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## Nachricht vom 08.04.08 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: ralf.pandorf@labournet.de
Liebe KollegInnen,
neu im LabourNet Germany am Dienstag, 8. April 2008:
I. Internationales > Ägypten
- Protesters face Egyptian riot police - 07 April 2008
ôMore than two hundred people have been arrested across Egypt after a day
of protest over rising food prices and low wages. The worst trouble was in
the northern city of Mahalla, where thousands of people battled with riot
police. The violence there came late in the day, after it appeared a heavy
security presence had succeeded in preventing any trouble. Paul Allen
reportsàö Ein Video von AlJazeeraEnglish auf Youtube vom 07.04.2008
http://www.youtube.com/watch?v=lB_fbdAzKUo
b) Ägypter kämpfen ums tägliche Brot
Ein angsteinflößendes Polizeiaufgebot war die Antwort der ägyptischen
Führung auf Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise und niedrige
Löhne. Hunderte wurden wegen Teilnahme an den Protesten am Sonntag
festgenommen. Artikel von Gisela Kremberg, Kairo, im Neues Deutschland vom
08.04.2008
http://www.neues-deutschland.de/artikel/126800.html
c) Akuelles im Blog 3arabawy
Aktuelle Meldungen finden sich im Blog 3arabawy
http://arabist.net/arabawy/
II. Internationales > Türkei
»Fauler Kompromiß«
Widerstand gegen Reform der Sozialversicherung formiert sich neu.
Zehntausende demonstrierten am Sonntag in Istanbul. Artikel von Nico
Sandfuchs, Ankara, in der jungen Welt vom 07.04.2008
http://www.jungewelt.de/2008/04-07/040.php
Aus dem Text: äàDie mit dem Gesetzespaket geplanten Einschnitte sind so
tief, daß bis zum 14. März selbst der brave staatsnahe Gewerkschaftsbund
Türk-Is mit einem landesweiten Ausstand drohte. Eine drastische Anhebung
der Lebensarbeitszeit, deutlich schlechtere Leistungen der Krankenkassen,
weniger Rechte für Arbeiterinnen mit Kindern û so lauten nur einige
Eckpunkte der Reform, die für starken Protest der traditionell gespaltenen
türkischen Linken und Gewerkschaften sorgteàô
III. Internationales > Philippinen > Arbeitskämpfe > Nestlé
Blutkaffee und Wasserlilien
David gegen Goliath: Seit sechs Jahren streiken Arbeiter des Nestlé-Werks
im philippinischen Cabuyao. Ein ungleicher Kampf, zumal Manila vor dem
Weltkonzern lieber kuscht als aufmuckt. Artikel von Rainer Werning in der
jungen Welt vom 05.04.2008
http://www.jungewelt.de/2008/04-05/004.php
Aus dem Text: äàNach sechsjähriger Auseinandersetzung, so Alemania we
iter,
bleibe »keine andere Wahl, als unseren Kampf bis zum Sieg fortzuführen
«.
Weiterhin werde man sich gegen das Nestlé-Management sowie die arbeiterund
menschenverachtende Politik des Arroyo-Regimes wehren. Viele Opfer
seien gebracht worden. Die meisten Kinder der Streikenden mußten den
Schulbesuch abbrechen, weil ihn die Eltern nicht mehr bezahlen konnten.
Und drei Viertel aller Streikenden hätten bereits ihre Häuser verlassen
müssen, weil sie die Miete oder aufgenommene Darlehen nicht mehr
aufbringen konnten. 2003 im Juni war es zudem zu gewalttätigen
Auseinandersetzungen gekommen, als Sicherheitskräfte und von der
Firmenleitung angeheuerte Schläger wahllos auf die Streikenden eindroschen
und 50 von ihnen teils schwer verletztenàô
IV. Branchen > Medien u. IT > Nokia: Schließung des Bochumer Nokia-Werkes
- Gespräche mit Betriebsrat eskalieren
äDie Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und dem Handy-Hersteller Nokia
über einen Ausgleich für die Schließung des Bochumer Werks sind ins
Stocken geraten und drohen zu eskalieren. Nach Informationen der WAZ hat
der Betriebsrat die Mitarbeiter in Bochum aufgerufen, heute an einer
"allgemeinen Informationsveranstaltung" in Düsseldorf teilzunehmen.
