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## Betreff : ***Inprekorr-l Nachrichtensammlung, Band 22, Eintrag 2
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Meldungen des Tages:
- Internationales Komitee der IV. Internationale: Bericht zur
internationalen Lage (Webmaster Inprekorr)
Message: 1
Date: Mon, 7 Jul 2008 23:52:57 +0200
From: "Webmaster Inprekorr" <webmaster@inprekorr.de>
Subject: [IPK] Internationales Komitee der IV. Internationale: Bericht
zur internationalen Lage
To: "Inprekorr-L" <inprekorr-l@lists.trilos.net>
Message-ID: <001301c8e07b$d1d0cb20$6401a8c0@DELL2>
Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-1"
Internationales Komitee der IV. Internationale:
Bericht zur internationalen Lage
Die Diskussion des Internationalen Komitees der IV. Internationale, das
Anfang März getagt hat, wurde durch einen Bericht eingeleitet, den François
Sabado, Mitglied des Exekutivbüros der IV. Internationale, am 1. März
gehalten hat. [1] Wir veröffentlichen hier die schriftliche Fassung seiner
Rede. [2]
Von François Sabado
Dieser Bericht stellt einige der in unseren Augen wichtigsten Züge der
internationalen Lage vor. Er geht nicht auf alle Fragen ein. Er ist
womöglich durch einen gewissen Eurozentrismus geprägt. Deshalb werden einige
Fragen nur teilweise beantwortet. . Ihm soll ein Bericht über die Probleme
beim Aufbau der Internationale und über die Themen des nächsten
Weltkongresses folgen.
Die internationale Lage ist durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt,
die seit Ende Sommer 2007 die Weltwirtschaft trifft. Der Ausbruch der Krise
stellt eine Wende in ihrem Verlauf dar. Diese ist bedeutsam, denn in ihr
laufen verschiedene Prozesse zusammen und sie erfolgt im Rahmen der
Veränderung der historischen Periode, wie sie zu Ende des 20. und Beginn des
21. Jahrhunderts eröffnet wurde; sie ist geprägt durch die kapitalistische
Globalisierung und ihre Widersprüche.
Hinsichtlich der Krise stützen wir uns auf die Arbeiten von F. Chesnais,
E. Toussaint und der Arbeitsgruppe Wirtschaft der LCR.
EINE BEDEUTENDE WENDE
Es handelt sich um eine Wende in dem Sinn des Endes eines Zyklus der
US-amerikanischen Wirtschaft, der mit dem Aufschwung von 2003 begann und
durch einen massiven Anstieg des Binnenkonsums, eine massive Verschuldung
auf der Grundlage sehr geringer Zinsen und gesunkenen Finanzierungskosten
geprägt war. Diese Mechanismen haben zur Spekulationsblase im
Immobilienbereich geführt. So wurde auch das die "Subprimes" geschaffen,
risikoreiche Kredite zu variablen Zinsen, die man den schwächsten Haushalten
gewährte. Zusammen mit der Finanzierung der Defizite durch ausländisches
Kapital und dem Fall des Dollars liegt darin einer der wichtigsten
Mechanismen für das US-Wachstumsmodell von 2003 bis 2008. Als aber 2005 die
Zentralbank Fed die Leitzinsen erhöhte, hat sie die Maschine zerstört und
die Zahlungsunfähigkeit und den Zusammenbruch von Millionen verschuldeter
Haushalte provoziert, was wiederum zum Zusammenbruch von zahlreichen
Kreditinstituten führte und das Bankensystem erzittern ließ. Denn der Kredit
bildet den Eckpfeiler des amerikanischen Wachstums. Um den Profit
hochzuhalten und regelmäßig fließen zu lassen braucht man eine dynamische
Nachfrage. Diese kann nicht von den Löhnen kommen, da sie von den
Unternehmern gekürzt wurden, aber auch nicht von den Binnenmärkten der
genügend entwickelten Schwellenländer oder von den Ausschüttungen, die an
die Aktionäre gehen, weil deren Volumen nicht ausreicht, um die Nachfrage zu
stützen. Der heutige Kapitalismus findet also diese Nachfrage in den
Krediten an die Privathaushalte. Dieser Prozess wurde in den USA bis auf das
Äußerste getrieben.
Wir haben es nicht nur mit einer Finanz- und Bankenkrise, sondern auch mit
einer Krise der Realwirtschaft zu tun. Die "Subprime"-Krise wirkt durch die
dem globalisierten Finanzsystem eigenen Mechanismen fort. Sie hat eine Krise
der Solvenz und der Liquidität hervorgerufen, die das ganze internationale
Währungssystem betrifft. Deswegen musste in den USA rasch Kapital
bereitgestellt werden -- der vom Kongress verabschiedete Plan für den
Wiederaufschwung sieht mehr als 168 Mrd. Dollar vor -, die Zinssätze wurden
gesenkt, was zu neuen Spannungen mit der Europäischen Zentralbank (EZB)
führte, ihrerseits die Zinsen zu senken. Doch reichen diese politischen
Schritte nicht aus, die Maschine wieder anzuwerfen.
Denn die Voraussagen über eine Rezession der US-Wirtschaft bestätigen sich
nach und nach. Der Immobiliensektor ist bereits zusammengebrochen. Auch
andere Länder wie Spanien, Irland oder Australien, die dieselben Mechanismen
für Immobilienkredite angewandt haben wie die USA, sind von der Krise
betroffen.
- In den USA geht die Wirtschaftsaktivität zurück;
- Die Wachstumsaussichten für die USA und Europa bewegen sich auf 1,5 -- 2 %
zu;
- Im Januar 2008 war die Bilanz der Schaffung von Arbeitsplätzen in der
US-Ökonomie negativ, die US-Wirtschaft hat in diesem Monat 17 000 Jobs
verloren;
- Im Bau- und Industriebereich wurden jeweils 27 000 bzw. 28 000 Jobs
vernichtet. Die Märkte rechneten mit der Schaffung von 70 000 Jobs. In
Frankreich wurden 2007 noch 300 000 Jobs geschaffen, aber in der Industrie
über 50 000 zerstört.
- In den USA wurden drei Millionen Haushalte Opfer von Zwangsversteigerung.
- Die angekündigten Umstrukturierungen führen zu zig Tausenden von
Entlassungen. Die ILO spricht von 5 Millionen neuen Arbeitslosen.
Die Kosten der Finanzkrise belaufen sich bislang auf zig Milliarden Dollar.
Die Krise des internationalen Finanzsystems führt zu einer Verengung bei der
Kreditvergabe und somit einem Nachlassen der Wirtschaftsaktivität. Das bei
den Großbanken geforderte Reinemachen -- das Aussortieren von faulen Titeln
-- trägt zur Verlangsamung bei.
