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Hallo,
der folgende Jugendaufruf: "Her mit dem schönen Leben! Her mit dem
Recht auf Bildung, gute Ausbildung & Arbeit!" ist am Freitag, den
4. April von Mitgliedern aus Schülervertretungen, Jugendgewerkschaften,
Jugendauszubildenden-Vorständen, studentischen Verbänden und
Jugendorganisationen gegen Bildungsabbau, Ausbildungsplatzmangel und
Jugenderwerbslosigkeit veröffentlicht worden.
Es wäre schön, wenn dieser Aufruf auf größere Unterstützung treffen würde.
Ihr könnt also unter www.jugendaufruf.de unterschreiben
Jugendaufruf: Her mit dem schönen Leben!
Her mit dem Recht auf Bildung, gute Ausbildung & Arbeit!
Jeden Tag erleben wir, dass dem Großteil unserer Generation jede
Zukunftsperspektive verbaut wird. Im dreigliedrigen Schulsystem fallen
vor allem jene nach unten, die keine wohlhabenden Eltern haben. Nach der
Schule warten Studiengebühren, Ausbildungsplatzmisere oder Hartz IV.
Wenn der Einstieg in den Beruf nach etlichen Praktika dann endlich
klappt, dann häufig nur mit miesen Löhnen und unsicheren Arbeitsverträgen.
Wir wollen uns mit diesen Verhältnissen nicht mehr abfinden, wir haben
die ständige Unsicherheit satt! Auf den Demonstrationen am 1.Mai 2008
wollen wir - SchülerInnen, Azubis und Studierende - den Bildungs- und
Ausbildungskillern die Zähne zeigen!
Was fordern wir?
Her mit dem Recht auf Bildung!
In der Schule wird unser Recht auf Bildung unter Beschuss genommen: die
Klassen sind überfüllt, die Schulen oft baufällig, die LehrerInnen
gestresst. Und immer häufiger fällt der Unterricht ganz aus. Konkret
heißt das: Du sitzt in Schulklassen mit 30 anderen SchülerInnen, wirst
von überarbeiteten LehrerInnen und mit veraltetem Lehrmaterial einem
immer härteren Prüfungs- und Notendruck ausgesetzt. Wer aufmuckt bekommt
schlechte Kopfnoten rein gedrückt.
Bildung wird dazu immer stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig -
durch das überholte dreigliedrige Schulsystem mit seiner sozialen
Auslese, aber auch durch die Einführung von Büchergeld in Höhe von zum
Teil 100 Euro und durch die schleichende Privatisierungspolitik im
Bildungsbereich.
Wenn wir keine Privatschulen besuchen können oder Schulen, die von der
Wirtschaft gesponsert werden, um ihre zukünftigen Fachkräfte
heranzuzüchten, trifft uns dieser allgemeine Bildungsabbau mit voller
Härte. Das Auslesesystem von Gymnasium, Real- und Hauptschule sorgt
dafür, dass uns in frühster Jugend unser zukünftiger Platz in der
Gesellschaft verordnet wird. Und gerade für HauptschülerInnen heißt
dieser Platz immer häufiger: Arbeitsagentur.
Mehr denn je gilt: Jugendliche aus Erwerbslosen-, Arbeiter- und
Angestelltenfamilien haben im deutschen Schulsystem schlechtere Chancen.
Diesem Schulsystem sagen wir den Kampf an!
Wir fordern:
Kostenfreie Bildung für alle - weg mit dem Büchergeld! Bildungsblockaden
einreißen: Dreigliedriges Schulsystem entsorgen - EINE Schule für ALLE!
Mehr Geld für Bildung! Kleinere Schulkassen mit max. 20 SchülerInnen,
keinen Unterrichtsausfall mehr und eine moderne Schulausstattung!
Lernen muss Spaß machen! Schluss mit der Überlastung durch Hausarbeiten
und der Prüfungsangst. Wir wollen mehr Freizeit - für alle und zwar umsonst!