Daraufhin drohte der Chef von Nokia Deutschland, Klaus Goll, intern mit
arbeitsrechtlichen Konsequenzen: "Wir behalten uns daher ausdrücklich vor,
im Fall der Teilnahme an dieser Veranstaltung arbeitsrechtliche Maßnahmen
einzuleiten, sowie diese Zeiten nicht als Arbeitszeit anzuerkennen."
Zugleich hat die IG Metall zu einer Pressekonferenz bei Nokia in
Düsseldorf eingeladen, wo auch der Nokia-Aufsichtsrat tagt. Offenbar
kommen die Verhandlungen mit dem Management aus Sicht des Betriebsrates
und der IG Metall nicht in gewünschtem Maße voran. Betriebsräte und
Gewerkschaft fordern eine Schließung später als zum angekündigten Ter
min
Mitte 2008, zudem Ersatzarbeitsplätze und ein Entgegenkommen von Nokia
gegenüber einem möglichen Investor, der Arbeitsplätze bereitstellt, s
owie
einen ordentlich ausgestatteten Sozialplan.ô Artikel von Thomas Wels
in der Online-Ausgabe der WAZ-Gruppe DerWesten vom 08.04.2008
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/2008/4/8/news-36206506/detail.html
b) Kein Subventionsbetrug: Staatsanwalt ermittelt nicht mehr gegen Nokia
äDas sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek der WAZ. äDie Prüfung d
er
Unterlagen hat keine Anhaltspunkte für ein betrügerisches Verhalten von
Verantwortlichen der Firma Nokia zu Tage gefördert.ö Als im Januar die
Schließungspläne für das Bochumer Nokia-Werk bekannt geworden waren,
hatte
die Staatsanwaltschaft mehrere Strafanzeigen von Bürgern erhalten.
Daraufhin prüften die Strafverfolger, ob Nokia sich die öffentlichen
Förder-Millionen unter falschen Voraussetzungen oder gar aufgrund von
Täuschungen erschlichen haben könnte. Dazu ließen sich die Ermittler
auch
Unterlagen aus dem zuständigen NRW-Ministerium zuschicken. Die Prüfung,
so
Bienioßek zur WAZ, habe aber keinen Anfangsverdacht ergeben, so dass die
Ermittlungen eingestellt worden seien.
Der laufende Streit um die Rückzahlung von fast 60 Millionen Euro, die die
Landesregierung von Nokia fordert, bleibt davon unberührt. Denn die
Staatsanwälte haben nur die rein strafrechtliche Dimension des Falles
abgeklopft. Die Rückforderungen des Landes könnten trotzdem auf dem
zivilrechtlichen Wege weiterbetrieben werden. Bisher hat sich Nokia
geweigert, die Fördergelder zurückzuzahlenàô Artikel von Bernd Kies
ewetter
in der Online-Ausgabe der WAZ-Gruppe DerWesten vom 04.04.2008
http://www.derwesten.de/nachrichten/2008/4/4/news-35419703/detail.html
V. Branchen > Dienstleistungen: Transportwesen > Speditionen und Logistik
> PIN AG
Krise bei Pin Group noch dramatischer
äDie Krise des Postdienstleisters Pin Group ist offenbar dramatischer als
bislang angenommen. Es stünden noch mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel als
vermutet, sagte der Kölner Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier dem
Tagesspiegel (Samstagausgabe). Am Donnerstag hatte er bekanntgegeben, daß
21 weitere Pin-Tochterfirmen insolvent seien und inzwischen gut 50 Prozent
der 11500 Mitarbeiter ihren Job verloren haben. Jetzt hofft Ringstmeier,
5000 Arbeitsplätze sichern zu können û »wenn es gut geht«.AFP-Mel
dung in
der jungen Welt vom 07.04.2008
http://www.jungewelt.de/2008/04-07/027.php
VI. Branchen > Dienstleistungen allgemein > Wach- und Sicherheitsgewerbe
