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Fairtrade - Entwicklungshifle durch fairen Handel

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Preiswerte Bananen, Schnäppchenangebote beim Kaffee, billige Baumwollbekleidung oder durchaus bezahlbare exotische Fruchtsäfte. Sicher überkommt jeden gelegentlich das schlechte Gewissen denn uns ist bewusst, dieser kostengünstige Luxus ist erarbeitete auf dem Rücken zahlloser Tagelöhner.

Die Methoden zum Erzielen niedriger Kosten reichen von Kinderarbeit bis zu Dumpingpreisen bei Arbeitslöhnen und Verhältnissen die an Sklavenarbeit erinnern. Doch was tun, wird mancher sich fragen, auf Obst verzichten, weder Tee noch Kaffee genießen oder nur noch synthetische Kleidung tragen?

–Fairtrade-

Entwicklungshilfe Organisationen erkannten schnell, dass der Konsument einen wichtigen Faktor in Kampf um gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen darstellte.

1980 entstand in Holland das erst Fairtrade Label gegründet durch Max Havelaar für Kaffee Produzenten aus Mexiko. Seitdem haben sich der Bewegung 19 ähnliche Organisationen angeschlossen die jetzt unter dem Label FLO arbeiten.

Produkte mit dem Fairtrade Label garantieren, dass die örtlichen Produzenten der Ware einen guten Preis für ihre Produkte erhalten und grundlegende Arbeits- und Menschenrechte beachtet werden.

Fairtrade ist heute eine internationale Organisation. Sie überwacht die faire Behandlung der lokalen Industrie durch die Einkäufer der Firmen, die ebenfalls dem Fairtrade Logo angehören.

Produzenten die sich FLO angeschlossen haben erhalten für Ihre Güter einen Mindestpreis der unbedingt die Kosten deckt, sowie eine zusätzliche Prämie zur Entwicklungshilfe der Region.

Die Fairtrade Organisation gewann schnell an Momentum. Bereits Ende 2005 gehörten ihr 548 lokale Produzenten aus 50 Ländern und über eine Million Farmer und Arbeiter an, welche ihrerseits an hunderte registrierter Importeure in 19 Ländern verkaufen. 667 registrierte Händler bestehend aus Exporteuren, Importeuren, weiterverarbeitende und herstellende Firmen sind ein Beweis für den Erfolg von Fairtrade.

Das wichtige daran? Alle Beteiligten profitieren von Fairtrade. Die strengen Auflagen garantieren den örtlichen Bauern und Produzenten einen angemessenen Preis, während die Importeure die Sicherheit besitzen qualitativ hochwertige Ware zu erhalten.

Zu den von Fairtrade geführten Produkten gehören unter anderem Kaffee, Tee, Reis, frisches Obst, Säfte, Schokolade, Zucker, Honig, Sportbälle und Wein.

Auch in Deutschland gibt es Fairtrade, die Organisation gewinnt, getragen vom wachsenden sozialen Bewusstsein, täglich mehr Einfluss. Am Ende liegt es jedoch am Verbraucher ein paar Cent extra für Fairtrade Produkte zu zahlen um denen zu helfen welche unsere Geiz ist Geil Mentalität an den Rand des Existenzminimums treibt.

Zu Berücksichtigen gilt sicher das viele Deutsche mit großen finanziellen Schwierigkeiten kämpfen und es liegt daher auch an den Konzernen Fairtrade möglich zu machen. Die englische Kette Marks und Spencer hat den Anfang gemacht und ist jetzt einer der größten Anbieter von Fairtrade Produkten was darauf hoffen lässt, dass andere Ketten bald gleichziehen.

Erwähnt werden sollte auch, dass Fairtrade 1999 schon seinen eigenen Skandal hatte. Zufolge einer Bürgerrechtsbewegung hatte sich die SOCAMA, eine mexikanische Organisation, bei Fairtrade beworben und provisorischen Status erhalten. Wie sich durch die Chiapas-Kaffee-Kampagne jedoch herausstellte finanzierte die SOCAMA Todesschwadrone und politische Wahlkämpfe. Fairtrade entzog der SOCAMA seinen Status sowie das Label und lässt sicher in Zukunft mehr Sorgfalt bei der Vorauswahl gelten.

Fest steht, dass Fairtrade, obgleich des Ausrutschers, eine erste Möglichkeit darstellt, den Tausch von Waren gegen Währung sozialer zu gestalten und den großen Konzernen ein wenig die Stirn zu bieten.

Die falsche Agrarpolitik kostet in Ländern wie Franreich vielleicht die Wahl, doch in Afrika kostet sie Leben.
Iddi Simba, Handelsminister Tanzania

19.03.06    Sandra Pennewiss <sandra@waterflake.firma.cc>
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