird vielmehr, wie der Schaden der
Irak-Operation möglichst klein gehalten und gleichzeitig die langfristige
Einflussnahme Washingtons in diesem Weltteil gesichert werden kann.
Diskutiert wird weiter über die Art und Weise, wie mit dem Iran zu verfahren
sei. Das iranische Mullah-Regime wird von der Regierung Bush als islamisches
Gegenstück zu Venezuela unter der Führung von Hugo Chávez gesehen -- eine
Regierung, die sich auf den Spielraum stützt, den sie durch ihre
Erdölvorhaben genießt, um sich der Gängelung Washingtons und deren
regionaler Hegemonie zu widersetzen. Ein Teil des US-Establishments legt das
Gewicht stärker auf die Möglichkeit, einen Modus Vivendi mit Teheran zu
finden, und betont die Offenheit des iranischen Regimes gegenüber dem
Neoliberalismus, die sich deutlich von der in Lateinamerika stattfindenden
sozialen Radikalisierung abhebt.
- Die Bilanz der imperialistischen Expeditionen der Bush-Regierung seit den
Anschlägen auf US-amerikanischem Boden ist absolut katastrophal. Selbst in
Afghanistan sind heute die Taliban in der Offensive. Ein bedeutender Teil
des Landes befindet sich unter ihrer Kontrolle, und die Präsenz von
US-amerikanischen und verbündeten Truppenverbänden trägt wesentlich zur
erneuten Ausbreitung dieser Bewegung bei, von der Washington das Land
eigentlich "befreien" wollte. Das Leben der afghanischen Bevölkerung unter
der Herrschaft der islamisch-fundamentalistischen Warlords der Nordallianz
und der Bevormundung durch die westlichen Besatzungsmächte hat dazu geführt,
dass ganze Landesteile die Taliban zurückersehnen, während sich die
verlogenen Behauptungen, Afghanistan demokratisieren und modernisieren und
die afghanischen Frauen befreien zu wollen, in Nichts aufgelöst haben.
II - IRAK
- Im Wesentlichen zielte die imperiale Offensive aber gegen den Irak, und
das Debakel in diesem Land ist die schlimmste Niederlage der Bush-Regierung.
Ihr ursprünglicher, neokonservativer Plan sah vor, im Irak ein Regime mit
"demokratischem" Anstrich einzurichten, das über eine soziale Basis unter
der Mehrheit verfügt und von den Verbündeten Washingtons beherrscht wird.
Schon bald stellte sich heraus, dass diese Basis nicht existierte und die
herrschenden Kräfte unter den irakischen Schiiten, von denen erwartet wurde,
sie würden sich den Vereinigten Staaten am meisten erkenntlich zeigen,
proiranisch eingestellt waren. Das Scheitern dieses Plans bewog die
Regierung mangels verlässlicher Partner für ein echtes
"Irakisierungsszenario" des Konflikts dazu, auf die religiösen und
ethnischen Spaltungen unter Irakern zu setzen, um ihre Hegemonie zu
erhalten. Diese Praxis gab letztlich einer Dynamik des konfessionellen
Bürgerkriegs Auftrieb, die nach dem Februar 2006 (dem gegen SchiitInnen
gerichteten Attentat in Samarra) eine tragische Wende nahm, wobei allen
voran die Frauen von dieser Tragödie betroffen sind. Umgekehrt hat diese
Dynamik das Scheitern der Regierung Bush noch offenkundiger gemacht.
