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NABU fordert mehr Spielraum für die Natur - Klimawandel gefährdet
Artenvielfalt und Gratisleistungen der Umwelt
Berlin (ots) - Mit Blick auf den sich immer weiter
beschleunigenden Klimawandel hat der NABU mehr Spielraum für die
Natur gefordert. "Das Klima wandelt sich immer rascher und unser bis
zum Anschlag genutzter Naturhaushalt hat kaum noch Möglichkeiten,
sich daran anzupassen. Ein Teil der Politik hat das leider bis heute
nicht verstanden", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der
zweitägigen Konferenz "Klimawandel und Biodiversität" in Berlin.
Gefährdet seien neben der Artenvielfalt auch kostenfreie
"Serviceleistungen" der Natur wie das Trinkwasserangebot oder die
Filter- und Speicherfunktion von Böden.
"Dieser akuten Bedrohungslage muss von allen - vom Gesetzgeber bis
hin zum Praktiker vor Ort - Rechnung getragen werden", betonte der
NABU-Präsident. Vor diesem Hintergrund sei der aktuelle Streit um ein
einheitliches Umweltgesetzbuch und die Blockadehaltung des
Bundeslandwirtschafts- und des Verkehrsministers nicht
nachvollziehbar. Tschimpke: "Die Sicherung unserer Tier- und
Pflanzenwelt und damit unserer Lebensqualität darf nicht den
wirtschaftlichen Interessen Einzelner aus Forst-, Landwirtschaft und
Industrie geopfert werden."
Hartmut Graßl vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und
NABU-Kuratoriumsmitglied betonte, wie stark der vom Menschen
verursachte Klimawandel bereits sichtbar sei. "Unsere Emissionen
haben Einfluss auf das gesamte Erd- und Klimasystem: die Temperaturen
steigen und die Niederschläge verändern sich schnell und mit großen
regionalen Unterschieden. Auch die Auswirkungen auf die Natur sind
bereits sichtbar. Viele Organismen verändern ihre Verbreitungsgebiete
oder ihre Lebensweise, so dass bestehende Lebensgemeinschaften
zerrissen werden können".
"Zwischen fünf und 30 Prozent der in Deutschland vorkommenden
Tier- und Pflanzenarten könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts
durch den Klimawandel gefährdet sein", erklärte Horst Korn vom
Bundesamt für Naturschutz. Der Naturschutz könne als Sicherung der
biologischen Vielfalt zu Klimaschutz und Anpassung gleichermaßen
beitragen. "Ökosysteme haben nicht nur die Fähigkeit, Treibhausgase
aufzunehmen und zu speichern, etwa in der Biomasse von Wäldern und
den Torfschichten der Moore. Die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und
genetischen Informationen ist auch die wichtigste Grundlage für die
Anpassungsfähigkeit der Natur und somit letztlich auch des Menschen."
Während der Konferenz am 8. und 9. April diskutierten Fachleute
aus Forschung, Politik, Verbänden, Behörden und Medien auf Einladung
des NABU im Rahmen des Projektes "Klimawandel und Biodiversität" über
den Stand der Forschung zu den Folgen des Klimawandels, aber auch
über die Rolle und Perspektiven des Naturschutzes sowie der
ehrenamtlichen Arbeit.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit
Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU
Originaltext: NABU
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- Pressekontakt
- Nicolai Schaaf, Leiter des NABU-Projektes "Klimawandel und
Biodiversität", mobil 0172-4179730.
Für Interviewanfragen: Johanna Theunissen, NABU-Pressereferentin,
mobil 0162-7283319.
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