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New York Times beschreibt Propagandaapparat der US-Regierung
PR-Armee sorgt für passende Medien-News
Die Mechanismen der Propaganda, der medialen Manipulation und Desinformation im
Auftrag des Pentagon beschreibt derzeit die New York Times, die hierfuer
vertrauliche Regierungsunterlagen angefordert und analysiert hat. Besonders
bemueht hatte sich um den Aufbau dieses Systems Donald Rumsfeld, der "24
Stunden Propaganda" fuer die Durchsetzung der amerikanischen Interessen
gefordert hatte.
Der Bericht ueber das System und seine Mechanismen offenbart nicht wirklich
Neues: in Deutschland hatte der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eeenboom Ende
der 90er-Jahre beschrieben, wie von seiten des BND Bemuehungen lanciert wurden,
passende Informationen in den Medien zu platzieren, um die Oeffentlichkeit im
gewuenschten Sinn zu beeinflussen.
Beeindruckend ist allerdings der Umfang des Systems und die Breite, in der hier
gearbeitet wurde, unter anderem um den Irakkrieg der amerikanischen
Oeffentlichkeit zu "verkaufen".
Befragt wurde von der New York Times etwa der "Experte" John Garrett, der
diverse Male im US-Fernsehen auftrat ungeachtet der Tatsache, dass er als
Lobbyist der Ruestungsindustrie beim Beratungsunternehmen Boggs aktiv war.
Seinen Auftraggebern im Pentagon bot er im Zusammenhang seiner Fernsehauftritte
als Experte an "Bitte lassen Sie mich wissen, wenn es irgendwelche Punkte gibt,
die Sie behandelt oder heruntergespielt haben moechten."
Bei der New York Times selbst waren Beauftragte des Pentagon als Kolumnisten
beschaeftigt gewesen.
Bekannt wurde auch, dass etwa im Irak im Auftrag des Pentagon Zeitungsartikel
platziert worden waren.
Darueberhinaus fand ein Monitoring statt zur Auswertung der Ergebnisse der
Medienkampagnen des Pentagon.
Als "Koeder" fuer die Medien wurde unter anderem - wie auch Schmidt-Eenboom
ueber die Praktiken des BND berichtete - der exklusive Zugang zu militaerischen
und geheimdienstlichen Informationen eingesetzt.
Inwieweit und in welcher Form diese Kampagnen ihren Niederschlag auch in
europaeischen Medien fanden, ist bisher unklar.
Dass die "Lufthoheit" ueber die oeffentliche Meinung im Sinn psychologischer
Kriegfuehrung der US-Regierung und besonders dem Pentagon mindestens
genausoviel an Einsatz wert war, wie die der amerikanischen Luftwaffe, wird mit
der Recherche der New York Times ein weiteres Mal ueberdeutlich.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,548519,00.html
http://www.nytimes.com/2008/04/20/washington/20generals.html
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