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+ + + Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen + + +
Potsdam, den 19. Dezember 2007
- Brandenburgs Verkehrsminister läutet Ende der Alleen ein
- Alleenkonzept der Landesregierung wird Brandenburgs Landschaft verändern
Auf heftige Kritik der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen sind das
von der Landesregierung vorgelegte Alleenkonzept und die geplanten
gesetzlichen Änderungen zum Alleenschutz gestoßen. "Auch wenn
Verkehrsminister Dellmann morgen symbolisch einige Alleebäume bei
Doberloh-Kirchhain pflanzt: Sein Ministerium macht Alleen zum
Auslaufmodell", so Wolfgang Mädlow, einer der Sprecher der
Schutzgemeinschaft.
Das Konzept des Verkehrsministers sieht vor, jährlich 30 Kilometer
Alleen neu zu pflanzen, was etwa 5.000 Bäumen entspricht. Mädlow: "Das
klingt zunächst wie eine gute Nachricht. Tatsache ist aber, dass in den
nächsten Jahren bis zu 9.000 alte Alleebäume jährlich gefällt werden
müssen, weil sie durch Tausalz, Baumaßnahmen und unsachgemäße Pflege
schwer geschädigt sind." Damit rückt das Land von der bisherigen
Nachpflanzpflicht 1:1 (für jeden gefällten Baum muss ein neuer gepflanzt
werden) ab. Die Folge ist, dass laut einer Prognose des
Infrastrukturministeriums der Bestand an Alleen an Bundes- und
Landesstraßen bis zu den 30er Jahren auf die Hälfte sinken wird.
Das Konzept sieht zwar vor, dass durch weitere Pflanzungen der
Alleenbestand bis etwa 2060 wieder auf das heutige Niveau steigt.
"Nichts und niemand kann garantieren, dass in 30 oder 40 Jahren
überhaupt noch jemand an dieses Konzept denkt. Minister Dellmann
verschiebt die jetzt notwendigen Pflanzungen einfach in eine sehr ferne
Zukunft", so Mädlow.
Selbst in den nächsten Jahren sieht die Schutzgemeinschaft Brandenburger
Alleen die Pflanzung von 5.000 Bäumen nicht als gesichert an. Denn
offensichtlich plant das Infrastrukturministerium, die im
Naturschutzgesetz verankerte Nachpflanzpflicht durch eine Änderung im
Straßengesetz de facto unwirksam zu machen. Das Alleenkonzept und die
Nachpflanzungen hätten dann keinerlei rechtlich verbindlichen Status
mehr. Ob und wie viele Bäume überhaupt nachgepflanzt werden, kann dann
der jeweilige Verkehrsminister nach Belieben oder nach Kassenlage
entscheiden.
Mädlow: "Wenn Dellmanns Pläne wahr werden, ist das Verschwinden der
Alleen aus Brandenburgs Landschaft absehbar. Künftige Generationen
werden sich dann auf Bildern oder in einigen Musteralleen ansehen
müssen, wie schön es hier einmal war."
Rückfragen:
Wolfgang Mädlow, NABU Brandenburg, Tel. 0331 / 20 15 574
Christiane Weitzel, ROBIN WOOD, Tel. 0171 / 37 26 488
Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen, c/o NABU Brandenburg,
Lindenstraße 34, 14467 Potsdam
Sprecherinnen und Sprecher: Wolfgang Ewert (Emstal), Silke Friemel
(Berlin), Wolfgang Mädlow (Potsdam), Dr. Christiane Weitzel (Schwedt),
Karola Wenzel (Rathenow), Gisela Ziehm (Bad Freienwalde)
Ute Bertrand
Pressesprecherin
ROBIN WOOD e. V.
Nernstweg 32
D-22765 Hamburg
Tel. ++(0)40 / 380 892-22; Fax: -14
presse@robinwood.de
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