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## Nachricht vom 21.03.06 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Internationale ai-Generalsekretärin trifft Kanzlerin und Außenminister
Irene Khan in Berlin: Deutschland kann Vorreiterrolle in
Menschenrechtspolitik übernehmen
Berlin, 20.3.2006 - Die internationale Generalsekretärin von amnesty
international (ai), Irene Khan, hat die Bundesregierung aufgefordert,auf
der internationalen Bühne die Rolle einer Vorreiterin für Menschenrechte
im In- und Ausland zu übernehmen. Bei ihren Gesprächen mit Bundeskanzlerin
Angela Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am heutigen
Montag in Berlin begrüßte die ai-Generalsekretärin die jüngsten Äußerungen
der Regierung zum internationalen Menschenrechtsschutz, betonte aber, dass
die Glaubwürdigkeit einer Regierung nicht an Aussagen, sondern am
konkreten Handeln zu messen sei.
"Die Bundeskanzlerin hat klar gemacht, dass Deutschland innerhalb seiner
Grenzen keine Folter duldet. Genauso klar ist, dass nach internationalem
Recht Deutschland sein Staatsgebiet nicht zur Verfügung stellen darf für
den Transport von Gefangenen in Länder, in denen ihnen Folter droht",
sagte Khan. "Die Bundesregierung sollte sich von den USA zusichern lassen,
dass deutsche Flughäfen und Luftstützpunkte in Deutschland nicht für
Geheimtransporte von Gefangenen genutzt werden. Außerdem muss sie darauf
drängen, dass die bisherigen Fälle aufgeklärt werden. Von Deutschland darf
keine nochso geringe Ermutigung zur Folter ausgehen. Im Gegenteil:
Deutschland muss aktiv dazu beitragen, dass dieses fürchterliche
Verbrechen weltweit abgeschafft wird."
Bezogen auf Merkels Kritik an der Existenz des US-Gefangenenlagers
Guantánamo sagte Khan: "Wir begrüßen diese deutlichen Worte. Aber
Guantánamo ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn Deutschland in den USA
als Partner ernstgenommen werden will, muss die deutsche Regierung auch
darauf drängen, dass die USA Informationen über die anderen Haftzentren
offen legen."
Nachdem Deutschland kurz davor stehe, das Zusatzprotokoll zur UN-
Antifolterkonvention zu ratifizieren, müsse die Bundesregierung nun andere
Länder ermutigen, ihrerseits dieses Zusatzprotokoll zu ratifizieren.
"Außerdem muss Deutschland dort, wo Staaten misshandeln und foltern, auf
strukturelle Veränderungen wie etwa den Aufbau und die Stärkung eines
unabhängigen Justizwesens hinwirken." Khan nannte in diesem Zusammenhang
Usbekistan. "Wenn Deutschland am 1. Januar 2007 die EU-Ratspräsidentschaft
übernimmt, bietet sich dazu eine besonders gute Gelegenheit", sagte Khan.
Khan begrüßte, dass Merkel bei ihrem Russland-Besuch sich kritisch zum
neuen Gesetz über Nichtregierungsorganisationen geäußert hatte."Aber
Deutschland kann nicht auf der einen Seite die Menschenrechtssituation in
Russland kritisch beurteilen und dann tschetschenische Flüchtlinge nach
Russland abschieben und ihnen damit die Rückkehr nach Tschetschenien
zumuten. Dies bedeutet eine konkrete Gefahr, verhaftet und misshandelt zu
werden oder zu verschwinden?", sagte Khan.
Kontakt ai-Pressestelle: Tel. 030 ? 42 02 48-306, E-Mail:presse@amnesty.de
Achtung Bildredaktionen: Fotos von den Treffen Khans mit Steinmeierund
Merkel sind bei Agenturen bzw. im Bundespresseamt verfügbar!
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/5DA2DADFB6B44077C125713800399458?Open
Deutschland / Rassismus
ai / Aktion Courage: Großer Koalition fehlt Plan gegen Rassismus
Berlin, 21. März 2006 - Anlässlich des Welttages gegen den Rassismusam 21.
März 06 hat die deutsche Sektion von amnesty international(ai) gemeinsam
mit Aktion Courage-SOS Rassismus die Bundesregierungkritisiert. "Die große
Koalition vernachlässigt den Kampf gegenRassismus, Fremdenfeindlichkeit
und Antisemitismus", erklärte StefanKeßler, ai-Beauftragter für die Arbeit
gegen Rassismus. "DerKoalitionsvertrag enthält zu diesen Themen keine
substantielleAussage". Klaus Stoltenberg, Mitglied des Vorstands von
AktionCourage ergänzt: "Auch das längst
überfälligeAntidiskriminierungsgesetz lässt weiter auf sich warten."
Bei der Weltkonferenz gegen Rassismus im September 2001 imsüdafrikanischen
Durban hat sich Deutschland verpflichtet, massivgegen Rassismus
vorzugehen. "Doch die Bundesregierung ist bis heuteuntätig geblieben. Es
gibt immer noch keinen Nationalen Aktionsplangegen Rassismus", so Keßler
von ai. Auch eine Initiative zu der imJuni 2006 beginnenden Kampagne des
Europarates "Alle anders - allegleich" stehe noch aus, beklagt Stoltenberg
von Aktion Courage."Fremdenfeindlichkeit ist in Deutschland nach wie vor
traurigeRealität. Ausgrenzung und Diskriminierung wegen einer
anderenHautfarbe oder ethnischen Herkunft gehören für viele Menschen
inunserem Land leider zur alltäglichen Erfahrung."
ai und Aktion Courage fordern die Bundesregierung auf, der Bekämpfungvon
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit endlich politische Prioritäteinzuräumen
und die international zugesagten Initiativen und Plänegegen Rassismus
unverzüglich auf den Weg zu bringen.
Kontakt Aktion Courage:
Tel. 02223 - 26008, E-Mail: Stoltenberg@gmx.de
Kontakt ai-Pressestelle:
Tel. 030 - 420248-306, E-Mail: presse@amnesty.de
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/040502823CBE3F51C1257137004F6CC6?Open
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