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+ + + Pressemitteilung vom Bündnis "Bahn für Alle"
Berlin, den 3. März 2008
- Stopp Börsenbahn
- Aktive vom Bündnis „Bahn für Alle“ fordern SPD-Parteirat auf,
Holdingmodell zur Bahnprivatisierung abzulehnen
Mit großen Signalkellen und Bannern demonstrieren AktivistInnen vom
Bündnis „Bahn für Alle“ heute vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin, in
dem sich der SPD-Parteirat im Laufe des Tages mit den Plänen zur
Bahnprivatisierung befassen wird. Zwei Kletterinnen von ROBIN WOOD,
einem der Träger des Bündnisses, spannten am Gebäude ein Transparent mit
dem Slogan „Hört die Signale: Stopp Börsenbahn!“. Mit der Aktion fordert
„Bahn für Alle“ die Mitglieder des SPD-Parteirats auf, sich an den
Parteitagsbeschluss vom Oktober 2007 zu halten und der
Bahnprivatisierung - wie sie die Minister Tiefensee und Steinbrück mit
dem so genannten Holdingmodell planen - eine klare Absage zu erteilen.
Die SPD-Delegierten hatten am 27. Oktober 2007 in Hamburg den
Gesetzentwurf der Regierungskoalition zur Privatisierung der Deutschen
Bahn abgelehnt und beschlossen, eine Bahnprivatisierung ausschließlich
in Form von Volksaktien zuzulassen. Private Investoren dürften keinen
Einfluss auf die Unternehmenspolitik erhalten, Netz und Betrieb dürften
nicht getrennt werden. Die Gewährleistung von Mobilität durch die Bahn
sei eine Aufgabe der Daseinsvorsorge des Bundes. Sollte hierüber mit dem
christdemokratischen Koalitionspartner keine Einigung gefunden werden,
müsste ein Sonderparteitag über andere Lösungen beschließen.
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Finanzminister Peer
Steinbrück (SPD) haben inzwischen ein Holdingmodell ausgearbeitet, über
das heute dem Parteirat berichtet wird. Dieses Modell steht in krassem
Widerspruch zu dem Parteitagsbeschluss, denn es trennt die Infrastruktur
vom Verkehrsbetrieb. Letzterer soll an private Investoren unter
Gewährung des vollen Stimmrechts verkauft werden.
„Vorstand und Fraktion der SPD versuchen, ihre Parteibasis von der
Entscheidung über das größte Privatisierungsvorhaben in der Geschichte
der Bundesrepublik auszuschließen. Deshalb wurde dieses wichtige Thema
auf der Tagesordnung in die „Berichte“ verschoben“, sagt Monika Lege,
Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD. „Das Holdingmodell widerspricht dem
Parteitagsbeschluss. Wer dennoch daran festhält, braucht die Zustimmung
eines Sonderparteitags.“
Zwei Drittel der BundesbürgerInnen lehnen eine Bahnprivatisierung ab.
Auch SPD-AnhängerInnen sind mehrheitlich dagegen. So sprachen sich bei
einer Forsa-Umfrage im September 2007 65 Prozent der befragten
SPD-AnhängerInnnen dagegen aus, dass die Deutsche Bahn teilprivatisiert
wird.
„Bahn für Alle” ist ein Bündnis von 15 Organisationen aus
Globalisierungskritikern, Umweltorganisationen, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften und setzt sich ein für eine
verbesserte Bahn in öffentlicher Hand. Träger des Bündnisses sind Attac,
Bahn von unten, BUND, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Eurosolar, Grüne
Jugend, Grüne Liga, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid,
NaturFreunde Deutschlands, ROBIN WOOD, Umkehr, VCD Brandenburg und Verdi.
Für Rückfragen:
Monika Lege, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin, Tel. 0160 / 96 34 72 27 (vor
Ort), verkehr@robinwood.de
Carl Waßmuth, Attac, Tel. 0179 / 77 24 334
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22,
presse@robinwood.de
Stefan Diefenbach-Trommer, Bahn für Alle, Tel. 06421 / 933 050
Weitere Infos unter:
www.DeineBahn.de und www.robinwood.de
Druckfähige Fotos der Aktion zum Download unter:
www.deinebahn.de/channel/54.html
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