Die Führung der US-amerikanischen Zentralbank Fed steht also vor einem
schwierigen Dilemma: Entweder senkt sie die Zinsen, schafft Liquidität und
kurbelt damit die Wirtschaft an, dann verstärkt sie die Defizite und die
Verschuldung und vergrößert den inflationären Druck und geht längerfristig
das Risiko ein, die Geldentwertung zu verstärken, ja einen heftigen Sturz
des Dollars hervorzurufen; dies ist ein reales Risiko, denn der Dollar hat
binnen fünf Jahren 25 % seines Wertes verloren und diese Entwertung erhöht
die Krisenrisiken; oder aber man versucht die Ungleichgewichte zu
verringern, dann muss man die Zinsen erhöhen, oder aber man reduziert die
Verschuldung, dann bremst man die Wirtschaftstätigkeit stark ab und gerät
erst recht in die Rezession.
Am Beginn dieser Krise steht, was Chesnais "eine sehr lange ununterbrochene
Akkumulationsphase" genannt hat, also eine weder durch Krieg noch Revolution
unterbrochene Kapitalakkumulation seit 1950. Dies ist die längste derartige
Phase in der Geschichte des Kapitalismus. Von Anfang an war der Kapitalismus
auch finanzgetrieben, es wurden also Profite akkumuliert, die nicht wieder
in die direkte Wert- und Mehrwertproduktion zurückgeführt wurden. Es gibt
zwei weitere Bereiche, die mit den Finanztransaktionen in Verbindung stehen
und die gleichermaßen in Wert gesetzt wurden: die privaten Pensionsfonds und
die mit der Ölrente verbundenen Geldflüsse.
Denn unter kapitalistischen Bedingungen wird die Warenproduktion fortwährend
durch die beschränkte Aufnahmekapazität der Märkte begrenzt. Wenn die
Produktion von Gütern und Dienstleistungen nicht mehr rentabel genug ist,
wird anderswo investiert: Für jeden in die Warenproduktion investierten
Dollar oder Euro sucht aber ein Vielfaches nach Anlagemöglichkeiten an den
Börsenplätzen, in Spekulationsfonds, in der Immobilienspekulation, im Gold,
in Geld- und Finanztransaktionen. Dahinter steht die Profitlogik der
kapitalistischen Akkumulation und des Privateigentums an Kapital und
Produktionsmitteln.
Ende der siebziger Jahre gab es auch die Wende der neoliberalen Konterreform
und später den Washingtoner Konsens, die zur sogenannten "kapitalistischen
Globalisierung" geführt haben. Dies ist eine Gesellschaft, die nicht allein
"durch die Herrschaft des Kapitals im Wirtschaftsbereich" geprägt ist,
sondern in der tendenziell alles zur Ware und die Wirtschaft immer stärker
vom Finanzkapital durchdrungen wird. Diese Globalisierung konnte ihr Ausmaß
nur durch die Wiedereingliederung von Russland, Osteuropa und China in den
kapitalistischen Weltmarkt und den dortigen Prozess der Restauration des
Kapitalismus erlangen. Dies hat das weltweite Wachstum des Kapitalismus
stark stimuliert, aber eines Kapitalismus, in dem die Widersprüche jener
Explosion des Finanzkapitals am Werk sind.
Aber diese Widersprüche stammen auch aus einem bestimmten Akkumulationstyp
der vergangenen dreißig Jahre, vor allem dem Sinken des Lohnanteils über
mehr als 20 Jahre, dem Sinken des Anteils am Reichtum, den die Arbeitenden
erlangen konnten. Plötzlich wird der Mehrwert, der schneller steigt als das
Volkseinkommen, von einer winzigen Schicht von Besitzenden, die immer
verwegener auf immer rentablere Platzierungen aus sind, in Beschlag
genommen. Daraus ergibt sich ein großer Liquiditätsüberhang, und die
Finanzkapitale lösen sich von der realen Wirtschaft und bekommen eine eigene
Logik. Das funktioniert so lange, bis der Abstand zur Realökonomie zu groß
wird -- dann kommt es zur Krise: Genau das passiert in den USA. Seit dem
neuen Jahrhundert gibt es den Widerspruch zwischen dem minimalen Wachstum
der Realökonomie (auch wenn es noch Wachstum gab) und der immer stärkeren
Expansion der Finanzwirtschaft. Das US-Wachstumsmodell ist an seine Grenze
gelangt und erschöpft sich nun.
NEUE INTERNATIONALE KRÄFTEVERHÄLTNISSE
Es handelt sich aber auch um eine Wende in dem Sinn, dass weltweit neue
Kräfteverhältnisse zwischen den USA, Europa und neuen Ländern wie China,
Indien, Brasilien, Russland, Indonesien, Südafrika oder Malaysia entstehen.
Die Krisen der 1990er Jahre haben fast nur die Schwellenländer betroffen:
die Krise in Mexiko 1994/95, die Krise in Ostasien 1997/98, die russische
Krise 1998, die brasilianische Krise 1999 und die Krise in Argentinien
2001/02. Diesmal ist die Krise nicht an der Peripherie, sondern im Zentrum
ausgebrochen.
Die Krise im Finanzsystem des Nordens ist so groß, dass es zu einer
Kapitalflucht an die Börsen von Indien, China und Brasilien kommt. Die
Länder des Nordens sehen sich gezwungen, die Rettung ihrer
Finanzinstitutionen durch Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds) des Südens zu
akzeptieren.
Diese Kapitalbewegungen zeigen in ihrer finanzgetriebenen Form auch
Veränderungen in der Realökonomie an:
- Die Veränderungen der letzten zehn Jahre in der Aufteilung des weltweiten
Bruttoinlandsproduktes, wonach sich der Anteil Chinas verdoppelt hat und von
6 % auf 12 % angestiegen ist. Sicherlich sind die chinesischen Statistiken
nicht zuverlässig: Im Dezember 2007 hat die Weltbank anerkannt, dass das
chinesische BIP bei Kaufkraftparität (wenn man also von einem bestimmten
Warenkorb ausgeht) überschätzt worden ist. Für 2005 soll das BIP nicht 8 819
Mrd. Dollar, sondern nur 5 333 Mrd. betragen haben. Das hat auch erhebliche
Konsequenzen hinsichtlich der Schätzung der Zahl der Armen, die um zig
Millionen höher liegen dürfte. Doch stellen die Zahlen die allgemeinen
Entwicklungstendenzen der chinesischen Wirtschaft nicht in Frage, die zu
einer Veränderung der Kräfteverhältnisse auf Weltebene führen.
- Der Anstieg der Wachstumsraten, die Zunahme der Produktion von Gütern und
Dienstleistungen und die Veränderungen in der internationalen Arbeitsteilung
sind offensichtlich. China, die "Werkstatt" oder "Fabrik" der Welt,
profitierte von einer Verlagerung eines Teils des weltweiten
Produktionsapparates, vor allem der USA, sowie der Zulieferwirtschaft.
Dieser Umbau hat gleichzeitig zu einer Stärkung des chinesischen
Kapitalismus geführt. China ist nun die dritte oder vierte Wirtschaftsmacht.
Bei den Exporten liegt es bereits nach Deutschland und den USA an dritter
Stelle. Bei den Informationstechnologien ist China die zweite Macht. Auch
wenn der Anteil des Binnenkonsums schwach bleibt, so gibt es aber einen
beeindruckenden Anstieg der produktiven Investitionen in fixes Kapital,
besonders in die Infrastruktur der Schlüsselsektoren der Wirtschaft, wobei
bei über 25 % Wachstum sogar das Risiko einer "Überhitzung" besteht.
