|
## Nachricht vom 28.09.07 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Neues Gutachten: Fluechtlingsrechte gelten auch im Mittelmeer
Berlin/Frankfurt a. M. 27. September 2007 - Europa schottet sich auch
mit illegalen Mitteln gegen Flüchtlinge und Einwanderer ab. Die von
der EU-Agentur FRONTEX konzipierte Flüchtlingsabwehr missachtet
menschen- und flüchtlingsrechtliche Verpflichtungen der EU-Staaten.
Zu diesem Ergebnis kommt ein von amnesty international, der Stiftung
Pro Asyl und dem Forum Menschenrechte in Auftrag gegebenes Gutachten
des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), das
die Organisationen heute anlässlich des bundesweiten Tags des
Flüchtlings vorgestellt haben.
Auch außerhalb der Territorien der EU-Staaten - also etwa auch auf
hoher See jenseits der 12-Meilen-Zone - sind die EU-Grenzschützer an
Flüchtlings- und Menschenrechte gebunden. Mitten auf dem Meer
aufgegriffene Flüchtlinge haben demzufolge das Recht, einen
Asylantrag zu stellen. Sie dürfen auch nicht zurückgeschoben werden,
wenn ihnen möglicherweise Verfolgung oder Misshandlung droht.
?Flüchtlinge einfach an der Weiterfahrt zu hindern oder
zurückzuschleppen, ist also verboten. Sie haben ein Recht darauf, in
den nächsten sicheren europäischen Hafen gebracht zu werden?, sagte
Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL.
ai und PRO ASYL kritisierten auch die Absicht deutscher Behörden,
Flüchtlinge aus dem Kosovo und dem Irak trotz der schlechten
Sicherheitslage in beiden Ländern abzuschieben. ?Auch nach einem
Rückzug der UNMIK dürfen Roma und Serben nicht in den Kosovo
abgeschoben werden?, sagte Wolfgang Grenz, Flüchtlingsexperte von ai.
?Der Streit um den zukünftigen Status des Kosovo hat zudem die
Atmosphäre so aufgeladen, dass auch Minderheiten wie Aschkali und
Ägypter den Ausbruch ethnisch motivierter Gewalt befürchten müssen.
Deshalb dürfen sie weder jetzt noch nach einem UNMIK-Rückzug
abgeschoben werden.?
?Ganz besonders absurd sind die Anstrengungen der Bundesregierung,
Iraker so schnell wie möglich abzuschieben?, sagte Grenz. Derzeit
sind 4,2 Millionen Iraker auf der Flucht - die größte Fluchtbewegung
im Nahen Osten seit 1948. ?Jeden Tag sterben Dutzende Menschen
gewaltsam im Irak. Es ist völlig unbegreiflich, wie deutsche Behörden
auf die Idee kommen, irakischen Flüchtlingen ihren Flüchtlingsstatus
aberkennen und sie abschieben zu wollen. Stattdessen sollte
Deutschland dem schwedischen Beispiel folgen und irakische
Flüchtlinge großzügig aufnehmen?, sagte Grenz.
Kontakt
amnesty international
Pressestelle
030/420248-306
presse@amnesty.de
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/F9CAAF960589D06FC1257364002DEE86?Open
Menschenrechtsarbeit ist nicht umsonst. Wenn Sie die Arbeit von amnesty international auch finanziell unterstützen möchten, können Sie das ganz einfach hier tun:
https://www2.amnesty.de/internet/formulare.nsf/Spenden
Oder spenden Sie auf das Konto 80 90 100, Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00
Möchten Sie Ihr Abonnement beenden?
Schreiben Sie eine Email an: newsletter@amnesty.de mit dem Betreff/Subject: Presse-Abo .
Telefonische Abmeldung unter: 0228 - 98373-0
|