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+ + + Pressemitteilung vom Bündnis "Bahn für Alle" + + +
Frankfurt am Main, 13. Februar 2008
- Holding-Modell ignoriert SPD-Beschluss
- Umstrukturierung ohne demokratische Kontrolle
- Bund zahlt drauf, Private profitieren
"Das von Mehdorn, Tiefensee, Steinbrück und Freunden geplante
Holding-Modell steht in krassem Widerspruch zum Beschluss des
SPD-Parteitags vom 27. Oktober 2007 und zum gemeinsamen Beschluss der
Gewerkschaften Transnet und GDBA vom 13. November 2007", hat Monika Lege
vom Bündnis "Bahn für Alle" kritisiert. Der Parteitag hatte gefordert,
dass Private keinen Einfluss auf die Deutsche Bahn AG erhalten dürfen
und der Konzern nicht zerschlagen werden dürfe.
"Offensichtlich wird ein Verkauf über normale Stammaktien vorbereitet.
Private erhalten so Einfluss auf die Bahn und indirekt auch auf die
Infrastruktur-Schwester der Transportholding", sagte Lege,
Verkehrsreferentin der Organisation Robin Wood, einem der 15 Träger des
Bündnisses. Die Aufspaltung der DB AG werde am Ende des Prozesses
stehen. "Auch ein Vertrag zwischen Bund und DB AG sichert den
integrierten Konzern nicht", sagte Lege.
Beim Verkauf von Anteilen an der geplanten Transportholding zahle der
Bund drauf, die privaten Käufer profitierten: "Vom Verkaufserlös geht
nur ein kleiner Teil an den Bund, der jährlich ein Vielfaches davon der
DB AG als Zuschüsse zur Verfügung stellt", erklärte Lege. "Der Großteil
der Einnahmen bleibt bei der DB AG und fließt auch an die
Transporttochter und somit in die Taschen der privaten Käufer zurück."
Der Finanzminister und stellvertretende SPD-Vorsitzende Steinbrück und
der Verkehrsminister und SPD-Vorstandsmitglied Tiefensee müssten sich
undemokratisches Handeln vorwerfen lassen, wenn sie "mit konkreten
Ausarbeitungen zum Holding-Modell klammheimlich am Parteitagsbeschluss
sägen".
Lege forderte: "Alle Unterlagen zum Holding-Modell müssen auf die Tische
der Parlamentarier - insbesondere Details über die neue
Unternehmensstruktur, Vertragsentwürfe und Rechtsgutachten. Die
Abgeordneten müssen wissen, wer die Investoren sind und welche
Interessen sie verfolgen."
Um ihre hoch gesteckten Renditeziele zu erreichen, würden private
Miteigentümer den Personenfernverkehr und den Güterverkehr auf
hochprofitable Strecken zusammenstutzen oder öffentliche Zuschüsse
fordern, sagte Lege. "Die Investoren werden auf niedrige Trassenpreise
und Ausbau nur in ihrem Interesse drängen. Sie werden Investitionen und
Lohnkosten sparen, um Profite zu steigern. Wir brauchen stattdessen eine
Bahn in vollständigem öffentlichen Eigentum, deren Unternehmensziele neu
ausgerichtet werden."
"Bahn für Alle" ist ein Bündnis von 15 Organisationen aus
Globalisierungskritikern, Umweltschutzverbänden, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften und setzt sich ein für eine
verbesserte Bahn in öffentlicher Hand. Träger des Bündnisses sind Attac,
Bahn von unten, BUND, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Eurosolar, Grüne
Jugend, Grüne Liga, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid,
NaturFreunde Deutschlands, Robin Wood, Umkehr, VCD Brandenburg und Verdi.
Informationen im Internet:
http://www.DeineBahn.de
Druckfähige Fotos zum Download:
http://www.deinebahn.de/channel/54.html
Für Rückfragen:
* Monika Lege (Robin Wood), Telefon 040 / 380 892 12 (Rufumleitung)
--
Ute Bertrand
ROBIN WOOD e. V., Pressesprecherin
Nernstweg 32, 22765 Hamburg
Tel. +(0)40 380 892-22; Fax: -14
Ute.Bertrand@robinwood.de
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