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"Stromlücke" ist Schimäre der Energiekonzerne. Atom- und
Kohlekraftwerke sind verzichtbar
Berlin (ots) - Zur aktuellen Expertise des Umweltbundesamtes über
das Nichtvorhandensein einer Versorgungslücke im Energieangebot
erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND): "Jetzt hat auch das Umweltbundesamt
klargestellt, dass ohne Atomstrom und ohne neue Kohlekraftwerke
ambitionierte Klimaschutzziele und eine sichere Stromversorgung
erreichbar bleiben. Die Chefs der Energieunternehmen sollten endlich
einsehen, dass ihre Panikmache vor einem Black-out in Deutschland
gescheitert ist. Und sie sollten dafür sorgen, dass mehr in
effiziente und klimaschonende Heizkraftwerke investiert wird."
Nach Ansicht des BUND könnten regenerative Energien bis 2020 die
Kapazitäten der abzuschaltenden Atomkraftwerke ersetzen. Werde der
Stromverbrauch bis dahin um ein Fünftel gesenkt und der Anteil des
Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) auf rund 30 Prozent
gesteigert, sei Deutschland weit von einer so genannten "Stromlücke"
entfernt. Die Stromerzeugung in KWK-Heizkraftwerken mit hohem
Wirkungsgrad lasse sich gegenüber dem heutigen Stand mindestens
verdoppeln, wenn es eine ausreichende Förderung gebe.
Den von der Deutschen Energieagentur (dena) zur Deckung einer
"Stromlücke" errechneten Bedarf von 15 zusätzlichen Großkraftwerken
stellte der BUND infrage. Deutschlands Stromexporte hätten im
zurückliegenden Jahr der Leistung zweier Atomkraftwerke entsprochen.
Dieser hohe Exportanteil belege, dass es auch dann keine Stromlücke
gebe, wenn wie 2007 mehrere Reaktoren wegen technischer Pannen
monatelang abgeschaltet blieben. Neue Kohlekraftwerke, wie sie die
dena fordere, unterliefen zudem die nationalen Klimaschutzziele.
Diese erforderten, dass der gesamte Energiesektor in Deutschland im
Jahr 2050 nur noch etwa 85 Millionen Tonnen CO2 emittieren dürfe. Die
derzeit geplanten Kohlekraftwerke würden dann jedoch mindestens 145
Millionen Tonnen des Klimagases ausstoßen.
Weiger kündigte an, der BUND werde den Bürgerprotest an den
Standorten geplanter neuer Kohlekraftwerke weiter intensiv
unterstützen. Als nächstes gehe es darum, den Bau des
Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu stoppen. Die Hamburger
Grünen dürften nur dann eine Koalitionsvereinbarung mit der CDU
eingehen, wenn statt des Kohlekraftwerks ein deutlich kleineres
effizientes Gaskraftwerk gebaut wird und Hamburg verstärkt auf
Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzt. In einem
Alternativszenario hatte der BUND errechnet, dass auf diese Weise die
CO2-Emissionen der Hansestadt gegenüber dem von Vattenfall geplanten
Kohlekraftwerk um 80 Prozent geringer ausfallen.
Ein BUND-Hintergrundpapier zum Thema "Stromlücke" finden Sie im
Internet unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/k
lima/20080327_klima_keine_stromluecke_klimafakten.pdf
Originaltext: BUND
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