- Die Regierung Bush hat beschlossen, ihren Joker auszuspielen und auf eine
militärische Eskalation zu setzen, mit dem Ziel, die militärische Kontrolle
über die Hauptstadt Bagdad zu erobern und gleichzeitig den Hauptfeind, die
von Moqtada as-Sadr angeführte Strömung, zu isolieren. Für eine erfolgreiche
Umsetzung dieser Taktik müsste Washington den Zusammenhalt der schiitischen
Kräfte aufbrechen können. Gleichzeitig erhöht die Regierung Bush erheblich
ihren Druck auf die Regierung in Teheran und vervielfacht ihre militärischen
Drohgebärden, um den Eindruck zu erwecken, sie plane einen Angriff gegen den
Iran. Gewürzt ist das Ganze mit einer Regionalpolitik, die den Einfluss des
Iran begrenzen soll, indem die religiösen Spannungen zwischen SchiitInnen
und SunnitInnen im gesamten Nahen Osten geschürt werden. Das Vorgehen
Washingtons in diesem verbrecherischen Unterfangen ist mit den sunnitischen
arabischen Verbündeten, den erdölreichen Monarchien am Golf unter Führung
des ultra-fundamentalistischen, von Washington abhängigen saudischen
Königreichs sowie Ägypten und Jordanien abgestimmt. Die Frage des Irans als
Atommacht wird von Washington ausgenutzt, um seine Partner in der Region und
international aufzuschrecken. Dass dahinter imperialistische Absichten
stecken, ist umso offenkundiger, als Israel, der bevorzugte Bündnispartner
der USA, seit langem eine Atommacht ist, die im Gegensatz zum Iran nicht
einmal das Abkommen über die Nichtverbreitung von Atomwaffen unterzeichnet
hat.
- Die Politik der Regierung Bush kommt einer gefährlichen Flucht nach vorn
gleich. Das überrascht kaum seitens einer Regierung, die ihr politisches
Abenteurertum bereits unter Beweis gestellt hat, wofür sie heute von einer
wachsenden Mehrheit des Politestablishments in den USA kritisiert wird. Eine
andere wichtige Haltung innerhalb des Establishments wird von Baker und
Hamilton vertreten, die dazu aufrufen, einen Ausweg aus der Sackgasse, in
die die USA geraten sind, in erster Linie mit politischen Mitteln,
insbesondere durch Aushandlung eines Kompromisses mit dem Iran und Syrien,
zu suchen. Sie wollen so den Schaden begrenzen und versuchen, eine im
Vergleich zu den Vorstellungen von Bush und seiner Regierung etwas weniger
absolute, autoritäre Hegemonie zu festigen. Die Regierung Bush weist eine
solche Haltung als Ausdruck einer schweren Zurückweisung des seit ihrem
Machtantritt verfolgten Plans einer unipolaren Welthegemonie der Vereinigten
Staaten zurück.
- Die Ereignisse der letzten Monate haben eine von Anfang an in Erscheinung
tretende Charakteristik des irakischen "Widerstands" als einer Kraft
bestätigt, die nicht nur nationalen Widerstand gegen eine imperialistische
Besatzungsmacht leistet, sondern auch einen konfessionellen Bürgerkrieg
führt. Die bewaffneten Organisationen, die sich in den arabisch-sunnitischen
Regionen des Iraks gebildet haben, führen von Anfang an sowohl einen
legitimen Kampf gegen die Besatzung als auch einen reaktionären Kampf gegen
die Herrschaft der schiitischen Mehrheit. Seit einem Jahr verfolgt auch die
gegen die Besatzung kämpfende wichtigste Strömung unter den arabischen
SchiitInnen eine Strategie blutiger konfessioneller Vergeltungsmaßnahmen.
Der Plan von Moqtada as-Sadr, die irakischen Araberinnen in einer
gemeinsamen nationalistischen Opposition gegen die Besatzungsmacht zu
vereinen, scheint endgültig gefährdet. Die einzige Kraft, deren Kampf nach
wie vor die Unterstützung aller irakischen Gemeinschaften finden könnte, hat
klassenspezifischen Charakter: die Gewerkschaft der ErdölarbeiterInnen.
Deren Kampf ist umso wichtiger, als er im Zusammenhang mit dem wesentlichen
Anlass für den Einmarsch in den Irak steht, und er verdient die
Unterstützung der AntiimperialistInnen und der Arbeiterbewegung aller
Länder.
