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Streik für Arbeitszeitverlängerung ? Spinnen die Griechen ???

Erste Meldung siehe weiter unten:

Griechische Schulen waren dicht - auch in der Provinz

zweite Meldung siehe auch weiter unten:

3 Monate Streiks an Griechenlands Schulen WOFÜR ???

Zunächst aber ein Wort zum Schulbeginn

Ich hoff ja nicht
dass uns Frau Ypsilanti
nur wieder Mal
das X vorm U verspricht
Und nach der Wahl ?
für alle Kinder EINE Schule
und die mit Ganztagsunterricht
und kleine Klassen
und keine unbezahlte Mehrarbeit
war das Versprechen
leider nur ein Satz mit X ?
und Wahlbetrug,
der dann zum Himmel schreit:
"Der Sachzwang
hat mein Wort gebrochen!" -
und aus der obersten Etage
der Partei für Sozialdemontage
folgt die Begründung für das U
Kurt Beck
("der Spieß im Speck" -
wie ihn die ReservistenKameradschaft nennt)
erklärt den langersehnten Bildungs-Check und -Scheck
zum "U"ngedeckten Wechsel
vorderhand noch hinter vorgehaltner Hand:
Doch dann beim Waschen und Rasiern
vorm Spieglein, Spieglein an der Wand
wird der Beck ganz blass vor Schreck
Er sackt fast weg
Doch dann rutscht er auf Knien
grad ums Eck
und bittet Erzbischof Lehmann
um schnelle Verjährung
der "Berliner Erklärung" -

mit dem Beichten wär er eh dran.

Liebe KollegINNen,

bevor ihr jetzt dem Stress entgegen euch eine Wolf lauft,
möchte ich euch noch mit ein paar Nachrichten und Texten den benötigten Rücken stärken und euch nicht in den gleichen fallen.

Der athmosphärisch voraussehbare KO-ch-löffel-schlag gegen Frau Wolf wird trotz U-Plus-Pleite wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Roland kann sich auf die SPD verlassen, wenn die wahrscheinlich wegen des radikalen Namens ihres Beinahe-OB-Kandidaten mit Freud'scher Fehlleistung schon die Wiesbadener BürgermeisterWahl verbatzelt, dann kanns mit einem Wechsel in Wiesbaden zumindest mit dieser Partei nix werden. So wird uns die Wolf vorderhand erhalten bleiben. Bis Roland eine neue Küchengehilfin gewonnen hat. Eva Herrmann soll im Gespräch sein.

(für alle NichtHessen: Frau Wolf ist die hessische Kultusministerin (CDUnterricht-Plus), Roland Koch ist der Brutus der Frau Merkel und derzeit noch hessischer Ministerpräsident (auch CDU), ein katholischer Priester mit dem passenden Namen Roth war parteiloser Wiesbadener SPD-Bürgermeister-Kandidat, nur hat die SPD verpennt, seine Kandidatur auch rechtzeitig anzumelden. Eva Herrmann kennt jede(r) )

GR-Schulen waren dicht - auch in der Provinz
Hartmut Barth-Engelbart 16.12.2006 14:51 Themen: Bildung Kultur Medien Soziale Kämpfe Nur in den deutschen Medien nicht. Über 6 Wochen haben Lehrerinnen und Schülerinnen landesweit bis Ende Oktober/ Anfang und Mitte November in Griechenland die Schulen bestreikt mit Forderungen nach mehr Unterricht, besserer Ausstattung, kleineren Klassen, mehr Arbeitszeit und besserer Bezahlung für die Lehrerinnen. Und für eine Erleichterung (und qualitative Verbesserung) des Hochschulzuganges. Teilweise gab es Schwerpunktaktionen. Die sogenannte aUTONOMISIERUNG DER sCHULEN ÜBERLASTET DIE VÖLLIG UNTERBEZAHLTEN lEHRKRÄFTE und führt zur rapiden Senkung des Qualitätsniveaus der staatlichen Schulen und ihrer Ausstattung. Nur wer viel Geld hat kann sich die besseren privaten (Zusatz-Pauk-)Schulen leisten und die Kinder bis zum Studium bringen. Dass die Aktionen nicht nur auf die Zentren begrenzt waren sondern das ganze Land und die tiefste Provinz erfassten, wurde in den deutschen Medien fast völlig unterschlagen. Bei Besuchen in Kleinstadt- und Dorfschulen in der peloponnesischen Provinz Lakonien wurden die Solidaritätserklärungen aus Deutschland begeistert aufgenommen und eine rege Debatte über gemeinsame Probleme und die Unterschiede geführt.

