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Externe Evaluation: EU-Biokraftstoffpolitik traegt nichts zur Nachhaltigkeit des Verkehrssektors bei

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http://globalisierungsklima.wordpress.com/2008/03/13/biokraftstoffziel-der-eu-in-der-kritik/

globalisierungsklima - 13.03.2008

Biokraftstoffziel der EU in der Kritik

Bei einer Anhörung[1] im Europäischen Parlament haben Experten in der letzten Woche unter anderem das 10%-Ziel für Biokraftstoffe der EU als zu beliebig kritisiert. Strittig blieb, ob es möglich ist durch die Formulierung von Nachhaltigkeitskriterien negative ökologische und soziale Effekte des Biokrftstoffziels zu verhindern oder nicht.

Eine neue Studie[2] der Netherlands Environmental Assesment Agency (MNP)[3] bezieht diesbezüglich klar Stellung: Biokraftstoffe können nichts zur Nachhaltigkeit des Verkehrssektors beitragen. Auch wenn die Nachhaltigkeitskriterien noch so gut durchdacht sind, argumentieren die Autoren, werden sich negative Effekte wie z.B. steigende Treibhausgas-Emissionen und der Verlust von Biodiversität einstellen. Die Studie der MNP stellt die erste externe Evaluation von Biokraftstoffkriterien dar, welche Eingang in den Vorschlag für eine EU-Richtlinie zu Erneuerbaren Energien findet.

Die MNP warnt vor allem vor dem Verlust von Biodiversität außerhalb der EU durch die Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion auf bisher ungenutzte Flächen und vor steigenden Nahrungsmittelpreisen durch eine höhere Nachfrage nach Energiepflanzen. Wenn überhaupt sollte Biomasse jedoch direkt verstromt werden. Davon hat das Klima wesentlich mehr als von der Beimischung zu fossilen Treibstoffen. Doch Fragezeichen bleiben auch hier.

Ein nachhaltiger Verkehrssektor verlangt nach wirklichen Alternativen. Die Entwicklung alternativer Technologien, wie Wasserstoff-, Elektrik- und Hybridmotoren könnte stärker gefördert werden. Wir brauchen zudem harte "Command & Control"-Mechanismen, welche die Autokonzerne dazu zwingen sparsamere Fahrzeuge zu produzieren. Vor allem aber müssen die Alternativen zur Straße und zum Flugzeug gestärkt werden. Dies bedeutet: Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, Behinderungen für Fuß- und Fahrradverkehr aufheben, keine Privatisierung der Bahn, Besteuerung von Kerosin für Flugzeuge, die Ökosteuer weiterentwickeln und vieles mehr.

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Attac AG Globalisierung und Ökologie
Jesko Eisgruber, Alexander Haack und Chris Methmann
oekologie ät attac.de


[1] http://www.europarl.europa.eu/news/public/story_page/064-22625-064-03-10-911-20080229STO22603-2008-04-03-2008/default_en.htm [2] http://www.mnp.nl/bibliotheek/rapporten/500143001.pdf
[3] http://www.mnp.nl/en/index.html

30.03.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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