III - LIBANON
- Die israelische Offensive gegen die libanesische Hisbollah von
Juli/August 2006 ist im Rahmen der Absichten der Vereinigten Staaten zu
verstehen, den Einfluss des Irans auf den Nahen Osten zu brechen. Kaum hatte
die Regierung Bush den Einmarsch in den Irak beendet, schoss sie sich darauf
ein, den Iran zu attackieren, und wählte als bevorzugten Schauplatz für
diese Konfrontation den Libanon, wo zwei mit Teheran verbündete
Angriffsziele vorzufinden waren: die Präsenz Syriens und die Hisbollah. Im
Gegensatz zum Irak konnte Washington diesmal auf die aktive Mitwirkung
Frankreichs setzen. Die Unfähigkeit der libanesischen Verbündeten
Washingtons, mit der Hisbollah zurande zu kommen, bewog die Vereinigten
Staaten dazu, Israel mit der Erledigung dieser Aufgabe zu betrauen.
- Die israelische Offensive erlitt eine gewaltige Niederlage: Die Hisbollah
konnte nicht nur ihre Abschreckungskraft gegenüber Israel klar unter Beweis
stellen, sie konnte den Kampf sogar -- erstmals in der Geschichte der
israelisch-arabischen Kriege -- weit auf israelisches Territorium tragen.
Washington und Paris mussten auf den "Plan B" ausweichen und im Südlibanon
unter dem Deckmantel der UNO Nato-Streitkräfte (insbesondere aus
Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und der Türkei) einsetzen, um den
geeigneten Moment abzuwarten, wo diese die von Verbündeten der Vereinigten
Staaten und Frankreichs dominierte libanesische Regierung bei einem neuen
Versuch unterstützen könnten, die Hisbollah zurückzudrängen und zu
entwaffnen.
- Seither haben im Libanon die politischen Spannungen zwischen den
Verbündeten der USA und Frankreichs und jenen Syriens und des Irans
erheblich zugenommen. Qualitativ unterscheiden sich die Kräfte der
Opposition an der Seite der Hisbollah nicht von jenen der Mehrheit. Sie
kämpfen für eine Umverteilung der Macht zwischen Opposition und Mehrheit mit
dem Ziel, die Opposition an den Regierungsentscheidungen zu beteiligen. Die
soziopolitische Natur der Opposition zeigt sich deutlich durch die Art und
Weise, wie sie einer wirklichen Massenmobilisierung gegen das im Hinblick
auf die so genannte "Paris-3"-Konferenz über den Libanon und seine Schulden
angenommene neoliberale Programm ausgewichen ist. Der laufende Kampf zielt
also in erster Linie auf einen Kompromiss innerhalb der herrschenden Klasse,
obwohl die Opposition gleichzeitig die demokratische Forderung nach einem
neuen Wahlgesetz und vorgezogenen Parlamentswahlen erhebt. Trotzdem stachelt
die Regierung Bush ihre libanesischen Verbündeten zu einer unnachgiebigen
Haltung an. Ihre engsten Verbündeten verhalten sich sogar ausgesprochen
provokant und offenbaren damit Washingtons Wunsch, den Libanon in einen
Bürgerkrieg zu ziehen.