Bildung muss öffentlich bleiben, sie ist keine Ware - Unternehmen raus
aus unseren Schulen!
Nie mehr prekär - Her mit dem Recht auf gute Ausbildung & Arbeit!
Die Bundesregierung redet vom wirtschaftlichen Aufschwung bei den
Ausbildungssuchenden, beiuns kommt er nicht an. Über 300.000
betriebliche Ausbildungsplätze fehlten offiziell zum Ausbildungsbeginn
2007. Weitere 300.000 Jugendliche, die sich bereits in den Jahren zuvor
beworben haben, sind auch 2007 leer ausgegangen. Diese von den
Unternehmen produzierte Ausbildungskatastrophe verbaut einem immer
größeren Teil unserer Generation einen Berufseinstieg und somit jede
Zukunftsperspektive.
Die Ausbildungsplatzmisere zwingt uns geradezu jeden Ausbildungsplatz
und jeden Job anzunehmen. Jugendliche werden in Ausbildungen gedrängt,
die Unternehmen einzig und allein anbieten, um billige Arbeitskräfte zur
Verfügung zu haben. Ein immer größerer Teil der Azubis muss unbezahlte
Überstunden schieben, ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen und sieht
seinen Ausbilder meist nur in der Mittagspause. Dies führt dazu, dass
mittlerweile 15% der Azubis durch die Abschlussprüfung fallen.
Weil Arbeitsplätze u.a. durch Arbeitzeitverlängerungen vernichtet
werden, gleicht eine Übernahme im Betrieb nach der Ausbildung immer mehr
einem Lottogewinn. Keine Übernahme heißt: Hartz IV oder das Schuften in
prekären Arbeitsverhältnissen - meistens für einen Lohn auf
Hartz-IV-Niveau. Beidem sagen wir den Kampf an!
Wir fordern:
Qualifizierte Ausbildungsplätze für alle - her mit der Umlagenfinanzierung!
Unternehmen, die nicht ausbilden müssen blechen!
Hartz IV überwinden - her mit einer angemessenen und repressionsfreien
Grundsicherung. Her mit dem gesetzlichen Mindestlohn!
Keine Chance der 40-Stundenwoche - Arbeitszeitverkürzung bei vollem
Lohnausgleich!
Her mit dem kostenfreien Studium - offene Hochschulen jetzt!
Studieren kostet inzwischen richtig viel Geld. In vielen Bundesländern
wird die Gebührenschraube angezogen - bis zu 500 Euro Uni-Maut müssen
viele Studierende neben den allgemeinen Lebenshaltungskosten noch
zusätzlich berappen. Die Folge: die Zahl derjenigen, die auf ein Studium
verzichten, weil sie sich vor einem Schuldenberg fürchten, wächst.
Andere brechen ihr Studium ab, weil der Stress zwischen Hörsaal und
Nebenjob zu groß wird. Die neuen Bachelor-Studiengänge ziehen für die
meisten SchulabgängerInnen nochmals höhere Hürden. Denn ein voll
gepacktes Studienprogramm mit Anwesenheitspflicht lässt oft keine Zeit
fürs Geldverdienen.
Während auch die öffentlichen Hochschulen aus allen Nähten platzen, weil
sie seit Jahren hochgradig unterfinanziert werden, schafft die
herrschende Politik jetzt die so genannten Elite-Unis: Leuchttürme in
der Bildungswüste.
Das alles hat mit Chancengleichheit nichts mehr zu tun - Hochschulen
sind bald ein Ort ohne Kinder von GeringverdienerInnen.! Dieser Politik
sagen wir den Kampf an!
Wir fordern:
Verbot von Studiengebühren - kostenloses Studium und ein BAföG-Satz, der
ein eigenständiges Leben ohne Nebenjobs ermöglicht!
Weg mit dem Numerus Clausus und allen Zugangsbeschränkungen - offene
Unis für alle!
Es reicht es reicht schon lange!