»Methoden wie zur Zeit des Frühkapitalismus«
äVor der Betriebsratswahl in der Frankfurter Niederlassung der
Sicherheitsfirma Securitas wurde fünf Mitgliedern des Wahlvorstandes
gekündigt. Securitas spricht von leistungsbedingten Kürzungen. Ver.di
sieht darin ein vorsätzliches Verhindern der Wahl und kritisiert den
Konzern scharfàô Artikel von Christian Klemm im Neues Deutschland vom
04.04.2008
http://www.neues-deutschland.de/artikel/126599.html
VII. Branchen > Dienstleistungen: Gesundheitswesen > Durchblick: die
Zeitung der ver.di-Vertrauensleute im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach
Ausgabe Nr. 131 vom 01. April 2008 ist erschienen
Darin u.a.: ä8 % in 2 Jahren - Mitglieder werden befragtô; äDer ärz
tliche
Direktor setzt Zeichen: Professor Mester wird ver.dianer:Die zunehmende
Verelendung saarländischer Arbeitnehmer muss gestoppt werdenô;
äPersonalratswahl und Hauptpersonalratswahl 2008
Am 19., 20. und 21. Mai wird gewähltô; äAm 26. März war Jugend- und
Auszubildendenversammlungôà Zur Ausgabe 131 (pdf)
http://gesundheit-soziales.verdi.de/betriebsgruppen/knappschaftskrankenhaus
_sulzbach/data/db131.pdf
VIII. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Tarifrunden > ver.di:Tarifrunde
2008 bei Bund und Kommunen > äDifferenzierteô Tarifeinigung
und
Bewertungen
Unmut nach dem Abschluß. Ver.di-Linke zieht kritische Bilanz des
Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst und will Arbeitszeitverkürzung
wieder zum Thema machen
äDie ver.di-Linke hat bei ihrem Treffen am Wochenende in Bielefeld eine
kritische Bilanz der Tarifrunde für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten
bei Bund und Kommunen gezogen. Insbesondere die kampflos hingenommene
Verlängerung der Arbeitszeiten sorgte bei den Gewerkschaftern, die
größtenteils aus dem ver.di-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen kamen, f
ür
Unmutàô Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 08.04.2008
http://www.jungewelt.de/2008/04-08/001.php
Aus dem Text: äà»Wir müssen es schaffen, die Tarifpolitik zu
vereinheitlichen. Das wird uns aber nur gelingen, wenn wir nicht die
jeweilige Haushaltslage des Arbeitgebers zur Ausgangslage machen, sondern
die Lebenssituation der Beschäftigten«, meinte Falkenhain und betonte:
»Wir sollten endlich anfangen, die bestehende Beschlußlage zur
Arbeitszeitverkürzung auch umzusetzen.« Um das zu erreichen, will die
ver.di-Linke in den kommenden Monaten die innergewerkschaftliche
Diskussion über die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung forcieren.ô
IX. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Debatten der real existierenden
Gewerkschaften in Deutschland
- Grundlegende Reform angemahnt. IG Metall stellt DGB in Frage
äDie IG Metall stellt die Zukunft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
in seiner heutigen Verfassung in Frage. Dem Dachverband der Gewerkschaften
drohe "Handlungsunfähigkeit", wenn sich nichts ändere. Ohne ein neues
Zukunfts-Konzept "fahren wir schnurstracks in den Konkurs des DGB", sagte
IG-Metall-Chef Berthold Huber vor dem Beirat seiner Organisation. Es
stelle sich für die IG Metall die Frage, ob sie das Geld, mit dem sie den