- China erhält die meisten ausländischen Direktinvestitionen (ADI). Eine
Frage muss studiert werden, nämlich die nach dem Anteil des Kapitals der
chinesischen Diaspora aus Hongkong oder Taiwan oder dem Kapital der
US-Chinesen; offensichtlich kommt es zu einem Verschmelzen mit einheimischem
Kapital, was dem chinesischen Kapital insgesamt eine beträchtliche Macht
verschafft. Die Wachstumsraten von Indien und China bewegen sich zwischen 8
und 9 %, während sie in den USA und Europa bei 1,5 bis 2 % liegen. China
exportiert industriell gefertigte Produkte und häuft beeindruckend hohe
Währungsreserven an: Im Dezember 2007 lagen sie bei etwa 1 400 Mrd. Dollar.
Es hat einen Markt von 250 bis 300 Mio. Menschen.
Das wirtschaftliche Gewicht der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien,
China) entspricht potentiell dem der USA -- ich sage potentiell, denn es
handelt sich um vier nationale Ökonomien und nicht um eine einzige mit einem
einzigen Staat. Die von den asiatischen und den Ölstaaten angehäuften
Währungsreserven sind beträchtlich. Ende 2007 hielten die Schwellenländer
zusammen mehr als 4 600 Mrd. Dollar an Währungsreserven, während sie bei den
Industrieländern bei weniger als einem Drittel lagen. Die Handelsüberschüsse
und Währungsreserven der asiatischen Länder sind in Staatsanleihen, Aktien
und privaten Obligationen der USA angelegt. Sie finanzieren die
US-amerikanischen Defizite.
Natürlich darf man die Abhängigkeit der neuen Giganten der Weltwirtschaft
von der US-Ökonomie nicht unterschätzen. Diese spielt auch weiterhin die
Rolle einer Lokomotive der Weltwirtschaft. Sie produziert über 25 % des
weltweiten BIP; die 27 Staaten der EU machen zwischen 25 % und 30 % aus. Der
Markt der USA bleibt einer der wichtigsten Märkte für die chinesische
Produktion. Über 35 % des chinesischen BIP hängen von den Ausfuhren ab, auch
wenn einige Fachleute erklären, die Empfindlichkeit der chinesischen
Wirtschaft gegenüber den Ausfuhren nehme ab. Der chinesische Binnenmarkt
verfügt nicht über ausreichend Kapazitäten, um die chinesische Produktion
aufnehmen zu können. Eine große Rezession in den USA hätte unvermeidlich
Konsequenzen auf die Weltwirtschaft und auf China, selbst wenn sie begrenzt
wäre. Was aber mehr auf China lastet, sind die enormen Ungleichheiten, die
heftigen Spannungen zwischen Stadt und Land, die Armut, die sicherlich
zurückgegangen ist, aber immer noch bedeutend ist und mehrere Hundert
Millionen Menschen betrifft. Die Statistiken der Armut haben die Tendenz,
sie zu unterschätzen.
ZWEI ALTERNATIVE HYPOTHESEN
Doch es gibt eine neue Lage der Weltwirtschaft, die dazu führt, dass wir bei
der Analyse der Krise der Weltwirtschaft die Schwellenländer berücksichtigen
müssen.
Ein nicht unerheblicher Teil der Frage nach dem Ausgang der gegenwärtigen
Krise liegt in den Beziehungen zwischen Asien, den USA und Europa.
- Entweder zeigt sich in der gegenwärtigen Finanzkrise eine Überakkumulation
und Überproduktion in allen asiatischen Wirtschaften (China, Japan,
Südkorea, Taiwan, Indien), die eine allgemeine Verlangsamung der weltweiten
Nachfrage bringt, dann kann das zu einer allgemeinen Krise wie 1929 führen.
Die Grenzen des chinesischen Binnenmarktes, der Inflationsdruck (die
Inflation liegt zwischen 6 und 7 %), die Zunahme der Ungleichheiten, die
rasche Zunahme von Armutsherden, besonders auf dem Land, die Probleme mit
der Nahrungsmittelkrise, die Diktatur der chinesischen Kommunistischen
Partei, die eine gewisse Flexibilität der Strukturen verhindert, drängen
eher in Richtung Ausweitung der Krise. Aber es gibt auch eine andere
Hypothese.
- Oder der Rückgang der Nachfrage von außen wird durch eine Zunahme der
Binnennachfrage und neue Aufnahmefähigkeiten der chinesischen Produktion
durch den Binnenmarkt kompensiert und es gibt dadurch neue Möglichkeiten
eines Wiederanwerfens der Maschine der Wirtschaft. Das einzige Heilmittel
gegen die chinesische Überproduktion läge in einer Umorientierung der
wirtschaftlichen Aktivität von einem Wachstum der Exporte zu einem mehr
selbstzentrierten Wachstum. Würde es so kommen, dann könnte die Kombination
aus "Antikrisenmaßnahmen" der USA und Europas und den neuen asiatischen
Fähigkeiten die Krise noch im Zaum halten.
Jedenfalls müssen wir immer wieder ganz genau studieren, was in China
abläuft, vor allem weil es uns an Kenntnissen aus dem Innern fehlt und weil
die Traditionen und Verankerungen unserer internationalen Strömung sich vor
allem auf eine Reihe europäischer und lateinamerikanischer Länder
konzentrieren. Die Asienarbeit muss zu einer Priorität werden.
SCHLECHTERE KRÄFTEVERHÄLTNISSE FÜR DIE ARBEITENDEN
Die Achse der Weltwirtschaft ändert sich. Aber in diesen wirtschaftlichen
Prozessen zeigen sich Veränderungen im Panorama der Politik auf Weltebene
und Veränderungen im Kräfteverhältnis.
- Die neue Phase der kapitalistischen Globalisierung gehört zur langen Ära
der Kräfteverhältnisse, die sich global zuungunsten der Welt der Arbeit
entwickelt haben. Die seit Ende der 1970er Jahre laufende neoliberale
Dampfwalze hat, zusammen mit der Reintegration von Russland, den
osteuropäischen Ländern und China in den Weltmarkt, den herrschenden Klassen
neue Möglichkeiten verschafft, in die Initiative zu gehen. Die neoliberalen
Gegenreformen, die Deregulierung der sozialen Beziehungen und die Einführung
neuer Technologien führen durch die Flexibilisierung und Prekarisierung zu
einer Veränderung der Formen kapitalistischer Ausbeutung. Es gibt eine
beträchtliche Zunahme der direkten Konkurrenz von Arbeitenden im Rahmen des
Aufbaus eines Weltmarktes der Arbeitskraft.
- Darüber hinaus entsteht mit dem Wandel der Weltwirtschaft ein neues
Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit. Unter dem Gesichtspunkt des
globalen Kräfteverhältnisses läuft dieser Wandel in Ländern ab, in denen die
unabhängige Arbeiterbewegung in ihren gewerkschaftlichen und politischen
Formen strukturell schwach ist. In den USA gibt es Gewerkschaften, doch hat
es dort niemals eine Arbeitermassenpartei gegeben. Die durch den Stalinismus
angerichteten Zerstörungen haben die überlebenden oder neu entstandenen
Formen einer unabhängigen Arbeiterbewegung in Russland und Osteuropa
atomisiert. In Indien wie in China wurden zig Millionen Menschen in die
Arbeiterklasse geworfen, doch bislang verfügen sie über keine Vertretung.