Aber der Anfang liegt bei Dir. Damit sich was verändert, musst Du Dich
einmischen. Es hilft kein Ducken, verhandeln oder betteln sondern nur
eines: Widerstand leisten. Demonstrationen und Streiks von SchülerInnen
und Studierende gegen Bildungsabbau, Kampagnen von Schülervertretungen
und Gewerkschaftsjugenden gegen den Ausbildungsplatzmangel und andere
Aktionen zeigen, dass der Widerstand langsam wächst. Dieser Widerstand
muss lauter werden. Zeigen wir deshalb den Bildungs- und
Ausbildungsplatzkillern auf den Demonstrationen am 1. Mai 2008 die rote
Karte!
Allein, machen sie uns ein - gemeinsam gehört uns die Zukunft!
. Anne Widder, Vorsitzende der ver.di-Jugend Hamburg_
. Katharina Horn, stellv. hessische Landesschulsprecherin
. Mehmet Perisan, IG BAU-Jugend Bundesvorstand
. Regina Weber, fzs-Vorstand - freier zusammenschluss von
studentInnenschaften e.V.
. Pia Lücker, Mitglied des Landesvorstandes der LSV NRW
. Sonja Staak, ver.di Berlin
. Hans Riegel AStA Vorsitzender TFH Berlin
. Michael Grüß, Bundesvorstand SDAJ
. Konstantin Bender, Rlp. GEW-LaSS-Sprecher
. Franziska Drohsel, Juso-Bundesvorsitzende
. Haimo Stiemer, Bundessprecher Linksjugend [solid]
. Daniel Wucherpfennig, Bezirksjugendsekretär DGB-Jugend Berlin-Brandenburg
. Paula Riester, Bundessprecherin der Grünen Jugend
. Lennert Beek, stellv. Landesschülersprecher Schleswig-Holstein
. Katharina Peters, BezirksschülerInnensprecherin Düsseldorf
. Tanja Wedel, JAV-Vorsitzende - Daimler Hamburg
. Lars Buchholz, Bezirksjugendsekretär IGM Jugend Berlin Brandenburg Sachsen
. Martina Hartung, medien.k.ind in ver.di
. Manuel Bornfelder, JAV Stadt Hagen
. Anja Gadow, Hochschulpolitische Referentin TFH Berlin
. Yusuf As, IG Metall Migrantenausschuss Mannheim
. Maria Andreacchi, Vorsitzende ver.di-Jugend Rheinland-Pfalz und Saar
. Pascal Annerfelt,Gesamtjugendvertreter Braun GMBH
. Olaf Gruß, DGB-Jugendsekretär Frankfurt a.M.
. Lukas Wolf, BezirksschülerInensprecher Essen
. Martin Donat, Jugendsekretär IG Metall Halle / Dessau
. Kai Padberg, Landesschülerat Niedersachsen
. Danijela Pavlovic, OJA IGM Nürnberg
. Annika Wahlen, Bezirksjugenvorstand Ver.di Südwestfalen
. Kristen Heineng, Jugendsekretärin ver.di Südwestfalen
. Taylan Ronaesin, JAV ThyssenKrupp Schulte Siegen
. Mahir Sahin, Betriebsrat USM Krefeld
. Olaf Schwede, DGB-Jugendbildungsreferent Hamburg
. Tobias Höfler, Delegiertenversammlung IGM Fürth
. Kevin Voß, Vorsitzender ver.di-Jugend Bayern
. Christian Lindner, Jugendsekretär ver.di Köln
. Thomas Liermann, JAV Kölner Verkehrsbetriebe
. Stefan Jagel, Vorsitzender ver.di-Jugend München
. Aram Ali, Landesschülerrat Niedersachsen
. Kutlu Yurtseven, Microphone Mafia
V.i.S.d.P.: S. Fendt, Chile-Freundschaftsgesellschaft, Joanstr. 29, Berlin
www.jugendaufruf.de
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