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BUND legt Konzept für europäische Pkw-Verbrauchslimits vor.
Hersteller sollen für schwere Autos hohe Strafen zahlen
Berlin (ots) - Einen Tag nachdem die EU-Umweltminister in Brüssel
über Regeln zur Senkung des Spritverbrauchs von Neuwagen beraten
haben, stellte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
heute ein eigenes Konzept zur Senkung der CO2-Emissionen bei Pkw vor.
Danach hätten in Europa neuzugelassene Fahrzeuge bis 2012 im
Durchschnitt das Limit von 120 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer
einzuhalten. Für jeden nach 2012 produzierten Pkw, der über dem
120-Gramm-Durchschnitt liegt, soll nach dem BUND-Vorschlag der
Hersteller eine Strafe von 150 Euro pro Gramm Überschreitung zahlen.
Sollten die Hersteller schwerer und luxuriöser Fahrzeuge wie
Mercedes, BMW und Audi die Emissionen ihrer Neuwagen nicht mindestens
um ein Drittel reduzieren, müssten sie nach dem BUND-Konzept ab 2012
mit hohen Strafen rechnen. Mit den Einnahmen aus den Strafzahlungen
solle die EU-Kommission Entwicklung und Kauf besonders sparsamer
Autos und den Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsmittel bezuschussen.
Bis 2020 soll der Durchschnittsgrenzwert dann bei gleich hohen
Strafen auf 80 Gramm CO2 pro Kilometer gesenkt werden.
Der BUND hat ausgerechnet, dass nach dem vorliegenden
EU-Kommissionsvorschlag die Pkw-Flotte in Europa im Jahr 2025 im
Durchschnitt noch immer über fünf Liter Sprit auf hundert Kilometer
verbrauchen und bezogen auf das einzelne Fahrzeug mehr als 120 Gramm
CO2 pro Kilometer emittieren wird. Grund dafür sei das Fehlen
wirksamer Anreize zur Gewichtsreduzierung bei Neuwagen. Die
Umweltschützer fordern bis 2030 eine Halbierung der realen
CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs in der EU.
Ulrike Mehl, stellvertretende BUND-Vorsitzende: "Die
Bundesregierung verliert endgültig ihre klimapolitische Unschuld,
wenn sie weiter die Lobbyistin der deutschen Autoindustrie gibt und
sich für die großen und schweren Karossen ins Zeug legt. Bei ihren
Meseberger Beschlüssen zum Klimaschutz hat sie vor knapp einem Jahr
noch gefordert, bis 2012 das 120-Gramm-Ziel durchzusetzen. Und jetzt
verwässert die gleiche Bundesregierung jeden ehrgeizigen Vorschlag
und stellt die Weichen in eine völlig falsche Richtung. Sie
verhindert so die wirksamste Methode zur Senkung des Spritverbrauchs:
nämlich die stufenweise Reduzierung des Fahrzeuggewichts."
Die Bundesregierung votiere außerdem bei den auch von der EU
geplanten Strafzahlungen für Spritfresser bewusst für einen niedrigen
Wert von nur 35 Euro pro Gramm Überschreitung. Den deutschen
Autoherstellern falle es dann relativ leicht, diese Strafen mit den
hohen Gewinnen u. a. aus dem Verkauf eben dieser Spritfresser zu
finanzieren. Z. B. müsste Porsche lediglich rund 140 Millionen Euro
zahlen, wenn dessen Neufahrzeuge im Jahr 2015 durchschnittlich etwa
250 Gramm CO2 pro Kilometer, also mehr als das Doppelte des dann
geltenden Wertes, ausstoßen würden.
BUND-Verkehrsexperte Werner Reh: "Anstatt effiziente und sparsame
Autos zu bauen, lamentieren die Manager der deutschen Autoindustrie
über die angeblich unfaire Verteilung der Lasten beim Klimaschutz.
Wann endlich kommen diese Herrschaften in der Realität des
europäischen Automarktes und zunehmender Ölknappheit an? Kein
deutscher Hersteller bietet heute eine breite Palette
verbrauchsgünstiger und bezahlbarer Benzin-Pkw. Dabei hat das
Institut für Kraftfahrtwesen in Aachen im Auftrag des
Umweltbundesamtes erst vor kurzem gezeigt, dass bei einem
serienmäßigen fünfsitzigen Auto mit einfachen Mitteln und mit Kosten
um die 500 Euro pro Fahrzeug der Spritverbrauch um rund ein Drittel
gesenkt werden kann."
Der BUND verlangt ebenso wie die EU-Kommission von den
Autoherstellern im sogenannten "Premiumsegment", also vor allem von
Mercedes, Audi und BMW eine überdurchschnittliche Minderung der
CO2-Emissionen ihrer Neuwagen. Derzeit stießen die Fahrzeuge dieser
Autofirmen durchschnittlich 180 Gramm CO2 und mehr pro gefahrenem
Kilometer aus. Es sei daher nur fair, wenn diese Hersteller ihre
Emissionen um 30 Prozent und damit um zehn Prozent stärker reduzieren
müssten als im europäischen Mittel erforderlich. Leider würden
deutsche Hersteller bei dem übermorgen beginnenden Genfer Autosalon
erneut Modelle vorstellen, die mit Motorenstärken von über 500 PS
allen Klimaschutzzielen zuwiderliefen.
Den BUND-Hintergrund "Freie Fahrt ins Klimachaos? Die Vorgaben der
EU zur CO2-Minderung bei neuen Pkw" finden Sie im Internet unter:
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/verkehr/20080304_
verkehr_co2_grenzwerte_pkw_analyse.pdf
Originaltext: BUND
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/7666
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_7666.rss2
- Pressekontakt
- Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte:
Tel. 030-27586-435 bzw.
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher:
Tel. 030-27586-425, Fax: -449
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Internet: www.bund.net
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