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Dresden, den 17.01.2008
Die Rotbuche ist tot, der Widerstand gegen die Waldschlösschenbrücke
aber ist lebendiger als je zuvor
ROBIN WOOD dankt allen UnterstützerInnen der Baumbesetzung in Dresden
ROBIN WOOD hat heute bei einem Pressegespräch in Dresden -- trotz der
Fällung der rund einen Monat lang besetzten Buche - eine positive Bilanz
der Aktion gezogen und allen UnterstützerInnen gedankt. Mit der
Baumbesetzung ist es gelungen, den ausdauernden, massiven Protest gegen
die Waldschlösschenbrücke weit über die Landesgrenzen hinaus öffentlich
zu machen und zu zeigen, wie sehr den Menschen der Erhalt der Bäume und
der Natur im Elbtal am Herzen liegt. Sachsens Ministerpräsident Georg
Milbradt (CDU) hat sich aufs Neue blamiert. Er und seine
ParteikollegInnen stehen vor der Weltöffentlichkeit als Betonköpfe und
Banausen dar, die das kulturelle Erbe der Menschheit einer Autobrücke
über die Elbe opfern. Der politische Preis, den Milbradt für die
Durchsetzung dieses Unsinnsprojekt zu zahlen hat, ist durch die Aktion
weiter gestiegen. Die Bürgerinitiative "Welterbe erhalten" dankte ROBIN
WOOD und stellte -- als Symbol für den wachsenden Widerstand - eine
Dresdner Buche aus dem Jahr 1989 auf, auf der eine Friedensfahne gehisst
und eine Miniatur-Holzplattform hochgezogen wurde.
Tausende DresdnerInnen hat die Baumbesetzung so beeindruckt, dass sie
sie auf Jahre nicht vergessen werden. Viele waren aufgewühlt und haben
geweint, als die Buche am Dienstag in einer Nacht- und Nebelaktion durch
ein Sondereinsatzkommando der Polizei geräumt und gefällt wurde. Um
Proteste gegen Räumung und Fällung möglichst zu unterbinden, hatte die
Polizei das Stadtviertel großräumig abgeriegelt. Während des
Polizei-Einsatzes wurden friedliche TeilnehmerInnen einer Kundgebung am
Baum durch Reizgas, Schläge und Tritte verletzt. Ein MDR-Journalist
erlitt eine Zerrung. Auch eine ROBIN WOOD-Aktivistin, die sich im Baum
angekettet hatte, wurde unter Missachtung von Sicherheitsvorkehrungen
aus ihrer Verankerung entfernt. "Die Räumung durch die Polizei war sehr
schmerzhaft, aber am meisten schmerzt mich der Tod der Buche", sagt
Susanne Kühn, eine der BaumbesetzerInnen.
Polizei und verantwortliche PolitikerInnen hatten es offenbar eilig, die
Räumung und Fällung abzuschließen. Zeugen und Widerstand dagegen sollten
möglichst unsichtbar bleiben.
"Hier in Dresden hat eine Regierung Angst vor ihrem eigenen Volk. Anders
ist der überzogene Einsatz nicht zu erklären", sagt Sandro Knauß, ein
weiterer Baumbesetzer. Zu dem Polizei-Einsatz wird es am kommenden
Montag eine Anhörung im Landtag geben.
Während der wochenlangen Besetzung war die Unterstützung aus der
Bevölkerung enorm. "Es war die praktische Hilfe und vor allem der
Zuspruch, der uns hat so lange durchhalten lassen", sagt Sara-Ann
Lampmann von ROBIN WOOD. Kinder haben unter dem Baum ein Ständchen
gesungen, Unterschriften für seinen Erhalt gesammelt und Bilder gemalt.
Viele DresdnerInnen haben in Diskussionen unter der Buche ihrem Ärger
über die Politiker Luft gemacht, die diese massiven Proteste einfach
platt machen. Nach der Räumung gingen bei ROBIN WOOD unzählige Emails
ein, in denen Menschen ihre Gefühle beschrieben, den AktivistInnen
gratuliert und sie zum Weitermachen aufgefordert haben.
"Unsere Aktion hat Spuren bei all den Menschen hinterlassen, die den
Kampf um die Buche mit uns erlebt haben. Dadurch sind neue Kontakte,
neue Energien entstanden, die wir nutzen wollen, um gemeinsam weiter
gegen dieses Bauprojekt und für ein lebenswertes Dresden zu streiten",
sagt Alexander Gerschner.
Um über das Erlebte zu reden und sich wieder zu sehen, sind alle
Interessierten eingeladen, heute ab 17.00 Uhr zu einem gemeinsamen
Beisammensein an den Ort der Baumbesetzung zu kommen.
- Kontakt
- Alexander Gerschner, ROBIN WOOD - Aktivist, Tel. 0171 / 835 95 15
Ute Bertrand, ROBIN WOOD - Pressesprecherin, Tel. 0160 / 96 34 72 27 und
040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Kontakt zu ROBIN WOOD Dresden: dresden@robinwood.de
--
Ute Bertrand
Pressesprecherin
ROBIN WOOD e. V.
Nernstweg 32
D-22765 Hamburg
Tel. ++(0)40 / 380 892-22; Fax: -14
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