Die Diktatur der KPCh hat die Entwicklung von unabhängigen
Arbeiterorganisationen bislang verhindert, auch wenn in China die Konflikte
und sozialen Auseinandersetzungen zunehmen, in denen sich erste Formen von
Zusammenschlüssen oder Gewerkschaften zeigen. In Indien ist die Lage viel
komplexer, denn in zahlreichen Bundesstaaten bestehen ehemals kommunistische
Organisationen, die sich früher an Moskau oder Peking ausrichteten.
Die Existenz und Entwicklung von unabhängigen gesellschaftlichen
Organisationen in Asien, besonders in Indien und China, sind entscheidend
für das weltweite sozio-politische Kräfteverhältnis. Das teilweise Entstehen
solcher Organisationen in einigen Ländern Osteuropas -- neue Gewerkschaften,
harte Streiks, die von einer neuen Generation von Arbeitenden geführt wurden
und das Neuentstehen einer politischen Linken, vor allem in Polen und
Russland, wie auch die gewerkschaftlichen Kämpfe in Slowenien -- müssen
aufmerksam verfolgt werden.
c) Aber trotz dieser Rückschläge und Veränderungen gelingt es dem
globalisierten Kapitalismus nicht, die Weltlage zu stabilisieren. Es gibt
keine neue Weltordnung:
- Zunächst aufgrund der inneren Widersprüche der kapitalistischen
Globalisierung, besonders den Grenzen der finanzkapitalistischen
Akkumulationsweise und den Risiken von Kriegen.
- Sodann wegen des fortwährenden sozialen Widerstands, von elementaren
Klassenkämpfen, Unruhen oder Aufständen gegen die Teuerung, Bewegungen
zugunsten der Kontrolle der Naturressourcen und demokratischen Rebellionen.
- Schließlich wegen der politischen Krisen. Krisen der bürgerlichen
Führungen, verbunden mit Krisen der politischen Repräsentation auf der
Linken und der Rechten, ja sogar institutionellen Krisen, die plötzlich
auftauchen. Die Ablehnung von Bush, die Unfähigkeit der großen Koalition in
Deutschland, der italienische Karneval und die Bocksprünge von Sarkozy
zeugen von diesen Phänomenen sogar in den imperialistischen Zentren.
USA STECKEN FEST
Diese neuen Konfigurationen auf der Ebene der internationalen Politik, wo
die Interessen einer geschwächten US-Bourgeoisie und die der europäischen
Mächte, die in der neuen internationalen Konkurrenz ihren Rang behalten
wollen, sich eher angleichen, führen beide in neuen Bündnissystemen
besonders gegen Indien und China zusammen. Das schließt keineswegs eine
aggressive Suche nach neuen Anteilen am Weltmarkt durch jede Bourgeoisie
einzeln sowie die Entwicklung von protektionistischen Spannungen in der
Weltwirtschaft aus, doch die politischen Bindungen zwischen den USA und der
Europäischen Union verstärken sich tendenziell. Die neuen Beziehungen
zwischen Frankreich unter Sarkozy und den USA unter Bush sind ein gutes
Beispiel für diese Veränderung. Chirac sprach sich noch gegen den Irak-Krieg
aus, Sarkozy ist dafür. Und in der Konfrontation mit dem Iran steht er in
vorderster Reihe. Die Rückkehr Frankreichs in die NATO und der Aufbau einer
europäischen Militärstreitmacht in diesem Rahmen verweisen auf die Art der
ablaufenden Neuorganisation.
Die USA stehen vor den Präsidentschaftswahlen (November 2008), die zu einer
Veränderung der Politik der USA führen könnten. Die große Frage für die USund
internationale Politik heißt: Kommt es zu einem Truppenabzug aus dem
Irak oder nicht?
Am wahrscheinlichsten ist die Fortsetzung der Besatzung, und dies aus
grundsätzlichen Erwägungen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet hat der
USA-Imperialismus seine Politik der militärstrategischen Ausbreitung
konsequent verfolgt. Wie Ernest Mandel bereits vor über zwanzig Jahren
dargelegt hat, ist der US-Imperialismus mit einem Widerspruch konfrontiert,
nämlich der Asymmetrie zwischen dem tendenziellen Niedergang seiner
Wirtschaft und Währung und der Hegemonie seines politisch-militärischen
Apparates, der von dem bedeutsamen Platz der Armee in der Wirtschaft
gestützt wird. Diese grundlegenden Tendenzen relativieren die Nuancen und
Differenzen zwischen Clinton, Obama und sogar McCain, auch wenn der Verlauf
des Wahlkampfes in den USA in gewisser Weise die Zersetzung des politischen
Systems der USA ausdrückt. Aber vor dem Hintergrund der Interessen und der
Politik der herrschenden Klassen der USA geht es darum, eine gewisse
wirtschaftliche Schwächung durch eine aggressive Militärpolitik zu
kompensieren, die sich in der Besatzung Afghanistans und des Irak, der
Konfrontation mit dem Iran und etwas schwächer mit Russland und China zeigt.
Diese Politik zielt auch auf eine "Rekolonisierung" bestimmter Länder ab, um
die Kontrolle von Rohstoffen wie dem Erdöl zu erhalten oder auszuweiten.
Doch militärische Überlegenheit bedeutet nicht unbedingt militärischen Sieg.
Der Begriff "neues Vietnam" wird von den US-Medien häufig bemüht, wenn sie
die Lage der US-Truppen in der Region beschreiben. Die Bush-Administration
hat sich dort politisch und militärisch festgefahren. Die USA können weder
den Krieg in Afghanistan noch den im Irak gewinnen. Israel hat seinen Krieg
gegen Libanon und die Hisbollah auch nicht gewonnen. Sie können im Iran
nicht einfach das "irakische Szenario" wiederholen. Die Spannungen zwischen
Russland, das aufrüstet, und den USA drücken auch auf die weltweiten
Beziehungen. Sodann entwickeln sich ganze Konfliktzonen wie in Pakistan,
Afghanistan oder einigen Regionen Afrikas, die nicht mehr kontrolliert
werden. Das schafft Ungewissheiten und Unsicherheiten in der internationalen
Lage mit einem beispiellosen Kriegsrisiko. Auch wenn die USA militärisch
betrachtet die Nummer eins bleiben, ist nach der unipolaren Weltordnung ein
multipolares Kräfteverhältnis im Entstehen.
In diesem Rahmen muss man die neuen sozialen und politischen Phänomene
betrachten, die nicht die Form von Klassenwidersprüchen und -polarisierungen
annehmen, die aber die Entwicklung der Weltlage prägen werden und die ich
hier nicht weiter ausführen möchte, wiewohl sie bedeutsame Konsequenzen
haben:
- Die ökologische Krise und die Konsequenzen der globalen Klimaerwärmung
zeigen sich bereits und könnten zu neuen -- ökologischen, sozialen und
menschlichen -- Katastrophen führen. Nous venons de tenir dans ces murs un
séminaire d'élaboration sur la question climatique...
