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## Nachricht vom 27.10.06 weitergeleitet
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amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Vereinte Nationen: Überwältigende Zustimmung für Verhandlungen über
ein internationales Waffenhandelsabkommen
Berlin, 27.10.2006: Mit einer unerwartet klaren Abstimmungsmehrheit
haben die UNO-Mitgliedsstaaten gestern Nacht im Abrüstungsausschuss
der Generalversammlung den ersten Schritt zu einem verbindlichen
Übereinkommen zur Kontrolle des Handels mit konventionellen
Rüstungsgütern gemacht. Der so genannte "Arms Trade Treaty" soll
künftig Transfers von Rüstungsgütern unterbinden, die zu
Kriegsverbrechen und
Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden oder die Armut
verstärken.
Die Abstimmung über diese UN-Resolution fand rund drei Jahre nach dem
Start der weltweiten Kampagne "Waffen unter Kontrolle!" von amnesty
international, Oxfam und IANSA statt. Darin haben über eine Million
Menschen in 170 Ländern persönlich ein umfassendes
Waffenhandelsabkommen auf völkerrechtlicher Grundlage gefordert.
Das Abstimmungsergebnis ist überwältigend: 139 Ja-Stimmen, nur eine
Gegenstimme (USA) und 24 Enthaltungen. Unterstützung für die
Resolution kam vor allem aus Afrika, Lateinamerika und Europa. Die
Arbeit an dem neuen Abkommen kann im kommenden Frühjahr beginnen: Der
neue Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, wird
zunächst die Meinungen aller Mitgliedsstaaten dazu einholen und
daraus einen Bericht erstellen, der die Grundlage für weitere
Verhandlungen bilden wird.
"Mit diesem klaren Votum hat die Staatengemeinschaft nun eine
historische Chance und eine Verpflichtung, das verbindliche
internationale Waffenhandelsabkommen zu realisieren. Es muss strikte
Regeln enthalten, die keine Ausnahmen zulassen. Nur so können künftig
Rüstungstransfers unterbunden werden, die zu Verletzungen der
Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts führen", so Mathias
John, Rüstungsexperte von amnesty international Deutschland.
Paul Bendix, Geschäftsführer von Oxfam Deutschland: "Seit
Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt vor rund drei Jahren
konkrete Vorschläge für ein Waffenhandelsabkommen vorgelegt haben,
sind hunderttausende Menschen durch den Missbrauch konventioneller
Waffen ums Leben gekommen. Ich hoffe, dass die Regierungen nicht
weiter unnötig Zeit verstreichen lassen, bis das Abkommen
unterzeichnet ist."
15 Nobelpreisträger hatten sich vor der Abstimmung öffentlich für die
Zustimmung zur Resolution über das Waffenhandelsabkommen
ausgesprochen, darunter Dr. Mohammad El Baradei, Shirin Ebadi, Dalai
Lama, Rigoberta Menchú und Desmond Tutu.
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Oxfam Deutschland e.V., Robert Lindner, Tel.: 030 - 42 85 06 21,
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