DGB unterstütze, nicht besser für ein anderes Modell ausgebe. Mit 50
Millionen Euro ist die IG Metall der größte Finanzierer des DGB. Huber
beklagt laut vertraulicher Rede-Mitschrift, die in Auszügen dem Kölner
Stadt-Anzeiger vorliegt, im DGB werde zwar seit Beginn des Jahrzehnts über
eine Strukturreform diskutiert, weil die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder
seit 1995 um 30 Prozent und die Einnahmen der Gewerkschaften um 22 Prozent
gesunken sindàô Artikel von Günther M. Wiedemann in der FR online vom
04.04.2008
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1313534
b) Friede, Freude, Arbeitskämpfchen
äHarte Warnstreiks, windelweiche Kompromisse: Die Gewerkschaften haben
sich in den vergangenen Tagen als äußerst wertvoll für die Wahrung des
sozialen Friedens erwiesenàô Artikel von Felix Baum in der Jungle World
vom 3. April 2008
http://jungle-world.com/artikel/2008/14/21466.html
Aus dem Text: äà Das merkwürdige Lavieren, das die Gewerkschaften des
DGB
an den Tag legen, ist schlicht Folge ihres institutionalisierten Daseins,
der Tatsache, dass sie mit Haut und Haar in das Rechtsgefüge des
bürgerlichen Staates hineingewachsen und zur gesellschaftlichen
Ordnungsmacht geworden sind. Die Eskalation von Streiks ist manchmal
vonnöten, um die zahlenden Mitglieder nicht zu verprellen, birgt aber
immer die Gefahr in sich, dass das Gesetz des Handelns der Gewerkschaft
entgleitet. Nichts schreckt die Gewerkschaftsführungen so sehr wie
Anzeichen von einer Selbsttätigkeit der Arbeiter, die, auch wenn das in
Deutschland höchst selten vorkommt, außer Kontrolle geraten könnten.
Auch
Bemühungen, andere Lohnabhängige in laufende Streiks einzubeziehen, wer
den
aus diesem Grund fast nie unternommen. Gewerkschaften bringen bestimmte
Arbeiter zusammen und trennen sie von anderenàô
X. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Debatten der real existierenden
Gewerkschaften in Deutschland > "Finanzkapitalismus - Geldgier in
Reinkultur!" û Insektenbefall bei ver.di
Elmar Altvater zu äHeuschreckenô
ä"...Darin steckt eine Gefahr, der man mit Marx begegnen kann. Denn im
Alltagsbewusstsein bekommt der Finanzfetisch sehr oft eine Gestalt, zum
Beispiel als "Heuschrecken", die im Schwarm über einen "Standort"
herfallen und ganze Unternehmen samt Arbeitsplätzen auffressen. Mit diesem
Bild wird nichts erklärt; es verdunkelt vielmehr grundlegende
Zusammenhänge und erschwert eine Antwort auf die Frage, wie die globalen
Finanzmärkte zu
regulieren wären.
Richtig gefährlich wird der Fetisch der Finanzmärkte dann, wenn ihm ein
Gesicht gegeben, wenn auf einmal zwischen "raffendem" und "schaffendem"
Kapital unterschieden wird. Nur eine gründliche Kapitalismusanalyse ist in
der Lage, die Beziehungen der scheinbar verselbstständigten Finanzmärkte
zur realen Ökonomie von Arbeit und Produktion aufzuzeigen und den
fetischhaften Schein ihrer Verselbstständigung kritisch zu
hinterfragen...." Zitiert aus äNicht tot zu kriegen. Karl Marx' Analyse
des so genannten "fiktiven Kapitals" aus dem 19. Jahrhundert wird durch
die Finanzkrisen des 21. Jahrhunderts bestätigtô. Artikel von Elmar
Altvater im Freitag Nr. 12 vom 20.3.08
http://www.freitag.de/2008/12/08120801.php?