(ausführlicherer Bericht zu diesen Fragen folgt noch)

In Vorbereitung auf den Jahrestag des Nazi-Wehrmachtsmassakers an 46 Zivilisten aus Sparta am 23.11.1943 entstanden mehrere Texte für Jannis Ritsos, die auch dort in der Region - in Monemvasia gelesen und dort auch geschrieben wurden:

Für Jannis Ritsos

Ach Jannis
der Du hier
am roten Felsen
in der Sonne
der Ägäis
wo Führer und Obristen
und so genannte Christen
und Propheten
dich und dein Volk
so oft schon
Schlachten wollten
schläfst
die Sterne zählst
und Monde
voll und schön
mal blind
mal fein gesichelt
von Deinen Halbmondnachbarn
kommen siehst und siehst
wie sie nicht nur
die Einen
bescheinen
in ihrer Bahn
uns Völker, kleine Leute
arme Schlucker
Bauern und Proleten
Menschen freundlich
zu vereinen.

Ach Jannis
Deiner Spur
und dem Vermächtnis
Das Du uns Nachgebornen
hinterließest
zu folgen
und gemäß zu leben
Das kommt mir
ins Gedächtnis
wenn ich an Deinem Grab
knapp vor dem Stadttor
des kleinen KonIstanByzantinopels
namens Monemvasia stehe
und über mir auf halber Höhe
die Agia Sophia sehe
die byzantinisch-orthodoxe Kirche war
und fast schon Halb-Moschee
Sie soll ein Zeichen werden
für den Frieden
und die um sie herum
zerstörte Festung
zu einem Mahnmal
gegen alle Kriege
auch gegen den der Sterne
im Himmel
und auf Erden.

Für Jannis Ritsos in der Kneipe seiner Familie im alten Monemvasia am 24.10. 2006 geschrieben und dort und an seinem Grab gelesen

FÜR JANNIS

Der Du nie vergißt
Dass Du nur eine Hälfte
Eines ganzen Mondes
Bist
Und dass es
Ohne Morgen
Keinen Abend gäbe
Daß die Menschheit lebe
Ohne die Obristen
Ohne Generäle
Und ihre Marschall-Stäbe
Und ohne Abend
gäbe es
auch keinen Morgen

24.Oktober 2006

Das Beste an der Lese-Schreib-Reise waren die Szenen in Pompei, Herculaneum und in der zerstörten Oberstadt und Festung Monemvasia, in Pilos, Methoni, Ithome und besonders bei der Lesung in der Kneipe der Familie Ritsos, wo ich amerikanische Touristen darüber aufklärte, dass Dabbeljuh die Neugestaltung Bagdads nach Postkartenansichten dieser Städte geplant hat ... oder " A nice place here, it looks like Kabul, Bagdad, Belgrad, after enduring freedom, like Ramallah ...." --einige Sekunden Schweigen, teilweise erstaunte Nachfragen und dann verschämtes Grinsen bis lautes Lachen: Realy, it seems to be so .. und dann, He is not our President!
Manchmal ist es sehr schön, zu hören, dass es auch ein anderes Amerika, resp. eine andere USA gibt.

who the fuck is Alice ??? So fragte im Internet ein mir bekannter indymedianutzer bezogen auf Jannis Ritsos:

Wir als die Kinder und Enkel der Fallschirmjäger über Kreta -an der Seite von Führers Liebling Max Schmeling - sollten es eigentlich wissen. Vielleicht nicht die UrEnkel... also ehrlich gesagt: mit 18 wusste ich auch noch nicht, wer Jannis Ritsos ist. Jannis Ritsos ist 1909 in Monemvasia in Griechenland (Peloponnes) geboren, war Lyriker, Erzähler, eben Schriftsteller und Mitglied der kommunistischen Partei, kämpfte als Mitglied der der kommunistischen PartisanenArmee gegn die italienisch/deutsche Besatzung, wurde von den britischen "Befreiern" bekämpft, wurde im Bürgerkrieg nach dem 2. Welkrieg interniert, kam unter der faschistischen Obristenherrschaft wieder in die Internierung auf den KZ-Inseln, schrieb unendlich viele Gedichte und Lieder, die meist von Mikis Theadorakis (der von Alexis Sorbas (Antony Quinn) mit dem berühmten Sirtaki ((das ist ein griechischer Tanz und kein Grillspieß, auch keine Quarkspeise mit Knoblauch und Gurken))).

