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Einladung zu den Attac Maitagen!

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Attac-Sommerakademie 2008 + Frühjahrsratschlag = Maitage in Leipzig: 30. April / 1. Mai - 4. Mai 2008

Liebe Freundinnen und Freunde von Attac, liebe Mitglieder,

in wenigen Wochen bietet sich die schöne Gelegenheit, Attac von seiner besten Seite kennen zu lernen - als Bildungsbewegung mit Herz und Verstand. Mit den Themen "Krise und Akteure der Finanzmärkte", "Demokratie und Eigentum" oder "Arbeit und soziale Rechte" veranstalten wir eine Akademie, die Kompetenz und Spannung in die aktuellen Debatten bringt. Über 50 Seminare, Vorträge, Diskussionen und ebenso viele ReferentInnen aus der kritischen Wissenschaft, aus der Attac-Praxis, Expertinnen und Journalisten, Moderatorinnen und Gesprächspartner sind im Angebot - weiter unten eine kleine Auswahl als "Appetithappen".

Gekrönt wird das Programm vom Ratschlagsplenum am Sonntag, für das Attac herzlich zum Mitreden und -entscheiden einlädt. Drumherum und mittendrin gibt es Filme, Lieder, Party und die schöne Atmosphäre, die durch viele kreative und engagierte Menschen in und um Attac entsteht. Am Samstagabend auch Theater: "Das Blaue Wunder" - ein Stück über die aufhaltsame Privatisierung des Wassers - mit der Berliner Compagnie.

Und das alles (fast) vor der Haustür: in Leipzig-Liebertwolkwitz, in der Geschwister-Scholl-Schule, die nicht nur aufgrund ihres Namens gefällt. Für 65 Euro volles Programm vom 30.4./1.5. bis 4.5. mit köstlicher Vollverpflegung aus Bioanbau und Schlafplatz inclusive - allerdings nur nach Anmeldung (bis 18. April).

Auf der Webseite gibt es noch mehr Informationen und das
Anmeldeformular: www.attac.de/maitage
Oder einfach anrufen im Attac-Bundesbüro: 069 / 900 281-10

Viele Grüße vom Vorbereitungsteam - und vielleicht bis bald!

Sabine Leidig, Christine Starzmann, Johannes Schroth, Daniel Nitzpon und die anderen ...


Beispiele aus dem Programm der Maitage
(30.4./1.5. - 4.5.08 in Leipzig):

Krise und Akteure der Finanzmärkte

Finanzkrisen

Viele Wissenschaftler, Banker, Politiker und Kommentatoren sind sich einig: auf den Weltfinanzmärkten tobt die schlimmste Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Sie droht, die Weltwirtschaft in den Abgrund zu reißen. In dem offenen Seminar beschreiben Mitglieder der AG Finanzmärkte den Stand der Dinge, wie es dazu kommen konnte und was die Ursachen der gegenwärtigen Krise sind. Weiterhin werden die Mechanismen von Finanzkrisen allgemein erläutert, denn diese sind in einem liberalisierten Kapitalismus nichts Ungewöhnliches. In der anschließenden Diskussion kann die Frage erörtert werden, wie Attac angemessen auf die Ereignisse reagieren
sollte.
Referenten: Ulf Martin, Stephan Schilling

"Was ist das Ausrauben einer Bank gegen die Gründung einer Bank"

Rollenspiel: Ihr seid VertreterInnen der französischen deutschen, britischen Regierung und besitzt gemeinsam eine Bank, und zwar die finanzstärkste europäische öffentliche Bank -die Europäische Investitionsbank. Ihr wollt mit dieser Bank sehr unterschiedliches: Mittelmeerkooperation, Investitionen im eigenen Land, eine Entwicklungsbank als Gegenstück zur Weltbank. Außerdem wollen Umwelt-, Menschenrechts-und Entwicklungsgruppen alles Mögliche von Euch und Projektbetroffene auch noch mitreden. Deshalb ladet Ihr zu einer Konsultationsrunde über ein besonders kritisiertes Projekt ein, besprecht Euch aber vorher noch untereinander. Das Seminar gibt Einblick in die wenig bekannte aber mächtige Europäische Investitionsbank; in ihre Funktionen, ihre Defizite und ihren dringenden Veränderungsbedarf.
Referentinnen: Daniela Setton (Politologin arbeitet bei weed (world economy, ecology & development) zu Internationalen Finanzinstitutionen) und Regine Richter (Mitarbeiterin von urgewald)

Die neue Geographie der Macht -Entwicklungsländer und Hegemoniekrise des Neoliberalismus