- Obwohl es sich bei der Hisbollah um eine fundamentalistische islamische
Organisation handelt, kann sie nicht mit terroristischen Strömungen des
islamischen Fundamentalismus auf eine Stufe gestellt werden. Die versuchte
Gleichsetzung von Hisbollah und Al Qaida seitens der Regierung Bush und
Israels ist entschieden zurückzuweisen. Die Hisbollah ist eine Massenpartei,
die durch ihren Widerstand gegen die wiederholten Angriffe Israels zum
wichtigsten bewaffneten Arm der schiitischen Bevölkerung im Libanon geworden
ist, der die armen Schichten mehrheitlich angehören. Der bewaffnete
Widerstand unter Führung der Hisbollah ist in diesem Sinn ein legitimer
Kampf, und die Organisation kann nicht auf dieselbe Ebene gestellt werden
wie die Fraktionen des "irakischen Widerstands". Für die libanesische Linke
ist es daher durchaus legitim, sich im Widerstand gegen Israel und die
imperialistischen Mächte mit der Hisbollah zu verbünden. Die internationale
antiimperialistische Linke hat die Pflicht, den libanesischen Widerstand
unabhängig vom sozialen und politischen Charakter seiner Führung und obwohl
er von der Hisbollah angeführt wird, politisch zu unterstützen, ohne auf die
Kritik am fundamentalistischen und konfessionellen Charakter dieser
Organisation und deren Haltung in sozialen und politischen Fragen zu
verzichten. Dennoch hat die Solidarität der internationalen
antiimperialistischen Kräfte und der Arbeiterbewegung in erster Linie der
libanesischen Linken und insbesondere ihrer wichtigsten Kraft, der selbst im
Widerstand engagierten Libanesischen Kommunistischen Partei, zu gelten.
IV - PALÄSTINA
- Die israelische Offensive gegen den Gaza-Streifen seit Juni 2006 ist Teil
derselben Regionalstrategie der Regierung Bush wie die Ereignisse im
Libanon, nämlich gegen den Iran und seine Verbündeten vorzugehen. Der Sieg
der Hamas bei den Parlamentswahlen im Januar 2006 wurde von Washington als
schwerer Rückschlag angesehen. Die Vereinigten Staaten übten daraufhin
sofort starken Druck auf die europäischen Verbündeten aus, um die neue,
demokratisch gewählte palästinensische Regierung auszugrenzen. Gleichzeitig
setzte Washington auch seinen palästinensischen Verbündeten Mahmud Abbas und
den im Fatah-Apparat dominanten rechten Flügel unter Druck, jeden Ansatz
eines Kompromisses und einer nationalen Einheitsregierung mit mir Hamas
abzulehnen. Die israelische Offensive hatte zum Ziel, eine solche Annäherung
zu verhindern.
- Das Bündnis mit der Hamas, einer sunnitischen
islamisch-fundamentalistischen Kraft, stellt für Teheran einen wichtigen
Vorteil dar, denn damit können die iranischen SchiitInnen ihren
Panislamismus unter Beweis stellen und die Versuche vereiteln, sie als
SchiitInnen gegenüber den SunnitInnen zu isolieren, die in der restlichen
arabischen Welt und im Islam deutlich überwiegen. Das ist neben der
unbeugsamen antiisraelischen Haltung, die Hamas und Hisbollah teilen, der
Grund, warum beide von Washington und Israel als vorrangiges Ziel angesehen
werden. Wie im Libanon scheiterte Israel auch beim Versuch, die Hamas in
ihrer wichtigsten Bastion, dem Gaza-Streifen, zu besiegen, was die
Wiederbesetzung dieses Abschnitts vorausgesetzt hätte, die militärisch und
politisch teuer zu stehen käme. Die Haupttaktik Israels bestand also darin,
von außen zuzuschlagen und gleichzeitig einen Bürgerkrieg unter
PalästinenserInnen zu schüren. Dafür wurden insbesondere die mit Washington
verbündeten Apparate innerhalb der Fatah mit Waffen versorgt und zur
Unnachgiebigkeit und Provokation angehalten. Die Rückschläge der Regierung
Bush bewogen die arabischen Verbündeten Washingtons, eher einen Kompromiss
zwischen den palästinensischen Fraktionen zu suchen, um Teheran daran zu
hindern, weiter Profit aus seiner Unterstützung der Hamas zu schlagen.