Iannis Ritsos starb 1990 in Athen. Trotz (?) seiner kommunistischen Einstellung werden seine Lieder und Gedichte überall gesungen und auswendiggelernt, von "einfachen" Leuten, Proleten, Bauern, LandarbeiterINNen und Intelektuellen. Er ist der wichtigste und beliebteste griechische Dichter der Neuzeit. Er ist noch beliebter als der griechische Landarzt Dr. Lambrakis, den die griechischen Faschisten (in der Regierung und ihren Diensten) totgeschlagen haben. Einfach bei wikipädia reinschauen, vielleicht gibts dort schon was dazu.

Ansonsten war Ritsos bis zu seinem Tod einer der Entschiedendsten bei der Forderung nach "Wiedergutmachungs"-zahlungen an die Opfer und deren Nachkommen der Wehrmachtsmassaker in Distomo, Kalavrita, Sparta, Kreta, für die sich Ex-Bundespräsident Rau zwar Mal mündlich entschuldigt - richtiger: für die er um Verzeihung gebeten hat, aber die Bundesrepublik hat bisher keinen Pfennig und KEINEN Cent an die Hinterbliebenen bezahlt.

Ergänzungen
Amarynthos From Below terminal 119 16.12.2006 - 16:45

Anfang November wurde in Amarynthos in Euboia noch eine Anklage wegen Vergewaltigung erhoben, diesmal ging es um eine minderjährige Migrantin. Die 16jährige Schülerin aus Bulgarien zeigte die Vergewaltigung (die auch noch in Video aufgenommen wurde) durch 4 griechische Mitschüler in den Schulräumen an. Die Zustimmung der Ortsgemeinde zu diesen sexistischen und rassistischen Verbrechen war total. Alle Lehrer der Schule, die Verwandten, die Mitschüler und natürlich die Polizei stellten sich gegen die Vergewaltigungs“option“, was die Schülerin und ihre Mutter dazu veranlasst hat, den Ort zu verlassen, vor allem, nachdem sie direkt vor dem Gerichtsgebäude einem Lynchversuch entgangen waren. Am 19 November wurde in dem Dorf Amarynthos eine Demo von 100 Personen aus der anti-System-Linke (hauptsächlich aus Thessaloniki) veranstaltet, wodurch zumindest ausgedrückt werden sollte, dass manche diese Geschichte nicht vergaßen, dass manche noch wütend sind über das lautstarke Schweigen oder die unvorstellbaren Relativierungen der Ereignisse, in denen die griechische Gesellschaft und ein großer Teil der griechischen Linke Zuflucht gesucht hatte. Die Demoteilnehmer von 19. November haben nicht nur die Beschimpfungen und die Gelächter der Einwohner ertragen müssen, sondern wurden gegen ende der Demo im Dorf eingekesselt, nachdem die Einwohner die Busse weggejagt hatten. Ziel der Einkesselung der Demoteilnehmer war die Ausübung eines Pogroms, da auch die Polizei deutlich abwesend für über 3,5 Stunden war. Ergebnis: Es wurden über 60 Demonstranten zusammengeschlagen, 10 von denen wurden ins Krankenhaus mit Schädelbrüche eingeliefert, da die „spontan organisierten“ Einwohner von Amarynthos mit Spaten, Eisenspieße, Ziegel- und Marmorsteinen und anderen Wurfgeschossen aus 2 Meter Entfernung angegriffen hatten. Der Angriff – an dem auch einer der Vergewaltiger teilgenommen hat – war ein mörderischer; nur durch Zufall gab es keine Toten. Die Bewohner riefen während des Angriffs – der über 1,5 Stunden auf einer Landstraßenstrecke von 3,5 Km (während die Autos ganz normal vorbeifuhren) andauerte – „was wollt ihr hier in unserem Dorf?“, „ihr werdet nicht lebend hier rauskommen“ und „wir haben richtig gemacht, diese Hure zu vergewaltigen“. Die Polizei und die Medien haben wieder einmal ein verdrehtes Bild dargestellt, dass die Demonstranten durch ihr Verhalten die Einwohner provoziert hätten und dass sie nur Dank der Polizei gerettet worden seien. Somit sprachen sie erneut die mehrfach verbrecherische Haltung der einheimischen Bewohner frei: Zwei Jahre zuvor hatte der Bürgermeister des Dorfes beschlossen, alle illegalen Migranten aus dem Dorf für immer raus zu jagen.