- Die Existenz von Organisationen, Strömungen, Klans oder religiösen
Gruppen, die man natürlich in ihren Besonderheiten, aber auch als allgemeine
Tendenz analysieren muss. Darunter kann es fortschrittliche Strömungen
geben, doch die Mehrheit ist im Allgemeinen reaktionär. So zeigt es sich in
Pakistan oder Afghanistan. Es sei angemerkt, dass die Entwicklung von
religiösen Phänomenen auch die Länder des Zentrums betrifft: Sarkozy stellt
den Laizismus in Frage, in den USA nehmen die Evangelikalen zu usw.
Wir müssen auch die Tendenzen des Staatszerfalls in einer Reihe
afrikanischer Länder sowie das neuerliche Auftauchen anderer Krisen wie die
auf dem Balkan in unsere Überlegungen einbeziehen.
FOLGEN FÜR LATEINAMERIKA
Die festgefahrene Lage der USA hat internationale Auswirkungen, vor allem in
Lateinamerika. Keineswegs soll hier der Druck unterschätzt werden, den das
"Empire" nach wie vor auf diesen Kontinent ausübt, den es als seinen
Hinterhof betrachtet, woran erneut die Aggression Kolumbiens gegen Venezuela
und Ecuador erinnert. Auch müssen wir die möglichen Folgen einer
Weltwirtschaftskrise auf Lateinamerika mit einer möglichen Verschlechterung
seiner Position wegen sinkender Preise für Agrarexporte und Rohstoffe in
unsere Analyse einbeziehen. Die verschlechterte Position wird den Druck aus
dem Norden verstärken. In der gegenwärtigen Konjunktur müssen wir auch auf
die Fähigkeit der proamerikanischen Rechten auf dem Kontinent, und besonders
ihrer Avantgarde, dem Uribe-Regime in Kolumbien verweisen. Es gibt den "Plan
Columbia", und die Niederlage von Chávez beim Referendum des 2. Dezember
2007 verschafft dem US-Imperialismus gewisse Möglichkeiten zur Initiative,
was sich in den Versuchen, das Vermögen der venezolanischen Ölgesellschaft
PVDSA einzufrieren, oder aber in den Militärbasen in Paraguay zeigt. Die
Hilfen für die putschistische ("golpistas") oder die liberal-autoritäre
Rechte werden aufrecht erhalten. Die Amerikanische Freihandelszone (FTAA,
spanisch: ALCA) ist ein Misserfolg, doch wurden bilaterale Abkommen zwischen
den USA und einigen lateinamerikanischen Ländern geschlossen. Aber trotz
dieser Manöver und Entwicklungen der letzten Wochen in der
lateinamerikanischen Konjunktur zugunsten der USA, Kolumbiens und den
Kräften der reaktionärsten Rechten müssen wir die Schwächung der
Interventionsmöglichkeiten des US-Imperialismus auf dem Kontinent betonen.
Auf militärischer Ebene fällt es ihm schwer, im Irak und in Afghanistan zu
intervenieren und gleichzeitig Interventionen in Lateinamerika
vorzubereiten. Auch wenn die USA auch ihren Druck auf den Süden
aufrechterhalten, so ist unbestreitbar, dass ein neues Kräfteverhältnis
zwischen dem US-Imperialismus und einer Reihe wichtiger Länder
Lateinamerikas besteht, besonders zugunsten von zwei Gruppen.
Die erste Gruppe besteht aus Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay.
Sie profitieren von einer Phase wirtschaftlicher Entwicklung und der
Fähigkeit der Regierungen -- Lula in Brasilien, Kirchner in Argentinien,
Tabaré Vásquez in Uruguay -, ihre Massenbewegungen zu kanalisieren und zu
integrieren, oder genauer, erhebliche Teile ihrer Führungen, in Brasilien
besonders der Arbeiterpartei (PT) und des Gewerkschaftsbunds (CUT), in
Argentinien den politischen und gewerkschaftlichen Peronismus (auch wenn
Lula weiter rechts steht als Kirchner), so haben die herrschenden Klassen
dieser Länder einen neuen Manövrierspielraum bekommen, um zu verhandeln und
gegen den US-Imperialismus eine Reihe von wirtschaftlichen Zielen
durchzusetzen. Sie verfolgen auf eigene Rechnung und Weise neoliberale
Politikansätze, verbinden diese aber mit einer Reihe von "sozialen
Beihilfen".. Sie integrieren sich besonders über ihre Politik der Exporte
landwirtschaftlicher Produkte und ihre besonderen Beziehungen zum
internationalen Finanzsystem in den Weltmarkt. Diese Ländergruppe mit
Argentinien und Brasilien nimmt heute einen besonderen Platz ein.
Die zweite Gruppe von Ländern macht neue Erfahrungen mit einem partiellen
Bruch mit dem US-Imperialismus. Sie wird von Venezuela und in seinem Gefolge
Bolivien und Ecuador geführt, wobei Kuba Unterstützung leistet. Diese Länder
versuchen auf jeweils eigene Weise den Würgegriff der Verschuldung zu lösen,
die Hoheit und Kontrolle über die Naturressourcen wiederzuerlangen,
Sozialprogramme für Ernährung, Gesundheit und Bildung aufzulegen und gegen
den Druck der USA und europäischer Länder (vor allem Spaniens) Widerstand zu
leisten. Hinter diesen politischen und institutionellen Veränderungen steht
die Dynamik von sozialen und Massenbewegungen, die auf dem Kontinent
weiterhin aktiv sind. Dabei gibt es große Unterschiede; in Brasilien kam es
zu einem Rückgang des gesellschaftlichen Mobilisierungsniveaus. In
Argentinien besteht ein hohes Niveau von Kämpfen, gewerkschaftlichen
Organisationen und Verbänden, was sich auf der politischen Ebene aber nur
schwach fortsetzt. Die Wahlergebnisse der drei Wahlbündnisse der
trotzkistischen radikalen Linken sind über zwei Prozent nicht
hinausgekommen. In den bolivarischen [venezolanischen], ecuadorianischen und
bolivianischen Mobilisierungsprozessen konnten sich die sozialen Bewegungen
ein gewisses Maß an Eigenaktivität bewahren. In zahlreichen Ländern sind
diese Bewegungen mit den Fortschritten von radikal nationalistischen oder
revolutionären Strömungen verbunden.
VENEZUELA
Unter diesem Gesichtspunkt steht Venezuela im Rampenlicht. Der revolutionäre
Prozess ist weiterhin offen, doch Chávez steht an einer Wegscheide: Entweder
geht er voran und verbindet sich wieder mit den kämpferischsten Sektoren,
erfüllt die grundlegenden Forderungen der einfachen Bevölkerung -- dann wird
der revolutionäre bolivarische Prozess weitergehen und sich vertiefen; oder
aber er gibt dem Druck eines erheblichen Teils der Staatsbürokratie und der
Unternehmer nach, die sich teilweise auch innerhalb des bolivarischen Lagers
befinden und die den Prozess kanalisieren, mäßigen und blockieren wollen --
dann wird er die Unterstützung eines erheblichen Teils seiner sozialen und
politischen Basis verlieren. Die Interventionen einiger Gewerkschaftsführer
der UNT oder von Marea Socialista alarmieren uns über den gegenwärtigen Kurs
der Regierung. Aber auch hier ist alles in Bewegung.