Die 90er Jahre brachten den (fast) globalen Triumph des Neoliberalismus. Über den Washington Konsens sahen sich auch die meisten Entwicklungsländer gezwungen, sich dem Strukturanpassungsdiktat des IWF zu unterwerfen. Inzwischen sind die neoliberalen Rezepte gescheitert. Weite Teile Lateinamerikas haben sich von der Bevormundung gelöst. Mit der Banco del Sur und dem regionalen Integrationsprojekt ALBA versuchen sie eine Alternative zum hegemonialen Multilateralismus. China und Indien steigen mit einem eigenen Entwicklungskonzept zu Großmächten auf. Die WTO kommt aus ihrer Dauerkrise nicht heraus. Der IWF muss die Hälfte seine Mitarbeiter entlassen. Die gegenwärtige Finanzkrise wird das herrschende Modell weiter diskreditieren. Es scheint, dass die weltpolitischen Karten neu gemischt werden.
Referent: Peter Wahl (Mitbegründer von Attac, Gesellschaftswissenschaftler und Publizist mit Themenschwerpunkt Entwicklungspolitik und Nord-Süd-Beziehungen)

Demokratie und Eigentum

Die Rückkehr der Eigentumsfrage

Die klassische Eigentumsfrage drehte sich um das private Eigentum an den Produktionsmitteln und die Möglichkeiten seiner Vergesellschaftung beziehungsweise demokratischen Kontrolle. Dass diese Debatte leiser geworden ist, liegt nicht nur an den veränderten politischen Machtverhältnissen, sondern auch an den veränderten Eigentumsformen. Was heißt heute - im Finanzmarktgetriebenen Kapitalismus - Vergesellschaftung oder demokratische Kontrolle der Produktionsmittel? Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man sich zunächst Klarheit über die Geschichte und die Funktionen des Eigentums verschaffen. Denn die Eigentumsfrage stellt sich nicht nur neu, sie muss offensichtlich auch neu formuliert werden, um sich nicht in spekulativen Modellen zu verlieren.
Referent: Harald Werner (Journalist, Soziologe, Pädagoge, Philosoph. Derzeit verantwortlich für die Bildungsarbeit der Linkspartei.)

Einführung in die kritische Staatstheorie

Einführung in zentrale Grundbegriffe. Wichtig ist mir zu verdeutlichen, worin der Erkenntnisgewinn einer kritischen, d.h. in der Tradition von Karl Marx, Antonio Gramsci und Nicos Poulantzas stehenden, Staatstheorie liegt. Der Workshop soll einen ersten Einblick vermitteln. Am Workshop Menschen nehmen mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen teil. Ziel ist es, dass alle TeilnehmerInnen am Ende den Eindruck haben, dass sie viel lernten und sich fruchtbar einbringen und austauschen konnten.
Referent: Ulrich Brand (Wien) Politikwissenschaftler, Fachgebiet "Globalisierung & Politik", arbeitet u.a. zu Internationaler Politischer Ökonomie, Regulations-und Staatstheorie, und Globalisierungskritik. Aktiv in der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und im wissensch. Beirat von Attac-Deutschland.

Krise der Privatisierung

Die bisherigen Privatisierungen haben weniger Wettbewerb, mehr Arbeitslosigkeit, höhere Gebühren und Preise gebracht. Trotzdem halten nicht nur die Konzerne, Banken und ihre Lobby und auch alle "verantwortlichen" Parteien einschließlich der Grünen am Heilmittel Privatisierung fest. Die neuere Variante "Public Private Partnership" wird immer häufiger praktiziert. Aber nur noch 13 Prozent der Bevölkerung befürworten weitere Privatisierungen. Der Börsengang der Bahn hat sich verzögert. Ein Bürgerentscheid hat den Verkauf der Leipziger Stadtwerke verhindert. Manche Kommunen holen die Müllentsorgung zurück. Unter welchen Bedingungen können die Bürger ihr Eigentum zurückholen?
Referent: Werner Rügemer (Philosoph und Autor, Journalistenpreisträger)

Arbeit und soziale Rechte

Menschenrechte in Mexiko - Bericht zweier internationaler Beobachterinnen zur Situation in Chiapas, Oaxaca und Atenco

Nach dem Massaker von Acteal/Chiapas vor 10 Jahren reiste die Internationale Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte - kurz CCIODH - erstmals nach Mexiko. Auf der nun schon sechsten Reise untersuchten 51 Männer und Frauen aus 10 Ländern im Februar 2008, wie sich die Lage heute darstellt. Wie aktiv sind die Paramilitärs in Chiapas und welche Auswirkungen hat dies für die zapatistische Befreiungsbewegung? Sind die Fälle sexuellen Missbrauchs und andere gewaltsame Übergriffe während des Polizeieinsatzes in San Salvador Atenco juristisch aufgearbeitet? Wie sieht die soziale und politische Situation in Oaxaca nach dem Volksaufstand 2006 heute aus? Referentinnen: Prof. Raina Zimmering (Politikwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Lateinamerika, Mitglied der Internationalen Zivilen Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte in Mexiko) und Regine Brosius