- Wie die Hisbollah ist auch die Hamas eine breit verankerte Bewegung, die
zum Ausdruck des Widerstandswillens wichtiger Teile der palästinensischen
Bevölkerung geworden ist. Ihr Ruf als aufopferungsbereite, ehrliche Kraft
sticht ab vom mafiösen Ruf des von der Fatah dominierten Apparats der
Palästinenserbehörde und deren Realität. Die programmatische Natur der Hamas
drückt sich aber in ihrer tiefen Unfähigkeit aus, eine Politik zu
formulieren, die den zionistischen Konsens durchbrechen könnte. Die Hamas
hat sogar lange dazu beigetragen, diesen Konsens herzustellen und zu
festigen, indem sie Selbstmordanschläge verübte, die unterschiedslos
israelische Zivilpersonen trafen. In gewisser Weise ist die Hamas der
"Lieblingsfeind" der zionistischen Rechten, die durch ihre militärischen
Provokationen und die Demütigung ihrer Gegner an der Spitze der
Palästinenserbehörde nicht unerheblich zu ihrer Stärkung beigetragen hat.
- Die antiimperialistischen Kräfte und die Arbeiterbewegung müssen das
Recht des palästinensischen Volkes auf freie Regierungswahl unterstützen und
energisch dagegen antreten, dass Israel, die Vereinigten Staaten und ihre
europäischen Verbündeten die Hamas-Regierung im Würgegriff halten. Sie
müssen sich mit dem legitimen Widerstand des palästinensischen Volkes gegen
die israelischen Angriffe solidarisieren, ungeachtet des Charakters der
führenden Kräfte dieses Widerstands. Ihr Priorität sollte aber darauf
liegen, solidarische Beziehungen mit den Organisationen der
palästinensischen Linken aufzubauen, die einen unabhängigen Kampf gegen die
mit Washington verbündete palästinensische Rechte und in der
palästinensischen Gesellschaft einen ideologischen Kampf gegen den
islamischen Fundamentalismus führen.
V - AUFGABEN
Die militärischen und politischen Rückschläge der imperialistischen
Offensive im Nahen Osten schaffen offensichtlich einen ausgesprochen
günstigen Rahmen, der eine energische Wiederbelebung der Antikriegsbewegung
erlaubt. Die Vereinigten Staaten sind heute in unterschiedlicher Weise in
Afghanistan, im Irak und in Palästina in drei Regionalkriege verstrickt.
Dazu kommt ein zur Zeit latenter Krieg gegen den Libanon. Gleichzeitig hat
sich die Regierung Bush auffällig in die Vorbereitungen eines Kriegs gegen
den Iran gestürzt und zögert auch nicht, ihre Militäraktionen auf weitere
Regionen auszudehnen, wie jüngst die Intervention in Somalia gezeigt hat.
Die Regierung Bush steht mit dem Rücken zur Wand da, doch wie ein wildes
Tier, das in die Enge getrieben wird, macht sie das nur noch gefährlicher.
Die Anstrengungen zum Aufbau einer starken Antikriegsbewegung, die sich für
die sofortige bedingungslose Einstellung der imperialistischen Expeditionen
einsetzt, müssen dringend verstärkt werden. Dafür sind folgende Forderungen
maßgebend:
- gegen jeden Angriff auf den Iran
- für den Rückzug der Besatzungstruppen aus dem Irak
- für den Rückzug der Interventionstruppen aus Afghanistan
- für den Rückzug der NATO-Truppen aus dem Libanon
- für ein Ende der Einmischung in innerpalästinensische Angelegenheiten und
die Aufhebung der Sanktionen gegen die PalästinenserInnen.
In diesem Kampf wird die Vierte Internationale bevorzugt Beziehungen mit
gewerkschaftlichen und politischen Kräften aufnehmen, die einen
fortschrittlichen Kampf in ihrer Region führen, und darauf hinarbeiten, eine
zugleich demokratische, feministische und antiimperialistische Linke im
Nahen Osten aufzubauen.
Übersetzt: Tigrib
Aus: Inprekorr Nr. 426/427 (Internationale Pressekorrespondenz)
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