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Gefällige Nachsicht für eine Intervention wäre in diesem Fall freilich
noch aus einem ganz anderen Grund recht heikel - die türkische
Regionalmacht fordert im Nordirak immerhin die amerikanische
Besatzungsmacht heraus, den Schutzpatron einer kurdischen Autonomie
zwischen Zakho und Kirkuk. George Bush kann von seinen Garantien für das
Selbstbestimmungsrecht der Kurden nicht einen Millimeter abrücken. Alles
andere würde die dürftigen Restposten an Glaubwürdigkeit zu Staub
zermahlen. Die Kurden sind die allerletzten überzeugten Verbündeten der
Amerikaner im Irak.
Nicht zuletzt deshalb sind die USA seit Jahren eifriger Befürworter
einer baldigen EU-Aufnahme Ankaras. Sie hoffen inständig, die Union
werde ihnen einen störrischen Akteur im regionalen Machtspiel vom Halse
schaffen, den Türken den nationalen Scheid abkaufen und die islamische
Versuchung austreiben - vor allem aber, sich einen unsicheren
Kantonisten einhandeln, der die EU mehr schwächt als stärkt. Angela
Merkels Beharren auf einer "privilegierten Partnerschaft" mag mit diesen
Aussichten erklärbar sein.
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