|
Aus CONTRASTE Nr. 280 (Januar 2008)
Die emotionale Matrix
Ein verwirrendes Buch: Emotionen, im besonderen noch in ihren tiefen,
intensiven Formen (nach Lesart des Buches) steuern wesentlich das
Verhalten von Menschen. Daher müsse gesellschaftliche Veränderung dort
ansetzen. Das würde dann irgendwie zur Bildung eines großen Ganzen (der
rote Faden des Buches – es gibt irgendwas Höheres, dass durch die Einheit
von Geist und Gefühl entsteht) führen, wodurch die Welt sich zur
Nachhaltigkeit (ein Begriff aus der kalten Ökonomie) und zur
»machtfrei-demokratischen Selbstorganisierung« (Demokratie ist eine
Herrschaftsform, wie kann die machtfrei sein? – Zitat auf S. 88) wandele:
»Die Assoziation universeller Sinnbezüge wie Tao, Gott, Buddha, Allah etc.
mit intensiven Qualitäten von Mitgefühl bzw. Liebe befähigte die
‘Gläubigen’ oder ‘Wissenden’ dazu, sich sowohl von egozentrischen Impulsen
als auch von geltenden, doch lieblosen sozialen Normen und Erwartungen zu
befreien«.
In zusammenhangloser Form sind einzelne Erkenntnisse der Wissenschaft z.B.
zur Hirnforschung mit dubios esoterischen Verklärungen und dem ohnehin
inhaltlich beliebigen Nachhaltigkeitsdiskurs gefüllt. Als Quellen dieser
Gedanken werden vermeintliche Vorreiter der sozialen Ökologie benannt: der
schwer esoterische Johannes Heinrichs oder der zumindest umstrittene Rudolf
Bahro, während der international bekannteste Theoretiker einer Verbindung
von sozialer und ökologischer Umgestaltung, Murray Bookchin, den Autoren
offenbar unbekannt ist. Das mag daran liegen, dass Bookchin eine
emanzipatorische Sicht auf die Dinge versucht – wofür Bahro-Schüler und
Biedenkopf-Freund Hosang und seine Mitstreiter sicher nicht im Verdacht
stehen.
Jörg Bergstedt
Maik Hosang u.a.: Die emotionale Matrix, 2005, Ökom in München, 148 S.,
19,80 EUR
CONTRASTE ist die einzige überregionale Monatszeitung
für Selbstorganisation. CONTRASTE dient den Bewegungen als
monatliches Sprachrohr und Diskussionsforum.
Entgegen dem herrschenden Zeitgeist, der sich in allen
Lebensbereichen breit macht, wird hier regelmäßig aus dem
Land der gelebten Utopien berichtet: über Arbeiten ohne
ChefIn für ein selbstbestimmtes Leben, alternatives
Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
Neugründungen von Projekten, Kultur von "unten" und viele
andere selbstorganisierte und selbstverwaltete
Zusammenhänge.
Des weiteren gibt es einen Projekte- und Stellenmarkt,
nützliche Infos über Seminare, Veranstaltungen und
Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.
CONTRASTE ist so buntgemischt wie die Bewegungen selbst und
ein Spiegel dieser Vielfalt. Die Auswahl der monatlichen
Berichte, Diskussionen und Dokumentationen erfolgt
undogmatisch und unabhängig. Die RedakteurInnen sind selbst
in den unterschiedlichsten Bewegungen aktiv und arbeiten
ehrenamtlich und aus Engagement.
Die Printausgabe der CONTRASTE erscheint 11mal im Jahr und
kostet im Abonnement 45 EUR. Wer CONTRASTE erstmal
kennenlernen will, kann gegen Voreinsendung von 5 EUR in
Briefmarken oder als Schein, ein dreimonatiges Schnupperabo
bestellen. Dieses läuft ohne gesonderte Kündigung
automatisch aus.
Bestellungen an:
CONTRASTE e.V., Postfach 10 45 20, D-69035 Heidelberg, EMail:
CONTRASTE(at)t-online.de
Internet: http://www.contraste.org
Zusätzlich gibt es eine Mailingliste. An-/Abmeldung und
weitere Informationen unter:
http://de.groups.yahoo.com/group/contraste-list
Wenn Sie Ihr Abonnement für diese Gruppe kündigen möchten,
senden
Sie eine E-Mail an:
contraste-list-unsubscribe@yahoogroups.de
|