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Liebe SiG-LeserInnen,
Sand im Getriebe Nr.65 steht im Netz - Titel: "Die Spitze des Eisbergs"
- u.a. mit Beiträgen zu den vielen aktuellen Skandalen des ganz normalen
Kapitalismus und mit einem Versuch von Giovanni Arrighi, den Eisberg
selbst zu analysieren.
Aber seht selbst: unter dem Vorwort steht die Online-Liste mit den
einzelnen Artikeln.
Alternativ steht das ganze Heft als PDF-Datei unter
http://www.attac.de/aktuell/rundbriefe/sig/
Außerdem wurde das EU-Heft in der Reihe "SiG-Bibliothek" aktualisiert:
"Die europäischen Attacs sagen Nein zum EU-Reformvertrag"
http://www.attac.de/aktuell/rundbriefe/sig/libs.php
Eine gedruckte Version der Bibliothek-Hefte, der Nr.65 und älterer
Nummern kann bestellt werden unter: sig-abo@gmx.de
Freude auf den Frühling
wünscht
für die SiG-Redaktion
Peter Strotmann
Vorwort
Endlich: Die Steueroasen fliegen auf, Attacs ureigenstes Thema wird zum
Thema des Mainstreams. - "Die Globalisierung der Finanzmärkte braucht die
Einführung eines internationalen automatischen Informationsaustauschs in
Steuerfragen sowie internationale Steuern, damit die Schere zwischen Arm
und Reich sich wieder schließt." Endlich: die Managergehälter werden
skandalisiert und mit ihnen die himmelschreienden Ungerechtigkeiten der
Einkommens- und Vermögensverteilung. Doch parallel dazu bewegt sich die
Walze der unendlichen Akkumulation des Kapitals unerbittlich voran:
Nokia, BMW, Siemens, Henkel - gerade die stärksten Unternehmen - machen
Rekordgewinne und können doch den Hals nicht voll kriegen. Sie greifen zu
Massenentlassungen und Betriebsverlagerungen, um die Rendite und den
"Shareholder-Value" weiter in die Höhe zu schrauben. Allerdings wächst
mit den Skandalen auch die Empörung und der Widerstand: Streiks werden
wieder populär und sind teilweise erfolgreich; die Wahlergebnisse deuten
ein Zerbrechen der alten, festgefahrenen politischen Strukturen an.
Es tut sich was im "alten Europa", und nicht nur dort.
Im Januar haben sich wieder die Reichen und Mächtigen der Welt in Davos
getroffen, um ihre geopolitischen Strategien zu besprechen. Die Stimmung
diesmal war eher apokalyptisch: Die globale Finanzkrise, der drohende
Abschwung der US-Konjunktur, die schwindende Gestaltungskraft von IWF und
WTO, die Verschiebung des Epizentrums der globalen politischen Ökonomie
nach Asien verdrängten die Siegesgewissheit der vorherigen Jahre.
Christian Felber unterzog auf der Gegenveranstaltung in Basel das gesamte
Paradigma des neoliberalen und imperialen Kapitalismus einer gründlichen
Kritik. "Was muss sich ändern? Alles. "Das Ganze ist das Falsche", sagte
Adorno. -Die Werte müssen sich ändern. - Die Anreizstrukturen der
Wirtschaftsakteure. - Die Institutionen. - Die Gesetze. -Die
Machtverhältnisse."
