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Der neue kalte Krieg gegen China - Beitrag Antje Vollmer
Westliche Lufthoheit unter Beweis gestellt
Nachdem sich in der Vergangenheit der Eindruck verbreitete, die fuehrenden
Politiker der Gruenen haetten ihren außenpolitischen Verstand verloren oder
aufgegeben zugunsten einer fast bedingungslosen Unterwerfung unter die
expaniseven und aggressiven geopolitischen Intentionen der NATO kommt ein
Beitrag von der frueheren Vizepraesidentin des Bundestags zur aktuellen
westlichen Kampagne gegen China ueberraschend. Zur Dynamik erklaert sie "China
unterschaetzte erheblich die Faehigkeiten westlicher Mediengesellschaften,
kollektive Hysterien und einen alle erfassenden Erregungszustand zu erzeugen."
Auch die MetaInfo-Redaktion war - auch wenn von ihr das Geschehen der
Mainstreammedien bereits eine Weile lang beobachtet werden - ueberrascht von
der massiven Kampagne gegen China, die nahezu ohne relevanten Realitaetsbezug
gefuehrt wurde.
Und ueber die Bereitwilligkeit mit der vom Publikum das verzerrte Gemisch von
Desinformationen und geballter Propaganda geschluckt wurde, das auf sehr
duennem Eis unbestaetigter oder deutlich parteiischer Berichte platziert und
aufgebaut wurde.
Es kann damit unserer Einschaetzung nach nicht davon ausgegangen werden, dass
die Kritikfaehigkeit der Bevoelkerung und ihr politisches Bewusstsein insgesamt
deutlich weiter entwickelt sind, als dies im vergangenen Jahrhundert in
Anbetracht der Propagandaerfolge der Nazis vor und nach ihrer Machtergreifung
1933 der Fall war.
Schlagkraft der Mainstreammedien unter Beweis gestellt
Die Schlagkrafrt der - inzwischen weitgehend gleichgeschalteten -
Mainstreammedien, die immer wieder zum Einsatz gebracht wird, wenn es daru
geht, in der Bevoelkerung unpopulaere politische Projekte - wie in der
Vergangenheit etwa den Jugoslawienkrieg oder spaeter Hartz IV -
durchzupeitschen, wurde aktuell wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Auch die Sueddeutsche Zeitung, die nun den kritischen Beitrag Antje Vollmers
veroeffentlichte, reiht sich ansonsten nahtlos ein in das bundesdeutsche
Propagandakonzert. Der Fortschritt gegenueber den eher
stumpf-holzschnittartigen Methoden der Nazis belegt sich durch das
vergleichsweise subtilere Verfahren, Propagandainhalte zu versetzen mit
gelegentlichen kritischen Beitraegen, die den Eindruck vermitteln, man habe es
nicht mit einem Propagandasprachrohr sondern mit differenzierter
Berichterstattung zu tun.
Solche kritische Differenziertheit endet in aller Regel wenn ein Thema
verhandelt wird, das es nicht zu eroertern sondern durchzusetzen gilt, bzw.
wenn ein Feindbild aufzubauen ist.
Feindbild China
Auch die Sueddeutsche Zeitung hatte in aller Nachhaltigkeit am Aufbau des
chinesischen Feindbildes mitgearbeitet..
Bei Teilen ihres Publikums war dies Feindbild bzw. das - seitens der westlichen
Medien aufgebaute - Bild der Lichtgestalt des Dalai Lama umstritten.
Darueberhinaus konnte die Kampagne und ihre Ergebnisse den deutschen
Handelspartnern Chinas nicht schmecken, und man sah sich veranlasst in dieser
Sache ein wenig zurueckzurudern.
Ob dies zur Folge hat, dass von seiten der Mainstreammedien und großen Teilen
der politischen Elite der BRD nun Abstand genommen wird von dem bisher
eingeschlagenen aggressiven Kurs gegen die neue Wirtschaftsgroßmacht China,
bleibt abzuwarten.
Es weisen inzwischen starke Indizien darauf hin, dass die Kampagne von langer
Hand geplant und arrangiert wurde.
Den fuehrenden Beteiligten dieser Kampagne ist offenbar der Neokonservative
John Ackerly ( http://www.savetibet.org/us/staff/index.php ) zuzurechnen. Die
von Ackerly gefuehrte Organisation hat ihren Sitz in Washington und ist eng
vernetzt mit der amerikanischen Regierung.. Aus der Vergangenheit wurde die
Unterstuetzung der CIA fuer tibetische Rebellen bekannt, die offiziell
eingestellt wurde, als man versuchte in den 70er-Jahren die Beziehungen zur
chinesischen Regierung zu verbessern.
Antje Vollmer bestaetigt den von der MetaInfo-Redaktion geteilten Eindruck, es
gehe bei der aktuellen antichinesischen Kampagne nicht um das Wohlergehen der
Tibeter, sondern um eine antikommunistische Stimmungsmache, die neues Wasser
auf die aggressive Aussenpolitik der Bush-Regierung lenken soll.
Darueberhinaus skizziert sie Optionen und Loesungsansaetze bzw. eroertert die
eigentliche Problematik, die sich mit dem aktuellen Konflikt verbindet.
Ungeachtet dieses aktuellen Beitrags erwartet die MetaInfo-Redaktion nicht,
dass sich der Einsatz des (aussen)politischen Verstands in den deutschen
Mainstreammedien / der deutschen Politik haeuft, sondern dass es sich dabei um
eine eher seltene Ausnahmeerscheinung handelt, die die Regel einer
propagandagesteuerten Berichterstattung und Politik bestaetigt.
Fuer die feindliche Konfliktpartei - die chinesische Regierung - ergibt sich
damit eine neue Lektion im Lernprozess, der sich mit ihrer Interaktion
gegenueber den Staaten des Westens verbindet: zwar sind sowohl die Oekonomie
als auch das Ansehen der Supermacht USA in rapidem Verfall begriffen.
Ungeachtet dessen verfuegen sie weiterhin global fast uneingeschraenkt ueber
eine doppelte Lufthoheit: die militaerische, also nahezu jeden Winkel der Erde
bombardieren oder mit Cruise Missiles verwuesten zu koennen.
Seltener hingegen zur Kenntnis genommen wird die andere Seite der
amerikanischen Lufthoheit: gelegentlich bekannt als "psychologische
Kriegfuehrung" handelt es sich letztlich um die Dominanz der Mainstream-Medien
in den westlichen Industrielaendern, außerhalb der USA in vielen Laendern
Europas, in Australien, Suedostasien, Indien und anderen "befreundeten"
Laendern.Realisiert meist durch verdeckte Interventionen,ueber
Kapitalbeteiligungen und Eingriffe der CIA, die bei Gelegenheit
Medien-Tycoonen, wie Springer, Berlusconi oder Murdoch mit Kapital und
anderweitiger Rueckendeckung in ihre dominierenden Positionen befoerderte.
Dies wird nun vermutlich auch von den Chinesen zur Kenntnis genommen und
reflektiert werden muessen
Man kann gespannt darauf sein, welche Lehren im Reich der Mitte aus dieser
Erfahrung gezogen werden.
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