Griechenland zeigt täglich sowohl in ihren Metropolen als auch in den malerischen Dörfern und Inseln, dass sie eine zutiefst rassistische und patriarchale Gesellschaft in der westlichen Welt ist.

Schade, das wäre ein wichtiger Extra-Artikel hier bei indymedia gewesen Hartmut Barth-Engelbart 16.12.2006 - 17:43
Natürlich gibt es griechische RassistINNen, FaschistINNen genauso schlimme wie in Deutschland, nur sind sie weiter vom Drücker entfernt. Dass Hunderttausende albanische WanderarbeiterINNEN, rumänische, bulgarische in GR ausgebeutet werden wie im wildesten Manchestertum, und dann bei den Abschiebungsorgien an den Grenzen noch ausgenommen werden bis auf den letzten Cent, verprügelt, gefoltert ... das alles ist an der Peripherie des EU-Speckgürtels handelsüblich und z.T. staatlich gefördert. Ohne die Migranten würde die griechische (Land-)Wirtschaft genauso zusammenbrechen wie die deutsche ohne Migranten.

Nur dein Bericht erzeugt den Eindruck die streikenden LehrerINNEN und SchülerINNEN hätten die Vergewaltigung zumindest geduldet. Das ist ein sehr falscher Eindruck, den die griechischen Mainstream-Medien, die Regierung und die Kirche nach Kräften unterstützen bzw. erst erzeugen.. Aber im Gegenteil gab es sehr viele empörte Stellungnahmen aus der Streikbewegung und die PAME sowie die KKE aber auch große Teile der PASOK haben zu Recht auf die Verantwortung der orthodoxen (Staats-)Kirche und den von ihr geförderten Rassismus und die religiös verbrämte Fremdenfeindlichkeit hingewiesen. Jetzt war die ND-Regierung sogar gezwungen das bis vor kurzem noch obligatorische Beichten in den Schulen zu verbieten, mit dem die Faschisten nach dem Putsch die Familien ausspionieren konnten in trauter Gemeinsamkeit mit der Kirche. Und was heißt hier Fremde ? Was sind denn auf dem Balkan & in Kleinasien Türken, Bulgaren, Rumänen, Albaner, Macedonier, Griechen ? 1922 wurden 1,5 Millionen muslimische Griechen als "Türken" in die Türkei vertrieben und umgekehrt 450 000 griechisch-orthodoxe Türken aus der Türkei nach Griechenland.

