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Pressemitteilung von BUND, DJV und NABU: Wildtierkorridore jetzt!
Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der
Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und der Naturschutzbund Deutschland
(NABU) haben heute auf einer gemeinsamen Tagung in Berlin praxisnahe
Pläne für die Vernetzung von Wildtierlebensräumen vorgestellt. Im
Fokus: die Überwindung der Barriere Straße. "Wirkungsvolle Konzepte
liegen vor. Was wir jetzt brauchen, ist ein bundesweiter Umsetzungsund
Finanzierungsplan für den großräumigen Biotopverbund.
Gleichzeitig müssen weitere Zerschneidungen verhindert werden",
erklärten der BUND-Vorsitzende Professor Hubert Weiger sowie die
Verbandspräsidenten Jochen Borchert (DJV) und Olaf Tschimpke (NABU).
Um diese Herkulesaufgabe zu stemmen, müssten Verkehrs- und
Umweltministerien auf Bundes- und Landesebene gemeinsam anpacken ohne
weiteren Aufschub.
Nach Ansicht der drei Naturschutzverbände sind Wildtierkorridore
und richtig platzierte Querungshilfen in der zersiedelten
Kulturlandschaft Deutschlands überlebenswichtig für Tiere mit großem
Flächenanspruch. Dazu gehören bedrohte Arten wie Luchs und Wildkatze
ebenso wie der Hirsch, die größte heimische Wildart. Das dichte
Verkehrsnetz begrenzt ihre Mobilität und behindert eine natürliche
Wanderung - auch über Ländergrenzen hinweg.
"Wir fordern - in einem ersten Schritt - bis 2020 jährlich 15
Grünbrücken zu errichten. Die Stellen, wo solche Bauwerke am
notwendigsten sind, haben wir in unserem Bundeswildwegeplan benannt",
so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Ein deutliches Signal für die
fortschreitende Zerschneidung von Landschaften ist laut DJV die
steigende Zahl von Wildunfällen. "Es muss uns gelingen, diesen Trend
umzukehren", betonte DJV-Päsident Jochen Borchert. Die Zahl der
Verkehrsunfälle mit Wild müsse jährlich um fünf Prozent verringert
werden. "Es gilt, die fortschreitende Isolation von Lebensräumen
aufzubrechen", forderte Borchert weiter. Beim Aus- und Neubau von
Verkehrswegen sollten deshalb wirkungsvolle Vermeidungs- und
Kompensationsmaßnahmen vorgesehen werden. "Für einen großräumigen
Biotopverbund bedarf es neben Querungshilfen grüner Verbundachsen aus
Büschen und Bäumen. Der BUND hat dafür den Verantwortlichen in
Politik und Behörden ein Korridornetz von 20.000 Kilometer
Gesamtlänge vorgestellt. Nur so kann die Zerschneidung von
Lebensräumen überwunden werden", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert
Weiger.
In den Niederlanden, Österreich und der Schweiz wurde bereits
erfolgreich begonnen, Lebensräume wieder zu vernetzen. Dies müsse
auch zeitnah in Deutschland geschehen, so das Fazit der drei Verbände
anlässlich der gemeinsamen Tagung von BUND, DJV, NABU und der Dr.
Joachim und Hanna Schmidt Stiftung "Verbinden, was zusammengehört -
Wege aus der Zerschneidung von Lebensräumen", die auch durch das
Bundesamt für Naturschutz unterstützt wurde.
Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema Biotopvernetzung durch den
Klimawandel: Wenn sich die Klimazonen verschieben, werden viele
Tierarten in kühlere nordöstliche Gebiete wandern müssen. Dann sind
sie besonders darauf angewiesen, sich ungehindert bewegen zu können.
- Ansprechpartner
- BUND: Dr. Heidrun Heidecke, Tel.: 030-275 86 495
E-Mail: Heidrun.Heidecke ät bund.net
DJV: Dr. Armin Winter, Tel: 0228-949 06 31
E-Mail: a.winter ät jagdschutzverband.de
NABU: Magnus Herrmann, Tel.: 030-28 49 84 16 18
E-Mail: Magnus.Herrmann ät NABU.de
Originaltext vom NABU
Originaltext: NABU
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- Pressekontakt
- Kathrin Klinkusch
NABU-Pressesprecherin
Telefon: 030-284984-1510
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