In Bolivien beschleunigt sich die Krise; dort wird die Abstimmung über die
neue Verfassung, die von Evo Morales und der großen Mehrheit der Bevölkerung
der Arbeitenden, der Bauern und Bäuerinnen, der Indios und Indias verteidigt
wird, von der Rechten und den "weißen reichen Klassen", die in Santa Cruz
und den Ostprovinzen vorherrschen, nicht anerkannt. Die vier Ostprovinzen
haben bereits ihre Autonomie erklärt. Die Revolutionäre stehen an der Seite
der MAS von Evo Morales und kämpfen für die Durchsetzung dieser Verfassung
und die Befriedigung der wesentlichen Bedürfnisse der ärmsten
Bevölkerungsteile Boliviens.
Doch das Schlüsselland ist Venezuela. Käme es zu einer Niederlage des
bolivarischen Prozesses, dann hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf
Bolivien und Ecuador, von Kuba ganz zu schweigen. Der Rückzug von Fidel
Castro eröffnet eine neue politische Lage. Das Risiko einer direkten oder
indirekten Intervention besteht immer, was uns mehr denn je an unsere
Solidaritätsverpflichtungen für Kuba gegen den Imperialismus erinnert. Doch
wie Fidel sagte, besteht auch das Risiko, dass die Revolution von innen
verzehrt wird, und es beginnt nun eine Debatte über die Beziehungen zum
Markt, ob man dem chinesischen Weg folgen soll oder nicht, welchen Raum es
für revolutionäre und demokratische Ansätze gibt: Also zahlreiche
Fragestellungen, die wir verfolgen sollten.
SOZIALE WIDERSTÄNDE IN EUROPA ...
Obwohl Europa heute weniger Gewicht in der Welt hat und im wirtschaftlichen
Wettbewerb geschwächt wurde und politisch gelähmt ist, bleibt es ein
entscheidendes Terrain des Kampfes für die Verteidigung von Rechten und
sozialen Errungenschaften. Diese Politik hat im kapitalistischen Europa eine
Reihe von Konsequenzen, wo die wichtigsten europäischen Bourgeoisien, um
sich ihren Platz in der internationalen Konkurrenz zu sichern, das
"europäische Sozialmodell", also die Systeme sozialer Sicherheit, die
sozialen Rechte der Lohnabhängigen und die öffentlichen Dienste, frontal
angreifen. Diese Politik findet ihren konzentrierten Ausdruck im
"europäischen Grundlagenvertrag" von Lissabon, der in wesentlichen Zügen die
Vorgaben der "europäischen Verfassung" wieder aufnimmt, die 2005 vom
französischen und niederländischen Volk abgelehnt wurde. Sie wird durch die
Integration der osteuropäischen Länder verstärkt. Diese Integration führt zu
einem Abbau sozialen Errungenschaften und verschlechtert dadurch die
Arbeitsbedingungen insgesamt und das Leben der einfachen Bevölkerung in
diesen Ländern. In Frankreich haben die um die Sarkozy-Regierung
versammelten IdeologInnen offen erklärt, dass man das Programm des
Nationalen Widerstandsrates (CNR) von 1945 und alle sozialen
Errungenschaften seither zerstören müsse. Sarkozy hat erklärt, er wolle
"noch stärker reformieren als Margret Thatcher" -- aber noch gibt es weder
das Kräfteverhältnis noch die politischen Instrumente, um sein Programm
umsetzen zu können. Die Führungskrise der Bourgeoisie und die Krise der
politischen Repräsentation drücken auf das politische Leben zahlreicher
Länder. Den herrschenden Klassen gelingt es, Punkte zu machen, vor allem bei
der Durchsetzung von Abbaumaßnahmen in der Rentenversicherung und bei den
Pensionen bestimmter Berufsgruppen, beim Lohnabbau und der Infragestellung
von sozialen Rechten -- aber noch haben sie die Arbeiterbewegung nicht
geschlagen. In Ländern wie Frankreich, Italien oder Deutschland gibt es
gesellschaftlichen Widerstand. Es hat noch keine große Niederlage der
Arbeiterbewegung in Europa gegeben, die mit der Niederlage der britischen
Bergarbeiter Mitte der achtziger Jahre vergleichbar wäre. Wichtige Kämpfe
und größere Auseinandersetzungen liegen noch vor uns.
... UND DIE SCHWÄCHEN
Doch wir müssen drei Anmerkungen machen:
- Es handelt sich um defensive Kämpfe. Es gelingt ihnen nicht, den Lauf der
Gegenreformen zu stoppen oder gar umzudrehen. Sie treten in der Form von
isolierten Unruhen oder Teilkämpfen auf. Sie können die jeweiligen
Regierungen destabilisieren -- doch der Prozess der Gegenreformen wird
dadurch nicht wirklich aufgehalten.
- Die Kämpfe sind in Europa je nach Land sehr ungleich. Das
Klassenkampfniveau bleibt in Frankreich ziemlich hoch (man spricht in Europa
vom "französischen Ausnahmefall"); das gilt auch für Italien, wo es Ende der
neunziger Jahre und zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Reihe von
Generalstreiktagen der Gewerkschaftsbewegung und eine starke Antikriegs- und
globalisierungskritische Bewegung gab. Vor kurzem gab es einen wichtigen
Streik von Eisenbahnern in Deutschland, auch wenn er nicht die Unterstützung
der anderen Gewerkschaften oder größerer Teile der Gewerkschaftslinken
erfahren hat. In Spanien und Portugal liegt das Niveau der
gesellschaftlichen Kämpfe ziemlich niedrig. In den Ländern Nordeuropas
bleibt -- trotz ziemlich harter Angriffe -- die Lage unter der Kontrolle der
Regierungen und der Führungen der Gewerkschaftsbewegung; das Niveau der
Kämpfe ist ziemlich niedrig.
- Wir müssen betonen, dass in den Ländern, in denen es ein gewisses
Kampfesniveau gibt, die Lage widersprüchlich ist, denn es gibt einen
deutlichen Abstand zwischen dem Niveau der Kämpfe und dem des Bewusstseins.
Hier kann es zu Kämpfen oder teilweise Unruhen kommen, aber es gibt kein
organisches Anwachsen einer Welle von Klassenkämpfen (des allgemeinen
Kampfesniveau, der Zunahme der Mitgliedschaft in den Gewerkschaften und den
Arbeiterparteien, der für den Klassenkampf eintretenden politischen
Strömungen oder der Revolutionäre) wie Ende der sechziger oder Anfang der
siebziger Jahre in Europa, vor allem in Südeuropa. Die Auseinandersetzungen
finden nur schwerlich einen politischen Ausdruck in Form von Klassenkämpfen.