3 Monate Streiks an GR Schulen WOFÜR ???
Hartmut Barth-Engelbart 03.01.2007 10:20 Themen: Antirassismus Bildung Kultur Medien Repression Soziale Kämpfe Das ist kein Scherz. Der Streik war nicht in Deutschland und GR heißt nicht Grund- und Real-Schule. Gestreikt hatten die SchülerINNEN und LehrerINNEN in Griechenland. Für MEHR Arbeitszeit, 40 % mehr Lohn, kleiner Klassen, bessere Ausstattung der Schulen, Erleichterung des UniZugangs, Beseitigung des Zwangs zur ZusatzPaukschule und zum ZweitJob für LehrereINNEN. Ergebnis : eine auf 6 Jahre verteilte Einmalzuwendung von ca. 150 Euro (also pro Jahr 25 Euro mehr) will die Regierung jetzt nur noch auf drei Jahre verteilen. War der Streik ein Misserfolg ? Die Regierung versuchte die Vergewaltigung einer aus Bulgarien stammenden Schülerin durch Mitschüler den Streikenden in die Schuhe zu schieben und so eine öffentliche Stimmung "gegen die Gewalt an den Schulen" gegen den Streik zu mobilisieren. Große Teile der Medien mobilisierten nach kapitalsten Kräften. Neben den linken Publikationen war die deutschsprachige "Griechenland Zeitung" eine wohltuende Ausnahme (da durften selbst FR-Korrespondenten wieder mal so richtig ihrem BerufsEthos frönen und nicht nach Schauberg-SchauWeg-Motto schreiben). Dieser Berixcht wird fortgesetzt - vorausgesetzt, er wird nicht wieder wie viele meiner Artikel "versteckt" Dieses Manöver hat zumindest in Griechenland nicht finktioniert. (In deutschen Medien und auch hier bei indymedia ging die Rechnung der griechischen Regierung teilweise auf.) Die Streikenden hatten in ihren Aktionen und Forderungen immer auf die strukturelle Gewalt, die Unterdrückung von Migrantinnen hingewiesen und besonders die rassistisch-nationalistische Propaganda großer Teile der orthodoxen (Staats-)Kirche hingewiesen - und die Trennung von Staat und Kirche gefordert - konkret z.B. das Verbot der Zwangsbeichte in den Schulen. Mit diesem obligatorischen Instrument (und die Abdeckung vieler (geisteswissenschaftlicher-musischer-sportlicher) Unterrichtsbereiche durch Priester gelang es mit seiner Einführung den faschistischen Obristen in Zusammenarbeit mit dem Klerus in den 60er Jahren flächendeckend alle potentiell dem Widerstand zuzurechnende Familien auszuhorchen, die Kinder als Spitzel einzusetzen. Dass dieser Fall von rassistischer-sexistischer Gewalt besonders in Nordgriechenland medial SO ausgeschlachtet und instrumentalisiert wurde hängt mit den Kommunal-regional- und BürgermeisterINNEN-Wahl zu diesem Zeitpunkt und mit dem Fakt zusammen, dass mit der sozialdemokratisch-bürgerlichen PASOK eine "Volkspartei" es zum ersten Mal gewagt hatte, einen mulimischen Kandidaten aufzustellen und so ein Signal gegen die ethnisch-religiöse "Säuberung" Griechenlands (und der Türkei)und ihre Folgen zu setzen.

Die griechische Regierung hat jetzt endlich die Beichte in den Schulen verboten.

Die Forderung nach mehr Arbeitszeit klingt in den Ohren mitteleuropäischer GewerkschafterINNEN doch sehr eigenartig. Hintergrund: die griechischen LehrerINNEN dürfen nicht mehr als 20 Stunden in der Woche unterrichten. Die staatlichen Schulen sind keine Ganztagsschulen, Es gibt 3 Monate Sommerferien. Griechische Schulen sind in einem so erbärmlichen baulichen und Ausstattungs-Zustand, dass selbst albanische Wanderarbeiter sagen, sie würden mittlerweile ihre Kinder nicht mehr in solche Schulen schicken und die Lehr- und Lernmittelfreiheit unter Enver Hodscha sei hundertmal besser gewesen als die griechischen Schulverhältnisse.

Mit dem staatlichen SchulJob kann niemand eine Familie ernähren. Das Eingangs gehalt liegt um die 900 Euro. Eine Schulleiterin einer mittleren Gesamtschule kommt auf satte 1300 Euro. Die LehrerINNEN brauchen einen oder zwei ZweitJobs. Nachmittags gehen sie in die Felder oder in die privaten Paukschulen. Die Schulen sind nicht klimatisiert, nicht Hitze und Kälte-isöliert.

Die staatlichen griechischen Schulen sind formal so organisiert wie die finnischen. Bei den PISA-Ergebnissen rangieren die Schulen am untersten Ende. Das ist aber genau die Erfahrung, die die vollkommen vernachlässigten deutschen Gesamtschulen zu verzeichnen bebinnen: trotz heroischem Einsatz unfd Überselbstausbeutung der Kollegien ist die Talfahrt nicht zu bremsen.

Etwas haben die griechischen LehrerINNEN den deutschen voraus - neben dem hohen Organisationsgrad und den Streikerfahrungen - sie müssen die Schulen weitestgehend "autonom" gestalten: mit verschwindend geringem Budget müssen die Schulleitungen und Kollegien auch sämliche Baumaßnahmen organisieren- überwachen und/oder in Eigenleistung erbringen (hier gibts noch kein HARTZ 4).

