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+ + + ROBIN WOOD-Pressemitteilung + + +
Berlin, den 31.1.08
- Regenwald und Bergkaribus in Kanada vor dem Aus
- ROBIN WOOD übergibt der kanadischen Botschaft rund 4.500 Protestbriefe
ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren heute vor der kanadischen
Botschaft in Berlin gegen die Zerstörung des Regenwaldes in der
kanadischen Provinz British Columbia. Die UmweltschützerInnen brachten
zwei lebensgroße Stoff-Karibus mit und spannten ein Transparent mit der
Aufschrift "Save the Inland Rainforest of Canada" ("Rettet die
Inland-Regenwälder Kanadas"). Botschaftsvertreterinnen überreichten sie
rund 4.500 Unterschriften, die sie in den vergangenen beiden Monaten
unter einem Protestbrief an den Premier der Provinz British Columbia
gesammelt hatten. ROBIN WOOD fordert einen sofortigen Einschlagstopp in
allen über 140 Jahre alten Urwaldbeständen in der Region. Kanada ist der
viertgrößte Zellstofflieferant der deutschen Papierindustrie.
Früher lebten die Bergkaribus zu Zehntausenden in den Bergregionen
westlich der Rocky Mountains. Heute ist die Zahl dieser ausschließlich
in British Columbia vorkommenden Rentiere auf etwa 1.800 Exemplare
geschrumpft. Die Hauptursache für ihr Aussterben ist das Abholzen der
Regenwälder in den Bergtälern. Zweimal im Jahr halten sich die in
Herden lebenden Bergkaribus in diesen einzigartigen Waldgebieten mit
ihren bis zu achtzig Meter hohen und über tausend Jahre alten
Baumgiganten auf. Nur hier finden sie Nahrung und Schutz in den Wochen
vor und nach dem Winter.
Im Oktober 2007 hat die Regierung der Provinz British Columbia einen
Plan zum Schutz der Bergkaribus angekündigt. Darin ist zwar von sehr
großen Waldgebieten die Rede, in denen künftig keine Holznutzung
stattfinden soll. Allerdings liegen diese Schutzflächen fast alle in
Wäldern, an denen die Forstindustrie ohnehin keinerlei
holzwirtschaftliches Interesse hat. Nur maximal ein Prozent der
wirtschaftlich nutzbaren Wälder - und das sind vor allem die Regenwälder
- soll künftig vom Kahlschlag verschont bleiben, 99 Prozent dürften
weiterhin zerstört werden.
"Ein Plan zum Schutz der Bergkaribus, der die Waldzerstörung nicht
stoppt, ist nutzlos", so Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD.
"Wir fordern die Provinzregierung von British Columbia auf, die letzten
ursprünglichen Regenwaldgebiete in dieser Region unter Schutz zu
stellen, um die einmalige Flora und Fauna zu erhalten."
Geschieht dies nicht, werden nicht nur die letzten Bergkaribus
aussterben, sondern auch viele Pflanzen, vor allem Flechten, die mit
einer ungewöhnlich hohen Artenvielfalt in diesen Wäldern vorkommen.
Für Rückfragen:
Rudolf Fenner , Waldreferent (vor Ort), Tel. 0160 / 96 34 72 27,
wald@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Der Protestbrief und ausführliche, aktuelle Hintergrundinformationen
unter: www.robinwood.de
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