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Das Thema Überwachung wird mittlerweile auch bei genuin linken Strukturen
immer wichtiger. Die Bandbreite reicht mittlerweile von FDP und Jusos über
Kirchen und Berufsverbände bis hin zu den massiv politisierten Geeks vom
CCC und zur autonomen Szene. Wir können daher m.E. im Moment die Geburt
einer neuen sozialen Bewegung gegen Überwachung zu beobachten - und dabei
mitmachen. Ein paar Hinweise dazu gibt es auch unter
<http://netzpolitik.org/2008/warum-hacker-sich-als-buergerrechtler-verstehen/>
Grüße, Ralf
----- Forwarded message from goettingen ät rote-hilfe.de -----
Date: Tue, 08 Jan 2008 00:17:31 +0100
From: goettingen ät rote-hilfe.de
Hallo,
wir möchten euch auf einen Artikel über unsere aktuelle Kampagne in der
Zeitung des Basisdemokratischen Bündnisses aufmerksam machen. Online
findet ihr ihn hier http://bb-goettingen.de/1001 oder einfach am Ende
dieser Mail. Wir freuen uns über rege Teilnahme!
Solidarische Grüße
eure Rote Hilfe
Unbekannte Akten
Rote Hilfe startet Kampagne gegen Datensammelwut
Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung wird dieser Tage vieler Orts
diskutiert und kritisiert. Staatliche Sammelwut gibt es aber schon viel
länger.
Insbesondere über politisch aktive Menschen sammeln die Behörden Daten.
Wer "politisch genug" ist, um in den Fokus staatlicher Schnüffelei zu
geraten, bestimmen die Ermittler_innen selbst - und legen dabei eine
erschreckend niedrige Hemmschwelle an den Tag. Die Rote Hilfe lädt nun
alle ein, sich einen Überblick über die gespeicherten Daten zu
verschaffen.
"Bereits das Kandidieren für eine linke Hochschulgruppe bei den Uniwahlen
kann ausreichen, damit die politische Polizei eine Akte über eine Person
anlegt und diese fortan genau beobachtet", sagte eine Sprecherin der
Roten Hilfe Göttingen. Weiterhin seien Fälle bekannt, in denen das
Schreiben eines kritischen Leserbriefs genügte, um von den Behörden
beschnüffelt zu werden. LKA, Verfassungsschutz, Polizei: Sie alle führen
Akten über politisch aktive Menschen, dokumentieren, auf welchen Demos
oder Party's sie waren, womöglich was sonstige Gewohnheiten sind. Selbst
in ihrer eigenen Logik begehen die Schnüffler_innen dabei Fehler. Der
Roten Hilfe sind aus jüngerer Vergangenheit Fälle bekannt, in denen
zahlreiche Einträge in staatlichen Akten von den Betroffenen widerlegt
werden konnten. Sie waren schlicht falsch.
Die Konsequenzen für die betroffenen Personen können sehr unerfreulich
sein. Sehr schnell landet man in Kategorien wie "Gewalttäter links". Für
Streifenpolizist_innen Grund genug, bei der nächsten Verkehrskontrolle
etwas genauer hinzuschauen. "Es kann sogar sein, dass solche
Akteneinträge die Einstellung in ein Arbeitsverhältnis für die
Betroffenen verhindern", beklagt die Sprecherin der Roten Hilfe weiter.
Zudem werden ihren Angaben nach die Daten auch internationalisiert. "Der
Grenzschützer weiß dann nicht mehr, dass man eigentlich nur mal einen
Leserbrief geschrieben hat und verweigert womöglich die Einreise".
Die Göttinger Ortsgruppe der Roten Hilfe will dieser gängigen Praxis
etwas entgegen setzen. Sie hat eine Kampagne ins Leben gerufen, die ein
kollektives Auskunftsersuchen zum Ziel hat. Möglichst viele Menschen
sollen im Januar bei den entsprechenden Behörden einen Antrag auf
Auskunft über ihre Akteneinträge stellen. Für die einzelnen Personen ist
der Aufwand minimal: sie müssen nur eine Vollmacht ausstellen - den Rest
erledigt ein Anwalt.
Der Roten Hilfe geht es bei dieser Kampagne zum Einen darum, die
behördliche Sammelwut bloß zu stellen. Außerdem habe jede_r das Recht zu
erfahren, was über sie_ihn gespeichert ist. "Zusammen mit einem Anwalt
hat man gute Chancen, zumindest einen Überblick über seine Akteneinträge
zu bekommen" heißt es in einer Publikation. Wenn man einen solchen Antrag
ohne anwaltliche Unterstützung stelle, erfahre man oft nichts oder nicht
alles. Man braucht kein_e Jurist_in zu sein, um zu ahnen, dass dieses
Vorgehen nicht rechtmäßig ist. Allem Anschein nach ist es aber
behördlicher Alltag.
Um zu verhindern, dass die Behörden durch ein solches Auskunftsersuchen
erst auf Personen aufmerksam werden, sollen viele Anträge gleichzeitig
abgegeben werden. "Deswegen machen wir diese groß angelegte Kampagne"
erklärt die Sprecherin der Roten Hilfe. Die Gruppe sammelt die Anträge
bis Ende Januar und reicht sie dann auf einen Schlag bei den Behörden
ein.
Die Formulare für das Auskunftsersuchen gibt es bei der Roten Hilfe oder
im FSR SoWi Raum im Oec. Für die Deckung der Kosten wird um eine Spende
von 10 Euro gebeten. Abgeben kann man die Formulare im Keller des Roten
Buchladens oder bei der Roten Hilfe direkt. Die Gruppe trifft sich jeden
Dienstag ab 18.15 Uhr in der Geismar Landstraße 6. Hier informieren die
roten Helfer_innen auch gerne im persönlichen Gespräch.
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FIfF-L ät lists.fiff.de
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