ArbeitFairTeilen

Erwerbslosigkeit ist ein Instrument der wirtschaftlich Mächtigen, die Arbeitenden und Erwerbslosen in Sachen Lohn, Leistung und Arbeitszeit zu erpressen. Die Sozialen Sicherungssysteme werden unterhöhlt. Wenngleich es nicht möglich und wünschenswert ist, 'Vollbeschäftigung' im alten Sinne des männlichen 40-Stunden- Vollzeitbeschäftigten (wieder) herzustellen, ist eine Umfairteilung der Arbeit -Erwerbsarbeit und Nichterwerbsarbeit -erforderlich, um allen eine würdige Perspektive zu schaffen. Im Seminar werden verschiedene Möglichkeiten der Arbeitsumfairteilung vor und zur Diskussion gestellt sowie politische und wirtschaftliche Zusammenhänge erarbeitet und diskutiert:
ReferentInnen: Stephan Krull (ehem. Betriebsrat bei VW) / Heinz Bontrup (Professor für Wirtschaftswissenschaft und Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, mit Forschungsschwerpunkt Arbeitsökonomie) / Cornelia Heintze (Verfasserin von Studien zum skandinavischen Wohlfahrtsstaat)

Anforderungen an ein emanzipatorisches Grundeinkommen

Immer mehr Modelle für etwas, das sie "bedingugnsloses Grundeinkommen" nennen, werden von verschiedener Seite in die politische Debatte gebracht. Dabei ist längst nicht immer Emanzipation drin, wo bge draufsteht. Vor allem auf kurzfristige Durchsetzbarkeit orientierte Modelle sind meist nicht einmal so sehr versteckte Sozialabbauprogramme. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen, was ein Grundeinkommen zu einem emanzipatorischen Vorschlag macht. In der Attac-AG "genug für alle" gibt es dazu umfassende Überlegungen, die hier vorgestellt werden sollen.
ReferentInnen: Werner Rätz; Dagmar Paternoga

Attac zum Kennenlernen

"Wie tickt Attac?"

Wer sich einen lebhaften Überblick verschaffen will über die kurze Geschichte von Attac, über die vielschichtigen Themen und Strukturen, über die Akteure und die Grundlagen der Zusammenarbeit, über Strategien und Aktionsformen, der/die ist hier richtig.
Referentin: Sabine Leidig (Geschäftsführerin im Attac-Bundesbüro)

Einstieg in die Globalisierungskritik: Eine andere Welt ist nötig!

Warum ist eine andere Welt unbedingt nötig? Was sind die Strukturen und Akteure der neoliberalen Globalisierung? Und wie sehen unsere Alternativvorschläge aus? Diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen eines dreitägigen Workshops nähern. Dazu laden wir insbesondere diejenigen unter Euch ein, die einen ersten Einstieg in die Globalisierungskritik finden wollen und Lust haben selbst aktiv zu werden. Noya = network of young altermondialists, ist das globalisierungskritische Jugendnetzwerk unter dem Dach von Attac. Hier vernetzen sich junge Leute zum Austausch, zu gegenseitiger Unterstützung und zu gemeinsamen Aktionen.
ReferentInnen: Julian Schwartzkopff, Ana-Cara Methmann und Max Bank (aktiv bei Noya)

Gesellschaftskritik

Warum Gesellschaftskritik "out" und alles Eventhafte "in" ist

Sozialpsychologische Erkenntnisse in Anschluss an Erich Fromm. Was Menschen mit Leidenschaftlichkeit erstreben und wofür sie sich engagieren (lassen) hängt auch von psychischen Faktoren ab. Erich Fromm hat den Zusammenhang von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfordernissen und dem, was Menschen von sich aus erstreben, an vielen Beispielen aufgezeigt. In unserer Zeit ist besonders auffällig (und sehr relevant für die Arbeit von Attac), dass das Gesellschaftskritische für viele Menschen "out" ist, während das, was Spaß macht, Menschen verbindet und Erlebnisqualität hat, gesucht wird. Das Seminar möchte diese Veränderungen, die sich bei immer mehr Menschen heute sozialpsychologisch beobachten lassen, verständlich machen. Referent: Rainer Funk (Psychoanalytiker, war Erich Fromms Assistent und ist sein Nachlassverwalter)

Außerdem zum Beispiel ...

... ein Forum zur Krise der Finanzmärkte - unter anderem mit Jörg

Huffschmid (Wirtschaftswissenschaftler, Memorandum-Gruppe Alternative Wirtschaftspolitik, ...)
... "Power to the People" -Vorstellung der aktuellen Attac-Kampagne

gegen Stromkonzerne
... Allerlei Spannende Filme, Hörspiele, Gedichte und Lieder,

Superparty, Café-Entspannung und viele nette, interessante, motivierende Leute

Noch viel mehr zum Programm und zu den ReferentInnen, zum Ort des Geschehens und zu den ganz praktischen Fragen findet sich im Internet: www.attac.de/maitage


Eine andere Welt braucht Unterstützung:
Bei unseren Kampagnen (www.attac.de) mit Spenden
(https://www.attac.de/mitmachen/spenden/cms/)
oder durch Mitgliedschaft
(https://www.attac.de/mitmachen/mitglied-werden/)

09.04.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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