Martin Wolf stellte schon Ende 2003 in der Financial Times ängstlich
fest:»Sollte [Asiens Aufstieg] so weitergehen wie die letzten Jahrzehnte,
wird er die zweihundert Jahre währende Dominanz Europas und,
anschließend, seines riesigen nordamerikanischen Ablegers beenden. Japan
war lediglich der Vorbote einer asiatischen Zukunft. Das Land hat sich
als zu klein und zu sehr nach innen gerichtet erwiesen, um die Welt zu
verändern. Was nun folgt - allem voran China - wird sich als keins von
beidem erweisen. # Europa war die Vergangenheit, die USA sind die
Gegenwart und ein von China dominiertes Asien ist die Zukunft der
Weltwirtschaft. Diese Zukunft scheint gewiss. Die großen Fragen sind, wie
bald und wie reibungslos sie eintreten wird.« Als Chancen für die Dritte
Welt kennzeichnet Giovanni Arrighi die epochalen Veränderungen in der
Weltgesellschaft in den letzten Jahrzehnten. Er kommt zu dem Schluss,
dass die Verschuldung der USA beim Rest der Welt und die militärischen
Niederlagen in Vietnam und Irak den Abstieg der USA als Hypermacht
eingeleitet haben. Mit der Renaissance Chinas und Indiens ergäben sich
für die Länder des globalen Südens und ihren "Aufstand gegen den Westen"
neue Spielräume. Ein neues, diesmal ökonomisch unterfüttertes BandungB
ündnis der abhängig gehaltenen Länder beginne, Gestalt anzunehmen.
Wie diese neu entstehenden Spielräume durch die Bewegungen der
Weltsozialforen genutzt werden können, darüber wird leidenschaftlich
diskutiert. Einerseits betonen u. a. Chico Whitaker und Susan George den
langfristigen Charakter dieser Bewegung und fordern sie auf, zwei
strategische Bündnisse schmieden:
"Das erste betrifft das Nord-Süd-Verhältnis#.Das zweite Bündnis ist
zwischen den Vertretungen der Lohnabhängigen und den Umweltschützern zu
knüpfen." Andererseits wird an einem "post-altermondialistischen" Konzept
gearbeitet, das die Schwächen der Bewegung aufarbeitet und Alternativen
erarbeitet mit dem Ziel eines "Manifestes des 21. Jahrhunderts". Wir
dokumentieren die unterschiedlichen Ansätze.
Im Schweinsgalopp soll der Lissabon-Vertrag (die kosmetisch erneuerte EUVerfassung)
von den Parlamenten verabschiedet werden. Ziel der AbschminkOperation
war die Vermeidung von Referenden. Das EU-Establishment hat
Angst davor, dass der Inhalt des Vertrages - vor allem die Pflicht zur
Aufrüstung und die Bindung an die NATO und damit an die USA - breit
diskutiert wird. Dagegen hat sich in Österreich ein breites Bündnis
gebildet, das auch die "Beugung der Neutralität" beklagt und eine
Volksabstimmung verlangt:
"Nur über die Einbeziehung aller Menschen in die Entscheidungsfindung
kann ein anderes Österreich, ein anderes Europa entstehen. Kein Argument
wird dadurch richtig, indem es verheimlicht und die öffentlichen Debatte
verweigert wird und indem die Regierungen den Vertrag mit Täuschung
anstatt mit Überzeugung durchzusetzen versuchen" Von Nokia über den
permanenten Kampf gegen die Bahnprivatisierung bis zu den Zumutungen der
neoliberalen Denkfabrik der Bertelsmannstiftung: wir dokumentieren
Aspekte des alltäglichen Kapitalismus. Attac begann mit dem Ruf
"Entwaffnet die Märkte" und setzte den Kampf gegen die Steueroasen auf
die Agenda - wohl wissend, dass die Finanzmärkte und besonders die
Dreistigkeit, mit der die Reichen und Superreichen ihre Steuern
hinterziehen, nur die Spitze des Eisbergs sind. Auch die jetzt weit
verbreitete Empörung über die exorbitanten Managergehälter sollte nicht
ablenken von dem noch größeren Skandal, dass die großen Vermögensbesitzer
noch weit höhere, und zwar völlig leistungslose Einkommen beziehen als
die Manager, die bei ihnen angestellt sind. Sie beziehen dieses Einkommen
aufgrund ihres Eigentums an den Produktionsmitteln. Soll Gerechtigkeit
angestrebt werden, wird man die Eigentumsfrage stellen müssen. Darüber
wird in Attac intensiv diskutiert unter der Parole: "Die Eigentumsfrage
neu stellen".
