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PM ai: 06.02.06 - USA - Guantanamo - Doppelte Misshandlung

## Nachricht vom 06.02.06 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de

amnesty international Deutschland

PRESSEMITTEILUNGEN

USA / Guantánamo
Doppelte Misshandlung

Berlin, 6. Februar 2006 - Im US-Gefangenenlager Guantánamo nehmen Selbstmordversuche zu; der Hungerstreik Gefangener dauert an, wie ein heute von amnesty international veröffentlichter Bericht zeigt.Zahlreiche im Bericht dokumentierte Aussagen ehemaliger Häftlinge und Angehöriger belegen, wie Guantánamo für Tausende von Menschen weltweit Leid, Pein und Stigmatisierung bedeutet.
Fünfhundert Männer aus 35 Ländern werden auf dem US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba zum Teil seit Jahren festgehalten. Dutzende von ihnen befinden sich zurzeit im Hungerstreik: Im Dezember 2005 erklärte das US-Verteidigungsministerium, dass gut 30 dieser Gefangenen durch die Nase oder intravenös zwangsernährt würden. Zudem haben zahlreiche Häftlinge Selbstmordversuche unternommen. Neun Gefangene werden weiterhin festgehalten, obwohl sie von der US-Regierung nicht mehr als "feindliche Kämpfer" eingestuft werden.

"Die Hungerstreikenden auf Guantánamo fordern nichts anderes, als nach rechtsstaatlichen Verfahren angeklagt oder freigelassen zu werden", sagte Sumit Bhattacharyya, USA-Experte von ai. Zudem fordern sie, dass Organisationen wie ai sie besuchen können. Viele betroffene Familien wissen zwar, dass ihre Angehörigen von den USA festgehalten werden, doch sie haben praktisch keine Nachrichten aus Guantánamo erhalten. Andere wissen nicht einmal, wo ihre Angehörigen festgehalten werden und ob sie überhaupt noch am Leben sind. "Geheime Haft bedeutet gleich doppelt eine schwere Misshandlung: Sie misshandelt den Gefangenen, und sie misshandelt seine Angehörigen,die in quälender Ungewissheit leben müssen, oft ohne den Ernährer der Familie, oft stigmatisiert. Viele der Ex-Gefangenen werden auf Jahre hinaus an den körperlichen und psychischen Folgen ihres Aufenthalts in Guantánamo leiden", sagte Bhattacharyya.
amnesty international fordert von der US-Regierung, eine Liste aller in Guantánamo oder anderswo Inhaftierten zu veröffentlichen; alle Guantánamo- Häftlinge anzuklagen oder freizulassen; Guantánamo zu schliessen und alle anderen US-Haftzentren für unabhängige Untersuchungen zugänglich zu machen; alle Vorwürfe bezüglich Folter und Misshandlungen von Gefangenen unter US-Aufsicht untersuchen zulassen.

Den 19-seitigen Bericht "Guantánamo: Lives torn apart - The impact of indefinite detention on detainees and their families" finden Sie unter: http://web.amnesty.org/library/index/ENGAMR510072006

Kontakt ai-Pressestelle:
Tel. 030 - 420248-306, E-Mail: presse@amnesty.de

http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/4F595C1F859CC2F5C125710D004802CC?Open

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06.02.06    Klaus Merkle <K.MERKLE@GAIA.de>
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