XI. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Mitbestimmung - Erfolgs- und
Exportschlager? > Betriebsrätewesen und BetrVG: Betriebsrat-Debatte in der
FAU
Etwas Besseres als einen Betriebsrat... Einige notwendige Überlegungen zum
Verhältnis von Gewerkschaft und Betriebsrat.
äDie FAU ist die einzige Gewerkschaft in der BRD, die sich nicht an den
Wahlen zum Betriebsratssystem und anderen Stellvertretungsorganen
beteiligt. Stattdessen setzt sie auf betriebliche direkte Aktion und
kollektives, solidarisches Handeln. Dieser Beitrag erklärt, warum für u
ns
Betriebsräte für die keine Option sind. Der Frage, wie eine
anarcho-syndikalistische Praxis aussehen kann, gehen wir in einer der
nächsten Ausgaben nachàô Artikel der FAU Moers, erschienen in Direkte
Aktion März/April 2008
http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/betrvg/faumoers.html
Wir danken der Redaktion und den AutorInnen für die Freigabe! Es handelt
sich bei diesem Text um eine Replik auf den Text der FAU OG Neustadt aus
der vorherigen Ausgabe der DA
http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/betrvg/fauneustadt.html
XII. Diskussion > Gewerkschaftsstrategien > Mitbestimmung - Erfolgs- und
Exportschlager? > Kapital contra Betriebsräte (?)
Abmahnung. Wie engagierte Arbeitnehmer mundtot gemacht werden
äDer neue Eigentümer eines übernommenen Unternehmens wollte nur noch
die
Hälfte des Lohnes zahlen. Dagegen haben sich die Betriebsratsmitglieder
gewehrt. Der Arbeitergeber reagierte mit Abmahnungen, Kündigungen und
Hausverbotàô Text des Plusminus-Fernsehbeitrags von Julian Prahl im MDR
vom 01.04.2008, dort auch das Video zum Beitrag
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,bq5furss6nd8dt0b~cm.asp
XIII. Diskussion > Wipo > Finanzmärkte und Finanzpolitik > Steuerpolitik >
Zumwinkel-Steuerskandal und die Moralisten
0,02 Prozent. Steuerflucht, Gerechtigkeit und kapitalistische Normalität
äEin Bankangestellter in Liechtenstein klaut geheime Daten von Bankkunden.
Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) kauft diese Informationen für
vier Millionen Euro und leitet sie an die Steuerfahndung weiter, die mit
den Daten steuerflüchtige BesserverdienerInnen fängt. Die Öffentlichk
eit
ist empört über die moralische Verkommenheit der Steuerflüchtlinge, d
as
Kapitel "Managergehälter" in der permanenten Gerechtigkeitsdebatte wird
verlängert. Von der Politik angeleitet, geht die Debatte zielsicher an den
eigentlichen Skandalen vorbei und gerät zu einer einzigen Feier der
herrschenden Verhältnisseàô Artikel von Stefan Kaufmann, erschienen i
n ak
- zeitung für linke debatte und praxis - vom 21.3.2008. Wir danken der
Redaktion!
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/finanz/kaufmann.html
XIV. Diskussion > Wipo > Finanzmärkte und Finanzpolitik
Mikrofinanzen - Konkurrenz schafft keine Armut ab. Anmerkungen zu einer
entwicklungspolitischen Strategie
äMikrofinanzen und vor allem Mikrokredite erfreuen sich mehr und mehr
entwicklungspolitischer Beliebtheit. Mal schleichend leise, mal mit
Presserummel setzt das Konzept seinen Siegeszug durch die Welt fort.
