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X-tausendmal quer
Presseinformation
5. Dezember 2006
"Grüne lassen in der Atompolitik jede notwendige Radikalität vermissen."
Atomkraftgegner enttäuscht von den Ergebnissen des grünen Parteitags
Die auf dem Parteitag von Bündnis 90 /Die Grünen postulierte "neue
Radikalität" in der Umweltpolitik wird von AtomkraftgegnerInnen bei den
Positionen der Partei im Streit um die Atomkraft vermisst.
"In der Atompolitik lassen die Grünen jede notwendige Radikalität
vermissen", so Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten
Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer, "wer auch ein Jahr nach dem Ende
der rot-grünen Koalition die damals geschluckten atompolitischen Kröten
als Weisheit letzter Schluss verteidigt, unterscheidet sich nicht
wesentlich von der Status-Quo-Politik des SPD-Umweltministers Sigmar
Gabriel."
Während der von der Schröder-Regierung geführten Atomkonsens-Gespräche
mit den Stromkonzernen hatten die Grünen von weitgehenden Forderungen
für einen schnellen Atomausstieg Abschied genommen. Jetzt erklärt die
Partei zwar einerseits, dass die AKW-Betreiber mit ihren Anträgen auf
Laufzeitverlängerung den Atomkonsens einseitig aufkündigen, will aber
selbst an diesem Vertragswerk festhalten, dass den Weiterbetrieb der
Reaktoren in den nächsten 20 Jahren absichert. "Dass sich die Grünen
auch in der Opposition mit diesem schlechten politischen Kompromiss
abfinden und keinen zügigen Atomausstieg mehr anstreben, können wir beim
besten Willen nicht nachvollziehen", so Stay.
Auch beim Streit um die ungelöste Atommüll-Entsorgung sind die Grünen
weit von ursprünglichen Positionen entfernt. Sie sprechen zwar dem
Salzstock Gorleben jede Eignung als sicheres Endlager ab, wollen aber
das Moratorium im Bergwerk fortsetzen, statt die Forderung zu
unterstützen, dieses aussichtlose Projekt zu beenden.
Noch vor wenigen Wochen hatte der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer
sich an den Protesten gegen den Castor-Transport nach Gorleben
beteiligt. Jochen Stay: "Wer sich zuerst in unsere Demonstrationen und
Blockadeaktionen einreiht, dann aber unsere Hauptforderungen nach einem
wirklichen Atomausstieg und einem Ende des Endlagerprojekts in Gorleben
nicht mitträgt, macht sich bei vielen Menschen in der Anti-Atom-Bewegung
unglaubwürdig."
Bei Rückfragen:
Jochen Stay (Pressesprecher) 0170 / 93 58 759
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