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Einladung zur 23. FIfF-Jahrestagung
"Datensammelwut"
Samstag, 13. Oktober 2007, 11 - 22 Uhr
Ravensberger Spinnerei, Bielefeld
Die meisten Menschen in Deutschland, soweit sie das Kindesalter ueberschritten haben, hinterlassen unzaehlige Datenspuren mit jedem Telefonat, jeder SMS, jeder E-Mail, jeder Ueberweisung, jedem Gebrauch von Kreditkarten, EC-Karten und Kundenkarten aller Art, jedem Vorbeigehen an einer Videokamera, jedem Ausfuellen und Abschicken eines Internet-Formulars und bei vielen anderen Aktivitaeten und Gelegenheiten. Das waere nicht so schlimm, wenn diese Daten nicht in vielfaeltiger Weise von Staat und Wirtschaft aufgezeichnet, verknuepft und verwendet wuerden oder werden koennten fuer Kunden-, Bewegungs- und Persoenlichkeitsprofile, zur Kontrolle, Ueberwachung und Ausspaehung. Datenschutz, der Schutz der Privatsphaere und andere Grundrechte bleiben dabei haeufig auf der Strecke.
Und der Hunger von Polizei, Geheimdiensten, anderen staatlichen Einrichtungen und in der Wirtschaft nach Daten der Buergerinnen und Buerger bleibt unersaettlich. In mehreren Staaten der Europaeischen Union werden inzwischen bereits alle Telekommunikationsdaten hinsichtlich Sender und Empfaenger mindestens sechs Monate als Vorratsdaten gespeichert. Um vielleicht einen Kriminellen leichter zu ueberfuehren, werden also 200 von den 450 Millionen Menschen in der EU unter Generalverdacht gestellt. Der US-amerikanische Geheimdienst verlangt ueber alle europaeischen Fluggaeste, die die USA besuchen, eine umfangreiche Datensammlung, die selbst die Essenswahl waehrend des Fluges und das Reisebuero, in dem das Ticket gekauft wurde, umfassen. Der deutsche Innenminister wuenscht sich die dauerhafte Verfuegbarkeit aller Fingerabdruecke, die in den Meldestellen bei der Ausstellung eines Passes neuerdings abgenommen werden. Am liebsten haette er sicherlich noch den "genetischen Fingerabdruck" aller 80 Millionen Deutschen, damit jedes weggeworfene Taschentuch und jede Zigarettenkippe persoenlich zugeordnet werden koennen. Die Datensammelwut hat laengst die Grenze des Zumut- und Hinnehmbaren ueberschritten. Ob sie zu mehr Sicherheit fuehren kann, ist ungewiss und eher unwahrscheinlich. Die Freiheit wird aber auf jeden Fall geopfert. Der Bundesdatenschutzbeauftragte kritisiert in seinem juengst vorgelegten Datenschutzbericht, dass auf staatlicher Seite immer neue Ideen entwickelt werden, Daten zu sammeln ohne Ruecksicht und Beachtung der Grundrechte. Er beklagt aber auch, wie leichtfertig und gedankenlos viele Buergerinnen und Buerger Informationen privater Art zur Verfuegung stellen.
Auf der 23. FIfF-Jahrestagung am 13. Oktober 2007 soll das Thema "Datensammelwut" ins Zentrum der Diskussion gestellt werden. Im historischen Saal der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld werden am Freitag, den 12. Oktober 2007, abends die Big Brother Awards (BBA) an die schlimmsten "Datenkraken" des Jahres vergeben. Diesen Faden nimmt die FIfF-Tagung am selben Ort auf. Das inhaltliche Programm (siehe Uebersicht) beginnt am Samstag um 14 Uhr mit dem Eroeffnungsvortrag von padeluun, dem bekannten Bielefelder Kuenstler, Netzaktivisten und Vertreter des FoeBuD. Von 15 bis 17 Uhr werden parallele Arbeitsgruppen stattfinden. Um 17 Uhr haelt Constanze Kurz (Humboldt-Universitaet zu Berlin und CCC) den zweiten Hauptvortrag ueber Biometrische Vorratsdatenspeicherung. Der Abend ist dann dem informellen Austausch und einem kulturellen Programm vorbehalten.
Die alljaehrliche Mitgliederversammlung, bei der in diesem Jahr auch Vorstandswahlen durchgefuehrt werden, ist vor dem inhaltlichen Programm für Samstag von 11 bis 13 Uhr angesetzt. Wir hoffen, dass dadurch viele Mitglieder teilnehmen können, ohne dass sich Nichtmitglieder zwischendrin ausgeladen fuehlen.
Wer sich an der weiteren Vorbereitung beteiligen oder eine Arbeitsgruppe organisieren moechte, wer noch Anregungen und Wuensche z.B. für das Samstagabendprogramm hat, moege sich bitte einfach per E-Mail melden. Die Kontaktadressen sind:
FIfF-Geschaeftsstelle
Goetheplatz 4
28203 Bremen
Tel.: 0421 - 33 65 92 55
Fax: 0421 - 33 65 92 56
fiff ät fiff.de
FIfF-Jahrestagung 2007
c/o Hans-Joerg Kreowski
Universitaet Bremen
Fachbereich Mathematik/Informatik
OAS 3001
Linzer Strasse 9a
28359 Bremen
kreo ät fiff.de
Anmeldung: 2007 ät fiff.de
Tagungsort: Ravensberger Spinnerei, Bleichstrasse, 33607 Bielefeld
Der FIfF-Vorstand laedt alle Interessierten herzlich ein und hofft auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Eintritt ist frei. Entsprechend schlank muessen Organisation und Service bleiben. Speis und Trank werden wir aber zum Selbstkostenpreis bereitstellen.
Programmuebersicht FIfF-Jahrestagung 2007
Samstag, 13. Oktober
11 - 13 Uhr: Mitgliederversammlung
13 - 14 Uhr: Anmeldung zur Tagung
14 - 15 Uhr: Hauptvortrag von padeluun (FoeBuD e.V., Bielefeld)
Daten fordern: Menschenschutz -
Warum "Datenschutz" das falsche Wort für eine richtige Idee ist
15 - 17 Uhr: Arbeitsgruppen
17 - 18 Uhr: Hauptvortrag von Constanze Kurz (Humboldt-Universitaet zu Berlin):
Biometrische Vorratsdatenspeicherung
18 - 22 Uhr: nettes Beisammensein mit Kulturprogramm
geplante Beitraege:
"Weizenbaum, Rebel at Work"
Dokumentarfilm von Silvia Holzinger und Peter Haas (Il Mare Film);
"In der Datenfalle"
PowerPointParodie von Hans-Joerg Kreowski
FIfF
Forum InformatikerInnen für Frieden
und gesellschaftliche Verantwortung e.V.
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