Erleichterung des Uni-Zuganges: SchülerINNEN der staatlichenSchulen können mit dem dort vermittelten Wissen unmöglich die Eingangsprüfung zu griechiaschen Universitäten schaffen. Die mit Abfragewissen überfrachtete Prüfung packt nur, wer sich vorher in den sündhaft teuren Paukschulen dafür aufrüsten lässt - bzw. lassen kann.

Der Streik ging nicht überall über 3 Monate. Es gab Schwerpunktstreiks, SchülerINNen und LehrerNNEN haben sich auch abgewechselt. Der Streik fand in den Mainstream-Medien kreine Unterstützung - ganz im Gegenteil. Dafür aber um so mehr in der nicht veröffentlichten Öffentlichkeit: die tv-Berichterstattung wurde in den Kafenions und Tavernen heftigst kommentiert, diskutiert und mehrheitlich abgelehnt/ durchschaut. Es war eines der wenigen Male, dass ich das Permanent-in-die-Röhre-Glotzen begrüßt habe


Texte aus HaBEs "Büchnerei"
entstehen in der WortWerkStatt der Mittel-Gründauer "Büchner-Gilde". Die hat HaBE dort initiert, wo die oberhessischen Bauernaufstände 1830 unter dem Einfluss von Büchner, Weidig & ihrem Giessener Kreis begannen. Das oberhessische SchmugglerGrenzNest war Scharnier/Adapter zwischen den frühdemokratischen Bewegungen in (Ober-)Hessen-Darmstadt & Hessen-Kassel. Die radikaldemokratischen Forderungen der (Mittel-Gründauer) Bauern gegen die (Ysenburg-Büdinger) Fürsten & (von Riedeselschen) Barone, gegen den Adel insgesamt hatte der Lehrer Paul Nagel an diesem Ort formuliert. Er verscholl deshalb nach 1830 zusammen mit vielen Bauern in einem fürstlichen Zuchthaus. (Sein radikaldemokratischer Nachfolger und Kollege, Bernhard Kaffenberger wurde 1850 als Anführer der regionalen 1848er bestraft und zur Auswanderung in die USA gezwungen.) Die "Büchner-Gilde" soll im Sinne Büchners, Weidigs & der linken 1848er "die Leut zu Wort kommen lassen & ihnen ihre Stimme & ihre Lieder wieder geben". Mit-Täter-Leser-Schreiber-MusikerINNEN gesucht! Eine Reihe von Texten aus der "Büchnerei" & den Hanauer Widerstands-(Konzert-)Lesungen & OpenAir-Schreibungen sind als Bücher erschienen & es stehen wöchentlich neue in der Neuen Rheinischen Zeitung (http://www.nrhz.de/flyer/):

"unter schlag zeilen
- befreite worte - gebrochene reime zur lage" - Nach einmonatiger Untersuchungshaft wurden sie zur Leipziger Buchmesse 2005 von der Hanauer Staatsanwaltschaft (wieder)herausgegeben: 320 Seiten politische Lyrik&Grafik mit einem Vorwort von Ingrid & Gerhard Zwerenz, Zambon Verlag ISBN 3-88975-107-5)

"ZORA"
HaBE (text) & Barbara Braguti (bilder); das bilderbuchunartige & fabelhaft neue Kinder-Bilder-Lesebuch von der Ziege Zora & ihren sieben Geißlein in den Hauptrollen; in Nebenrollen Minister Killy, Nachbar Haftlinger, Christa Ganzen auf dem Bildschirm mit NachrichtenParade-Hengst Ulrich Wiehert sowie ein Schnelles Anti-Graffitty-Kampfhubschrauber-CitySäuberungs-EingreifKommando des Sicherheitsdienstes unter Minister KikeriKilly (Zambon Verlag FFM; ISBN 3-88975-128-8);
mehr (über) HaBE-Texte-Bücher-Lieder-Bilder in: www.autorenhessen.de/autoren/barth-engelbart; www.barth-engelbart.de.vu; www.zambon-verlag.de/pagine/libri; http://kz-adlerwerke.frankfurt.org/de/aktionen/auffuehrung/einleitung.html; www.nrhz.de/flyer;

19.01.07    Hartmut Barth-Engelbart <barth-engelbart@web.de>
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