Unternehmensnamen wie Pro-Credit, Vision Microfinance und Oikocredit
geistern durch die Medien. Kritische Auseinandersetzungen oder empirische
Belege über die Wirksamkeit von Mikrofinanzen als Instrument der
Armutsbekämpfung finden sich kaum. Die wenigen kritischen Beiträge, die
sich finden lassen, beziehen sich lediglich auf einzelne
Ausgestaltungsfragen. Welche ideologischen Botschaften mit diesem
scheinbaren Allheilmittel gegen Armut transportiert werden, wird dabei
nicht beleuchtetàô Artikel von Henning Wellmann, erschienen in ak -
zeitung für linke debatte und praxis - vom 21.3.2008. Wir danken der
Redaktion!
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/finanz/wellmann.html
Aus dem Text: äàMit dem Instrument der Mikrokredite hat eine
kapitalistische Lösungsstrategie Einzug in die Entwicklungspolitik
gehalten, die eine nachhaltige Milderung der Armut verspricht, wenn man
denn an "heilende Kräfte" von Märkten glaubt. So lässt sich das schle
chte
Gewissen der Ersten Welt beruhigen, ohne Spenden überweisen zu müssen,
nein, es kann sogar noch Zins gezogen werden. Es scheint, als handele es
sich um eine klassische Win-Win-Situation. Die fehlenden empirischen
Studien, die eine armutslindernden Wirkung nachweisen, mindern die
Euphorie kaum. (à) Kleinstkredite führen dazu, dass EinzelunternehmerIn
nen
in Konkurrenz zueinander treten. Anstatt einen selbstverwalteten
Nähbetrieb zu gründen, der vielleicht 100 NäherInnen sichere und
erträgliche Arbeit verschafft, stehen 100 NäherInnen in direkter
Konkurrenz zueinander. So liegt eine große Gefahr dieser neoliberalen
Strategie darin, regionale, auf Selbstverwaltung und Autonomie gegründete
Lösungsansätze abzuwertenàô
XV. Diskussion > EU > Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
EU-Arbeitnehmer sollen die Zeche für die Finanzkrise zahlen. Erneut
predigen die EU-Finanzminister Lohnzurückhaltung, diesmal um gegen die
Inflation vorzugehen
äBei dem Treffen in Slowenien forderte der Rat für Wirtschaft und Finan
zen
([extern] Ecofin) die Arbeitnehmer zur Lohnzurückhaltung auf, um die
Inflation nicht weiter anzuheizen. Damit haben die EU-Finanzminister in
Brno klar gestellt, wer für die Finanzkrise zahlen soll. Wurde trotz hoher
Gewinne von Unternehmen und Banken lange Lohnzurückhaltung gepredigt, um
das zarte Pflänzchen Wachstum nicht zu beschädigen, soll nun damit die
Inflation gebremst werden. Tausende Gewerkschafter demonstrierten am
Samstag in der slowenischen Hauptstadt für höhere Löhne und
Globalisierungskritiker bezeichnen die Absichtserklärung zur Bekämpfung
von Finanzkrisen, wie die Einrichtung von "Stabilitätsgruppen", als einen
schlechten Witzàô Artikel von Ralf Streck in telepolis vom 07.04.2008
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27666/1.html
Siehe dazu auch:
- "Die Löhne sind der wahre Notstand Europas"
Interview von Rosso Vincenzo mit Generalsekretär des EGB John Monks
anlässlich der "Eurodemo" gegen das Treffen der EU-Finanzminister am
5.April 2008 in Ljubljana bei äscharf linksô
http://scharf-links.de/57.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=1003&tx_ttnews[backP
id]=56&cHash=dcab9a5901
b) Zur Demonstration europäischer GewerkschafterInnen in Ljubljana siehe
im LabourNet Diskussion > (Lohn)Arbeit: Realpolitik > Mindestlohndebatte >
Mindestlöhne in der Europäischen Union
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/mindestlohn
-eu.html
Lieber Gruss, Ralf und Mag
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Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskrit
isch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes,
qu`ils aient ou non un emploi
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