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## Nachricht vom 26.01.06 weitergeleitet
## Ursprung : k.merkle@gaia.de
## Ersteller: Abo-Service@amnesty.de
amnesty international Deutschland
PRESSEMITTEILUNGEN
Deutschland / CIA-Flüge / "renditions"
ai: Bundesregierung muss Verschleppungstaktik aufgeben
Es fehlen weiter befriedigende Auskünfte über deutsche Rolle bei
CIA-Flügen und im Fall Zammar / Untersuchungsausschuss kann helfen /
CIA-Flugzeuge müssen künftig Flugdetails offenlegen /
Europaratsmitglieder müssen Sonderermittler Marty unterstützen statt
zu mauern
Berlin, 26. Januar 2006 - Ein Ende der Verschleppungstaktik der
Bundesregierung in der Frage illegaler CIA-Flüge, Entführungen und
möglicher Folter von Gefangenen hat ai-Generalsekretärin Barbara
Lochbihler heute gefordert.
"Die Bundesregierung muss die Öffentlichkeit informieren, ob und wie
deutsches Territorium für solche CIA-Flüge genutzt wurde. Sie muss
die genauen Umstände des Verhörs des deutschen Staatsbürgers Mohammad
Zammar in einem syrischen Foltergefängnis durch deutsche Beamte und
die Rolle der früheren Bundesregierung offen legen. Ein
Untersuchungsausschuss kann dazu ein geeignetes Mittel sein", sagte
Lochbihler. "Anders als Bundesinnenminister Schäuble behauptet, hat
die Befragung Zammars sehr wohl die 'rote Linie' überschritten."
Lochbihler verlangte Informationen darüber, was die Bundesregierung
tue, um "außerordentliche Überstellungen" über deutsche Flughäfen
zukünftig zu verhindern. "Es reicht sicher nicht aus, wenn die
US-Regierung zusichert, verschleppte Gefangene würden nicht
gefoltert", sagte Lochbihler. "Bei Flugzeugen, die die CIA benutzt,
müssen deutsche Behörden künftig den Zweck des Fluges, die Anzahl,
Identität und Nationalität der Insassen erfragen. Deutschland und
alle anderen europäischen Staaten müssen deutlich machen, dass sie
solche Menschenrechtsverletzungen weder hier noch anderswo dulden
werden - und danach handeln."
Dem Bericht des Sonderermittlers des Europarats, Dick Marty, zufolge
ist es "höchst unwahrscheinlich", dass die europäischen Regierungen
von den Entführungen und Transporten von Gefangenen auf ihrem
Staatsgebiet nichts wussten. Marty gab an, dass seine Untersuchungen
von europäischen Regierungen behindert worden seien. "Die
europäischen Regierungen sind verpflichtet, die Untersuchung schwerer
Menschenrechtsverletzungen ohne Einschränkung zu unterstützen. Hier
besteht Handlungsbedarf."
Kontakt ai-Pressestelle:
Tel. 030 - 42 02 48-306, E-Mail: presse@amnesty.de
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