ZWEIERLEI LINKE -- FÜR ODER GEGEN KAPITALISTISCHE GLOBALISIERUNG
In der gegenwärtigen internationalen Konjunktur stehen die Linke, die
Arbeiterbewegung und die sozialen Bewegungen angesichts der kapitalistischen
Globalisierung vor zwei großen Möglichkeiten der Orientierung: sich entweder
dem neoliberalen Kapitalismus anzupassen oder (wie wir) Widerstand zu
leisten, den antikapitalistischen Kampf zu führen. In Frankreich haben wir
zur Bezeichnung dieser Lage die Formel von den "zwei Linken". Natürlich gibt
es in der Wirklichkeit mehrere Unterarten der "Linken", doch sind wir mit
einer fundamentalen Entscheidung konfrontiert -- entweder die
kapitalistische Globalisierung zu akzeptieren oder sich gegen sie zu wehren!
Die große Mehrheit der traditionellen Führungen der Arbeiterbewegung (ob
sozialdemokratisch, post-kommunistisch oder grün) oder in einigen Ländern
auch der bürgerliche Nationalismus haben sich für die Anpassung entschieden.
Dies ist das Ergebnis eines Integrationsprozesses in die bestehenden
Institutionen und das kapitalistische System. Doch dieser Anpassungsprozess
an die gegenwärtige kapitalistische Globalisierung führt zu qualitativen und
strukturellen Veränderungen all dieser politischen Gruppen, zu immer engeren
Verbindungen nicht nur mit den Institutionen, sondern auch mit dem Kapital.
Die Entscheidung des Internationalen Währungsfonds für Strauss-Kahn (einen
der führenden Politiker der französischen Sozialistischen Partei) legt
hiervon beredtes Zeugnis ab. Die Erfordernisse der kapitalistischen
Globalisierung führen dazu, dass sich der Manövrierspielraum für
gesellschaftliche Kompromisse zwischen den herrschenden Klassen und den
reformistischen Bewegungen beträchtlich verringert hat. Die großen Konzerne,
die Finanzmärkte und die Spitzen des Staates ermahnen die reformistischen
Führungen, den Rahmen, der durch die Jagd nach maximalem Profit und die
gestiegene Bedeutung des Finanzkapitals in der Weltwirtschaft abgesteckt
ist, zu akzeptieren. Die Sozialdemokratie verwandelt sich in einen
Sozial-Liberalismus. Aus sozialdemokratischen Parteien, die bei
Klassenkämpfen soziale Verbesserungen als Gegengabe für ihre Unterstützung
der kapitalistische Ordnung einforderten, sind "reformistische Parteien ohne
Reformen" und bisweilen sogar "Parteien der neoliberalen Gegenreform"
geworden. In Europa gibt die Europäische Union den Rahmen für die
Zusammenarbeit zwischen Christ- und Sozialdemokratie ab, die beide eine
Politik des Abbaus von Renten und Pensionen, die Zerstörung des Systems der
sozialen Sicherheit und der Öffentlichen Dienste umsetzen. Dies schließt
nicht aus, dass es zu einer Kombination von Hilfsprogrammen für die ganz
Armen -- etwa einem Mindesteinkommen oder dem Familienhilfsprogramm "Bolsa
Família" in Brasilien -- und Gegenreformen kommt, die den harten Kern der
Rechte und sozialen Errungenschaften der Arbeitenden angreifen.
Doch auf politischer Ebene sind die unterschiedlichen Wege am deutlichsten:
die Entwicklung der europäischen Sozialdemokratie zu einem "dritten Weg"
zwischen links und rechts, im (bislang in Italien und Frankreich erfolgten)
Aufruf, die historischen sozialistischen Parteien zu Parteien nach dem
Vorbild der US-amerikanischen Demokratischen Partei zu machen.
Ähnliches ist uns auch in Brasilien begegnet, wo die Arbeiterpartei (PT) in
nur fünfzehn Jahren den fast hundert Jahre langen Weg der historischen
Sozialdemokratie durchlaufen hat: Aus einer Klassenpartei hat sich die PT in
eine sozial-liberale Partei verwandelt. Eine solche Politik schließt
keineswegs Hilfsprogramme aus, die diesen Parteien eine soziale Basis
sichern können.
Die Entwicklung hin zum Sozial-Liberalismus ist eine allgemeine Tendenz. In
einer Reihe von Ländern ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Die
herrschenden Klassen brauchen im übrigen im politischen System die
Möglichkeit eines Wechsels zwischen links und rechts. Die sozial-liberalen
Parteien sind also keine bürgerlichen Parteien wie die andern.
"Links"schwenks zur Rettung der riesengroßen Interessen der bürokratischen
Apparate bleiben möglich. Dies ist bei der deutschen SPD der Fall, doch
stets innerhalb der Grenzen, die vom gegenwärtigen Weltkapitalismus
vorgegeben sind. Auf anderer Ebene bleiben natürlich Unterschiede zwischen
links und rechts, besonders in den Beziehungen zur einfachen Bevölkerung,
aber im allgemeinen erfolgt bei der Sozialdemokratie und ihren Verbündeten
ein Integrationsprozess in die kapitalistische Globalisierung und eine
"Rechtswende".
Eine Reihe von Kräften wie die kommunistischen Parteien, bestimmte
ökologische Formationen oder linksreformistische Parteien versuchen sich von
den sozial-liberalen Kräften abzuheben. Sie nennen sich "anti-neoliberal".
Das Problem ist, dass ihre eigene Integration in die Institutionen oder in
ein Bündnissystem mit nationalistisch-peronistischen oder sozial-liberalen
Kräften die KPen oder die Grünen dahin führt, es bei anti-neoliberalen
Bekundungen bewenden zu lassen, aber ganz eindeutig in parlamentarischen
oder in Regierungskoalitionen mit der linken Mitte oder der Sozialdemokratie
zu bleiben: Dies ist bei der Französischen Kommunistischen Partei (PCF), der
Partei "Die Linke" in Deutschland oder Rifondazione Comunista in Italien der
Fall.
EINE LINKE, DIE DEN BRUCH MIT DEM KAPITALISMUS WILL
Den anderen Pol auf der Linken stellen jene Kräfte dar, die die
kapitalistische Globalisierung ablehnen, Widerstand leisten und eine
antikapitalistische Orientierung verteidigen.
Unser Projekt, unsere Linke, das ist eine antikapitalistische Linke, eine
Linke mit revolutionärer Tradition, eine Linke des Bruchs mit dem
Kapitalismus. In diesem Rahmen können wir unserer Ansicht nach eine neue
Etappe beim Aufbau von breiten antikapitalistischen Parteien erreichen.
"Neue Epoche, neues Programm, neue Partei" haben wir zu Beginn und Mitte der
1990er Jahre gesagt. Wir denken, die kapitalistische Globalisierung und
deren eigene Widersprüche und der Auswirkungen auf die Entwicklung der
Arbeiterbewegung belegen, dass wir es mit einer neuen Epoche zu tun haben.