Ab der nächsten Ausgabe werden wir diese Debatte dokumentieren.
Online-Index SiG 65 (29.02.2008)
Die Spitze des Eisbergs
%%% Vorwort %%%
http://sandimgetriebe.attac.at/6393.html
%%% Steueroasen %%%
Aktionsplan zur Schließung von Steueroasen
Attac Deutschland
http://sandimgetriebe.attac.at/6395.html
Internationale Steueroasen trocken legen!
Attac Österreich
http://sandimgetriebe.attac.at/6396.html
Attac Schweiz und die Erklärung von Bern sagen Nein zur Steuerreform
http://sandimgetriebe.attac.at/6397.html
%%% Weltsystem %%%
Der Aufstand gegen den Westen oder Der merkwürdige Tod des
Globalisierungsprojektes
von Giovanni Arrighi
http://sandimgetriebe.attac.at/6398.html
Wie Statistik die Weltwirtschaft verändert
von Branko Milanovic
http://sandimgetriebe.attac.at/6399.html
%%% Weltsozialforum %%%
Die Bewegung für eine Andere Welt - ein langfristiger Vorgang mit
zukunftsträchtigen Alternativen
von Chico Whitaker, Gustave Massiah, Jean-Marie Harribey, Susan George
http://sandimgetriebe.attac.at/6403.html
Schritte zu einem Manifest für einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts
von Memoire des luttes und Utopie critique
http://sandimgetriebe.attac.at/6404.html
Mächtige ohne Pflichten
von Birgit Wörishofer
http://sandimgetriebe.attac.at/6405.html
Was muss sich ändern? Alles!
von Christian Felber
http://sandimgetriebe.attac.at/6406.html
%%% EUropa %%%
Es gibt eine Kluft zwischen Völkern und Regierenden
von Christian Felber
http://sandimgetriebe.attac.at/6407.html
Wien: Menschenkette um das Parlament - Sa, 05.04.08, 15:00
Plattform Volxabstimmung über den EU-"Reform"vertrag
http://sandimgetriebe.attac.at/6408.html
Ein aufgezwungener Vertrag
attac Frankreich
http://sandimgetriebe.attac.at/6409.html
Die Ratifizierung des Vertrags von Lissabon wird verheerende Auswirkungen
auf das Vertrauen der Bürger in demokratische Prozesse haben
von Bernard Cassen
http://sandimgetriebe.attac.at/6411.html
"Neuer Zyklus der Lissabon-Strategie"
von Annette Groth
http://sandimgetriebe.attac.at/6412.html
%%% Der alltägliche Kapitalismus %%%
Nokia: Die Subventionsnomaden
von Rudolf Hickel
http://sandimgetriebe.attac.at/6413.html
Holding-Modell gefährdet Bahn
von Bündnis Bahn für Alle
http://sandimgetriebe.attac.at/6414.html
Handstreich gegen das Recht
von Winfried Wolf
http://sandimgetriebe.attac.at/6415.html
Privatisierung der Stadtwerke in Leipzig abgelehnt!
von Bürgerbegehren Leipzig
http://sandimgetriebe.attac.at/6416.html
Das Grundeinkommen in der Diskussion
von attac Schweiz
http://sandimgetriebe.attac.at/6417.html
Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Bertelsmann-Stiftung
von attac Bielefeld
http://sandimgetriebe.attac.at/6418.html
%%% Naher Osten %%%
Nicht in meinem Namen
von Felicia Langer
http://sandimgetriebe.attac.at/6419.html
Einladung zur internationalen Irak-Konferenz zum 5. Jahrestag des Krieges
7.-9. März 2008 in Berlin
http://sandimgetriebe.attac.at/6420.html
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Sandimgetriebe ät listen.attac.de
Zu Optionen und zum Austragen:
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