In einem gewissen Sinn bringt die gegenwärtige Krise des internationalen
Kapitalismus dem Projekt Fleisch. Es gibt mehr innere Widersprüche des
Systems, mehr offenen Raum durch die Entwicklung der traditionellen
Führungen nach rechts, immer wieder sozialen Widerstand in einer Reihe von
Ländern und die Entwicklung neuer linksreformistischer oder
antikapitalistischer Formationen. In dieser neuen historischen Periode geht
es nicht nur um das Problem des Aufbaus unserer Organisationen, es geht
vielmehr darum, sich den Perspektiven der Reorganisierung und der
Rekonstruktion der Arbeiterbewegung und der sozialen Bewegungen, der
Verbände und der Gewerkschaften neu zu stellen. Die Probleme der
Führungskrise stellen sich in ihrer vollen Breite: Bewusstsein,
Selbstaktivität, Erfahrung, Aufbau, Organisierung. Aus der Mitte der
Abwehrkämpfe heraus müssen wir ein neues Projekt, neue Forderungen und neue
Organisationsformen herausbilden und dabei das Beste aus der alten
Arbeiterbewegung übernehmen, das Schlechteste aber verwerfen.
Selbstorganisation und Selbstemanzipation in all ihren Formen sind die
entscheidenden Achsen für diese Wiederaufbauprozesse. Es stellt sich aber
auch das Problem des Aufbaus neuer antikapitalistischer Parteien Dies hängt
natürlich vom Umfang der revolutionären oder antikapitalistischen Kräfte ab,
es gibt keine weltweit oder für ganze Kontinente gültige Linie des
Parteiaufbaus. Nichts ist mechanisch, doch auf Grundlage der jüngsten
Erfahrungen vor allem in Brasilien (wobei der hohe Preis betont werden muss,
den wir in Brasilien bezahlt, aber auch das, was wir aus Brasilien gelernt
haben), in Italien und in Frankreich lassen sich die großen Linien für
Programm und Politik der neuen Parteien herausarbeiten.
NEUE ANTIKAPITALISTISCHE PARTEIEN
Wir wollen antikapitalistische Parteien aufbauen, die die gegenwärtige Krise
des Kapitalismus ablehnen und sich ihr widersetzen -- nicht um ihn zu
reformieren oder für einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz einzutreten
oder die Auswüchse des Neoliberalismus angreifen, um zum
Nachkriegskapitalismus zurückzukehren, sondern um die kapitalistische
Profitlogik anzugreifen. Wir brauchen ein neues Programm gegen die
kapitalistische Globalisierung. Ein antikapitalistisches Aktions- und
Übergangsprogramm, das die Sofortforderungen (Löhne, Beschäftigung,
öffentliche Dienste, Landverteilung, Kontrolle der natürlichen Ressourcen,
Feminismus, grundlegende ökologische Fragen), und die demokratischen
Forderungen (die Probleme der nationalen Souveränität der armen Bevölkerung
in den abhängigen Ländern, Indigena-Frage in Lateinamerika) mit
Übergangsforderungen verbindet, was auf die Notwendigkeit einer anderen
Verteilung der Reichtümer und eine Infragestellung des kapitalistischen
Eigentums in der Wirtschaft hinausläuft.
Die Umsetzung solcher Programme erfordert Regierungen im Dienste der
Arbeitenden, die durch Mobilisierungen und die Eigenaktivität der einfachen
Bevölkerung unterstützt werden.
Dieser Kampf (und heute ist dies ein entscheidender Kampf) impliziert die
Ablehnung jeglicher Teilnahme oder Unterstützung an sozial-liberalen
Regierungen, die die Staatsgeschäfte und die kapitalistische Ökonomie nur
verwalten. Das unterscheidet die Projekte der Parteien "Die Linke",
"Rifondazione Comunista" und der mit der Europäischen Linkspartei
verbundenen kommunistischen Parteien oder der Politik der Mehrheit der
Tendenz Sozialistische Demokratie (DS) in Brasilien.
Somit ist die Frage einer Beteiligung an einer solchen Art von Regierung
neuerlich zu einer Kardinalfrage der Regierungsstrategie in Europa sowie den
wichtigsten Ländern Lateinamerikas geworden.
Die Parteien, die wir aufbauen wollen, beziehen sich auf das, was Leo
Trotzki "ein gemeinsames Verständnis der Vorgänge und der Aufgaben" genannt
hat, nicht das gesamte Programm, nicht die gesamte Geschichte, sondern
strategische und programmatische Eckpunkte, die solide genug sind, um
mittel- und langfristig etwas aufzubauen. Wir gehen nicht von ideologischen
oder historischen Kriterien aus, um diese Parteien abzugrenzen, sondern von
zentralen Bezügen auf den Klassenkampf und das Beste der revolutionären
Traditionen, um ein Programm des Übergangs zum Sozialismus auszuarbeiten.
Wir wollen, dass diese Parteien pluralistisch sind und Orte des
Zusammenströmens und der Sammlung aller kämpferisch antikapitalistischen
Strömungen. Die revolutionären MarxistInnen bilden in diesen Parteien eine
Strömung. Doch müssen wir weiter gehen: Während eine Reihe von strategischen
und programmatischen Fragen offen bleibt, müssen wir das sozialistische und
kommunistische Projekt überprüfen und uns voll und ganz an der Debatte über
den Sozialismus des 21. Jahrhunderts beteiligen. Dies sind neue Formeln, mit
denen wir der neuen historischen Periode zu entsprechen suchen.
Diese Eckpunkte stellen die Grundlage der sich herausbildende neuen
antikapitalistischen Parteien dar -- der Neuen Antikapitalistischen Partei
in Frankreich, Sinistra Critica in Italien, der Rot-Grünen Einheitsliste in
Dänemark, des Linksblocks in Portugal, der PSOL in Brasilien oder anderer
Projekte, die in den kommenden Jahren entstehen werden. In diesem
Verständnis bereiten wir auch die Konferenz zu "Mai 68 -- Mai 2008" vor, die
in Paris stattfinden wird.
François Sabado ist Mitglied des Büros der IV. Internationale und der
nationalen Leitung der Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR, französische
Sektion der IV. Internationale)
Übersetzung aus dem Französischen: P. B. Kleiser
Aus: Inprekorr Nr. 440/441 (Internationale Pressekorrespondenz)
Nachdruck gegen Quellenangabe und Belegexemplar erwünscht
Bestellungen: Inprekorr, Hirtenstaller Weg 34, 25761 Büsum
E-Mail: vertrieb(at)inprekorr.de
Doppelheft: 4 EUR; Schnupperabo: Ein Vierteljahr für 5 EUR
Jahresabo: 20 EUR (Inland), 12 EUR (ermäßigt), E-Abo 50%
Artikel im CL-Datennetz: cl.medien.inprekorr
Artikel im Internet: http://inprekorr.de
[1] Siehe den Bericht [http://inprekorr.de/438-ik-tagung.htm] in
/Inprekorr/, Nr. 438/439, Mai/Juni 2008, S. 41.
[2] Die Zwischentitel wurden von der Redaktion der französischen /Inprecor/
hinzugefügt.
Inprekorr-l mailing list
Inprekorr-l@lists.trilos.net
http://lists.trilos.net/mailman/listinfo/inprekorr-l
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